Sieben der führenden Wirtschaftsexperten in Deutschland haben von der nächsten Bundesregierung eine umfassende Reformagenda gefordert. Die Ökonomen sehen dringenden Handlungsbedarf in den Bereichen Wettbewerbsfähigkeit, Investitionen, Infrastruktur und Bürokratieabbau, wie der „Tagesspiegel“ berichtet.
Forderungen nach Steuererleichterungen
Michael Hüther, Direktor des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW), und Clemens Fuest, Präsident des Ifo-Instituts, zählen zu den Experten, die sich für eine Senkung der steuerlichen Belastung für Unternehmen aussprechen. Fuest betont die Notwendigkeit besserer steuerlicher Bedingungen für private Investitionen: „Wir brauchen bessere steuerliche Bedingungen für private Investitionen, etwa durch beschleunigte Abschreibungen“, so Fuest im „Tagesspiegel“. Hüther spricht sich für die Abschaffung des Solidaritätszuschlags aus: „Den zahlen heute vor allem die Unternehmen. Das ist finanzierbar und würde die Wirtschaft spürbar entlasten“, sagte er.
Kritik an pauschalen Steuererleichterungen
Nicht alle Experten sind mit den vorgeschlagenen Steuererleichterungen einverstanden. Jens Südekum, Professor an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf, bezeichnet die Hoffnung, Investitionen durch breite Steuererleichterungen zu fördern, als Trugschluss. „Wir dürfen nicht mit angebotspolitischen Reformen nach Schema F antworten. Die werden nicht ausreichen“, sagte Südekum dem „Tagesspiegel“. Er plädiert für eine umfassende Modernisierungsagenda, die Angebot und Nachfrage kombiniert. Südekum sieht in einer Investitionsprämie ein geeignetes Instrument, da sie gezielt private Investitionen steigern könne.
Rentenreform als dringliches Anliegen
Monika Schnitzer, Vorsitzende der „Wirtschaftsweisen“, fordert eine nachhaltige Rentenreform. Sie warnt vor deutlichen Beitragssatzerhöhungen für die junge Generation, sollte keine Reform erfolgen. „Das Renteneintrittsalter muss perspektivisch mit der Lebenserwartung steigen, um acht Monate für ein Jahr längere Lebenserwartung“, sagte Schnitzer dem „Tagesspiegel“. Zudem lehnt sie weitere „Rentengeschenke“ ab, wie die geforderte Anhebung der Mütterrente.
Weitere Perspektiven auf wirtschaftliche Reformen
Der Wirtschaftsprofessor Lars Feld, ehemals Chefberater von Ex-Finanzminister Christian Lindner (FDP), unterstützt ebenfalls die Forderung nach Steuererleichterungen. Feld setzt sich für eine Reduzierung der Körperschaftssteuer um fünf Prozentpunkte ein. Er schlägt vor, dies gegenfinanziert durch Ausgabensenkungen umzusetzen, um im Rahmen der Schuldenbremse zu bleiben.
Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .