Wer zum Totengräber in der Osnabrücker Innenstadt wurde, ist unbekannt. Schilder an den anonymen Gräbern vor dem historischen Rathaus, dem Heger Tor und im Schlossgarten, weisen auf die im Mittelmeer ertrunkenen Migranten hin.

Bei den „Gräbern“ handelt es sich nicht um einen wirklichen Aushub – auch nicht auf der Wiese im Schlossgarten – sondern lediglich um aufgehäufte Blumenerde mit einfachen Holzkreuzen, Grablichtern und Schildern, die auf die mehr als 1.400 in diesem Jahr im Mittelmeer ertrunkenen Migranten hinweisen.

Kreuz vor dem Rathaus
Auch vor dem Rathaus wurden zwei symbolische Gräber installiert

Demonstration in der Osnabrücker Innenstadt

Kurz nachdem uns ein Leser auf die symbolischen Grabstellen hinwies, demonstrierten rund 50 Menschen in der Osnabrücker Innenstadt mit einer Menschenkette zwischen dem Dom und dem Nikolaiort. Die Teilnehmer des Flashmobs wollten mit ihrer Aktion auf die nach ihrer Ansicht ungerechtfertigten Verfahren gegen private „Seenotretter“ im Mittelmeer aufmerksam machen.

Gräber vor dem Heger Tor
Zwei Gräber vor dem Heger Tor

Am Samstag berichtete die Der Spiegel, dass die italienische Regierung ihre Ermittlungen gegen Organisationen ausweitet, die im Mittelmeer Menschen auf dem Weg von Afrika nach Europa von Fluchthelferbooten übernehmen. Unter den Organisationen, die im Fokus der italienischen Justiz sind, gehören „Ärzte ohne Grenzen“ und „Save the Children“.