Der Bereich rund um Neumarkt, Johannisstraße und Schlossgarten gilt seit Langem als einer der problematischsten Orte in der Osnabrücker Innenstadt. Gewalt und Drogen prägen nach Wahrnehmung von Bürgerinnen und Bürgern das Bild. Reicht die bisherige Polizeipräsenz aus – oder braucht es eine feste Polizeistation direkt im Viertel?
Ein Brennpunkt mit Signalwirkung
Neumarkt, Johannisstraße und Schlosspark liegen dicht beieinander und werden als zusammenhängender Problembereich wahrgenommen. Die Wege sind kurz, die Szenen vermischen sich, Konflikte verlagern sich schnell von einem Ort zum nächsten. Für manche Osnabrücker ist der Bereich längst ein Ort geworden, den sie meiden – besonders in den Abendstunden.
Polizeipräsenz versus Polizeistation
Zwar befindet sich mit der Polizeiinspektion am Kollegienwall eine große Dienststelle in relativer Nähe. Doch Kritiker bezweifeln, dass eine zentrale Behörde die gleiche Wirkung entfalten kann wie eine dauerhaft besetzte Wache mitten im Geschehen. Sichtbare Beamte, feste Ansprechpersonen und regelmäßige Fußstreifen könnten aus ihrer Sicht schneller eingreifen, deeskalierend wirken und das Sicherheitsgefühl stärken.
Der Gedanke einer Polizeiwache im Quartier wird dabei immer wieder genannt: ein kleiner, fester Standort im Viertel, von dem aus Streifen gezielt und lageabhängig eingesetzt werden können.
Politischer Vorstoß
Einen konkreten Antrag bringt nun die AfD in den Stadtrat ein. Ratsherr Alexander Garder fordert darin die Einrichtung einer dauerhaft besetzten Polizeistation im genannten Bereich. Seine Begründung: „Offener Drogenkonsum, mutmaßlicher Drogenhandel und Gewaltdelikte gehören in diesem Bereich inzwischen zum Alltag. Viele Bürger fühlen sich unsicher oder meiden diese Orte ganz.“
Garder argumentiert zudem, dass eine zentrale Dienststelle keine ausreichende Präsenz im Brennpunkt selbst ersetzen könne: „Kriminalität lässt sich nicht allein vom Schreibtisch aus bekämpfen. Es braucht Polizisten vor Ort, die präsent sind, ansprechbar sind und schnell eingreifen können.“ Als Beispiel nennt er die Hamburger Davidwache, die fest in einem bekannten Problemviertel verankert ist.
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