Die Verrichtung der Notdurft als menschliches Grundbedürfnis ist mitten in der Stadt manchmal eine Herausforderung. Wenn man endlich eine öffentliche Sanitäranlage gefunden hat, kostet deren Benutzung nicht selten etwas – und in Geschäften und Restaurants stehen die Toiletten meist nur der Kundschaft zur Verfügung. Gerade Menschen mit wenig finanziellen Mitteln stellt das vor Herausforderungen. Die HASEPOST hat sich deshalb einen Überblick verschafft über die öffentlichen Toiletten in der Osnabrücker Innenstadt.
Überblick über öffentliche WCs in der Innenstadt
Auf einer Karte des Geodatenportals der Stadt Osnabrück findet sich bereits eine Übersicht der öffentlichen WC-Anlagen in und um den Innenstadtbereich. Diese kann zwar als grobe Referenz dienen, allerdings sind nicht alle Informationen darauf aktuell. Es werden dort zum Beispiel einige defekte Toiletten als verfügbar gelistet und auch die Angaben zur Barrierefreiheit sind nicht immer korrekt. Zudem sind die häufig erhobenen Entgelte für die Benutzung der Sanitäranlagen nicht gelistet.
Kostenpflichtiges WC in der Vitihof-Garage
Im Eingangsbereich der Vitihof-Garage befindet sich ein barrierefreies Unisex-WC, das von 7:00 bis 20:00 Uhr geöffnet hat. Am Sonntag ist die Toilette geschlossen. Laut der Stadt ist das WC bei Veranstaltungen auch nachts geöffnet, allerdings ließ sich das nicht verifizieren. Die Benutzung kostet 50 Cent.
Die rote City-Toilette am Domhof
Vor dem Domhof stehen zwei rote WC-Kabinen, die behindertengerecht sind. Die Benutzung kostet 50 Cent und ist rund um die Uhr möglich. Der hier angebrachte Hinweis, dass die nächste behindertengerechte Toilette in der Nikolaigarage sei, ist nicht ganz korrekt, denn in nächster Nähe befinden sich auch die öffentlichen WCs im historischen Rathaus der Stadt.

Öffentliche Toiletten am Marktplatz
In der Osnabrücker Altstadt ist es leicht, gute öffentliche Toiletten zu finden. So gibt es im historischen Rathaus jeweils nach Geschlechtern getrennte Toiletten und ein gesondertes Behinderten-WC im Gang rechts vom Haupteingang. Die Toiletten sind barrierefrei über den Aufzug am Seiteneingang zu erreichen und sind sehr sauber. Die Benutzung ist kostenfrei und täglich von 7:00 bis 20:00 Uhr möglich.

Auch in der Stadtbibliothek gegenüber des Rathauses gibt es öffentliche Toiletten direkt am Treppenhaus, die Tür muss mit einem 20-Cent-Stück geöffnet werden. Die Öffnungszeiten sind Montag bis Freitag 10:00 bis 18:00 Uhr und Samstag 10:00 bis 15:00 Uhr. Im zweiten Obergeschoss befindet sich eine über den Fahrstuhl erreichbare barrierefreie Toilette, in der sich auch ein Kinder-WC und ein Wickelraum befinden. Den Schlüssel dafür erhält man im Kinder- und Jugendbereich der Bibliothek, aber auch ein Euroschlüssel, der für Behinderte bei der Tourist Information Osnabrück/Osnabrücker Land erhältlich ist, verschafft Zugang zur Toilette.
Kostenlose Toilettenkabinen im Haus der Jugend
Im Haus der Jugend in der Großen Gildewart 6-9 gibt es gleich sehr viele öffentliche WCs in mehreren Kabinen. Zu erreichen sind sie über das Untergeschoss im Korridor Richtung Turnhalle. Laut Internetpräsenz der Stadt sind die WCs von 9:00 bis 22:00 verfügbar. Ein barrierefreier Zugang ist allerdings nicht möglich, da der Keller nur über eine Treppe erreichbar ist. Die Benutzung ist aber kostenlos.
Barrierefreies WC in der Nikolai-Garage
Am Eingang zur Nikolai-Garage neben der Bushaltestelle Nikolaiort befinden sich zwei geschlechtergetrennte Toiletten, deren Benutzung 50 Cent kostet. Ein Behinderten-WC gibt es ebenfalls, das für beeinträchtige Menschen über den Euroschlüssel zu öffnen ist.
Defekte Toiletten bei Kamp- und Ledenhof-Garage
Bei der Kamp-Garage neben der Universitätsbibliothek Alte Münze gibt es eine freistehende moderne Unisex-Toilettenkabine, die barrierefrei und behindertengerecht ist. Die Benutzung kostet ohne Euroschlüssel 50 Cent. Allerdings ist dieses WC momentan außer Betrieb.
Die Ledenhof-Garage, etwas weiter südlich der Kamp-Garage, weist ebenfalls nur in der Theorie öffentliche Toiletten auf. Die Damen- und Herren-WCs am Eingang zur Katharinenkirche sind mit Sperrholzplatten abgesperrt, ein Schild verweist darauf, dass sie wegen Vandalismus gesperrt seien. Einzig die Behindertentoilette ist benutzbar, sofern man einen Euroschlüssel hat, um sie zu öffnen.
WC beim Finanzamt nur bis Mittag geöffnet
Beim Finanzamt Osnabrück-Stadt an der Süsterstraße 46-48 gibt es eine öffentliche Unisex-Toilette, die behindertengerecht ist. Die Nutzung ist kostenfrei, allerdings Montag bis Freitag nur von 8:00 bis 12:00 Uhr möglich. Am Donnerstag ist sie zusätzlich auch von 14:00 bis 17:00 Uhr benutzbar. Um zu ihr zu gelangen, muss man von der Rezeption rechts einen Gang entlang an den Mitarbeiter-WCs vorbei und dann links abbiegen.

Widersprüchliche Aussagen zu den Marienhospital-Toiletten
Im Haupteingangsbereich des Marienhospitals gibt es auf der rechten Seite öffentliche Toiletten. Zwar widersprach die Rezeption auf Nachfrage, dass sie öffentlich seien, die Stadt dokumentiert sie jedoch als öffentliche Sanitäranlagen, weswegen wir sie hier aufführen. Es gibt auch ein barrierefreies WC und die Nutzung ist laut Internetpräsenz der Stadt von 6:00 bis 21:00 Uhr möglich. Ein Entgelt wird nicht erhoben.

Bestandsaufnahme – neue Sanitäranlagen geplant?
Insgesamt lässt sich festhalten, dass die Situation der öffentlichen Toiletten in der Innenstadt ausbaufähig ist. Die Altstadt weist zwar eine gute Abdeckung mit öffentlichen WCs auf, aber im Bereich rund um den Neumarkt existieren aktuell keine benutzbaren öffentlichen Sanitäranlagen. In der Neustadt gibt es nur das WC im Marienhospital als am ganzen Tag verfügbare öffentliche Anlage. Erst am Hauptbahnhof findet sich die nächste Toilette. Wir haben zu der Situation die Stadtverwaltung gefragt, die uns mitteilte, dass wegen den schlechten Erfahrungen mit Vandalismus in den WCs, aber auch der oft bemängelten Hygienesituation keine neuen öffentlichen Toiletten in Planung seien. „Wir suchen aber aktuell gezielt nach Lösungen, wie bestehende Toiletten der Öffentlichkeit leichter zugänglich gemacht werden können“, teilte uns ein Stadtsprecher mit.