Was eigentlich bequem sein sollte, wird für einige Bewohner in Belm zur Belastung. Leser der HASEPOST berichten von regelmäßigen Problemen mit einem dpd-Zusteller aus dem Depot Melle. Die Vorwürfe wiegen schwer – doch dpd weist die Kritik entschieden zurück.
„Wir hier im Ort wissen einfach nicht mehr weiter“
Die Hilferufe aus Belm sind deutlich. Ein Leser schildert gegenüber unserer Redaktion eine Situation, die sich seit Monaten zuspitzt: „Wir hier im Ort wissen einfach nicht mehr weiter.“ Besonders problematisch sei, dass viele Versandhändler vorab nicht mitteilen, mit welchem Paketdienst versendet werde. Sobald dpd im Spiel sei, beginne der Ärger.
Der Zusteller fahre regelmäßig an der Adresse vorbei, obwohl jemand zu Hause sei oder sogar sichtbar vor dem Haus arbeite. Kurz darauf folge dann die Standardmeldung per E-Mail: Zustellung nicht möglich, Empfänger nicht anwesend. „Der Zusteller fährt hier einfach vorbei und kurze Zeit später bekomme ich eine E-Mail, dass das Paket nicht zugestellt werden konnte, weil keiner da war“, berichtet ein Anwohner.
Pakete als zugestellt markiert – aber verschwunden
Besonders brisant: Ein Paket sei sogar einmal als persönlich zugestellt markiert worden, obwohl es nie angekommen ist. Aus Angst vor weiteren Verlusten verzichten Betroffene inzwischen bewusst auf Abstellgenehmigungen. Die Sorge: Pakete könnten erneut als zugestellt markiert werden, ohne dass die Ware jemals ankommt.
Hinterhergelaufen, hinterhergefahren – ohne Erfolg
Mehrfach wollen betroffene Belmerinnen und Belmer dem Fahrer sogar hinterhergelaufen oder mit dem Auto gefolgt sein, um ihre Pakete doch noch zu bekommen. Doch das soll nicht ohne Eskalation geblieben sein. Als die Ehefrau eines HASEPOST-Lesers den Fahrer in Belm ansprach, sei die Situation völlig entgleist: „Er schrie meine Frau nur an und fuhr weg.“
Beschwerden bei dpd, Versandhändlern und der Bundesnetzagentur sind bereits eingereicht worden. Doch eine Verbesserung ist bislang nicht erkennbar. „Das muss endlich ein Ende haben“, fordern die Betroffenen.
dpd weist Vorwürfe zurück
Auf Anfrage unserer Redaktion äußerte sich ein Sprecher von dpd deutlich zu den Vorwürfen: „Ich habe mit den zuständigen Kollegen vor Ort gesprochen und möchte Ihre Aussage, dass es vor Ort ‚massive und systematische Zustellmängel‘ gibt, entschieden zurückweisen.“
Man verstehe den Ärger einzelner Kunden, betont das Unternehmen, verweist jedoch auf die Gesamtleistung des Depots Melle. Täglich würden dort rund 20.000 Pakete an etwa 14.000 Kunden zugestellt. Die Beschwerdequote liege bei rund 0,15 Prozent.
„Natürlich ist jede einzelne Kundenbeschwerde ärgerlich und ich möchte mich dafür auch ausdrücklich entschuldigen“, so der Sprecher weiter. dpd arbeite kontinuierlich an Verbesserungen, dazu gehörten auch GPS-Prüfungen und Schulungen der Fahrer.
Zwischen Statistik und Alltag
Während dpd auf Zahlen und Prozesse verweist, fühlen sich die betroffenen Kunden in Belm weiterhin alleingelassen. Für sie ist die Statistik wenig tröstlich, solange Pakete regelmäßig als nicht zustellbar gelten – obwohl jemand direkt vor der Haustür steht. Ob und wann sich die Situation vor Ort verbessert, bleibt offen.
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