Wer hilft bei Beantragung von Grundsicherung und Wohngeld in Osnabrück?

Insbesondere ältere Osnabrückerinnen und Osnabrücker sind zunehmend auf Grundsicherung oder Wohngeld angewiesen. Oftmals müssen sie sich durch viel Papierkram kämpfen oder digital fit sein. Wenn das nicht der Fall ist: Wer kann da helfen?

In Osnabrück gab es zuletzt 3.347 Grundsicherungsbezieher (Stand November 2022). Eine von ihnen ist auch Ursula*, die jahrzehntelang als Büroangestellte arbeitete. Kurzfristig musste sie das in diesem Jahr eingeführte Bürgergeld beantragen, um den Sprung zwischen Arbeitsleben und Rente zu überbrücken. Einen Monat würde sonst das Gehalt für sie entfallen. Doch auch langfristig wird sie nicht um die in ihren Augen aufwändige Antragstellung herumkommen. Ihre Rente fällt nicht besonders hoch aus und sie wird vermutlich auch das neue Wohngeld Plus beantragen müssen, um über die Runden zu kommen. Obwohl sie sich eigentlich mit Papierkram auskennt, fiel ihr die Antragstellung überhaupt nicht leicht. “Die wollen quasi mein ganzes bisheriges Leben kennen – von Kontoauszügen über Scheidungsurteile”, erzählt sie. So habe sie knapp 50 Seiten zusammengetragen.

Zu viel Bürokratie?

“Der Antrag umfasst sechs Seiten und ist bundesweit ähnlich gestaltet”, heißt es auf Anfrage beim Presseamt. Im ServicePortal der Stadt lässt sich der Antrag digital herunterladen. Nicht mitgezählt sind dabei Anhänge und weitere Unterlagen, die Ursula zusammensuchen mussten. Weiterhelfen konnte ihr bei Stadt Osnabrück nicht so wirklich jemand, sie habe selten jemanden erreichen können und auch sonst keine richtig konkreten Infos bekommen, welche Unterlagen sie genau benötigt. Da widerspricht die Verwaltung: “Es gibt diverse Unterstützungsmöglichkeiten: Selbstverständlich stehen die Sachbearbeiter im Rahmen einer Vorsprache oder telefonisch beratend zur Verfügung.” In Einzelfällen erfolge auch Unterstützung durch soziale Beratungsstellen. Unter anderem ist der Katholische Verein für soziale Dienste in Osnabrück e. V. Ansprechpartner. Darüber hinaus verweist die Stadt auch auf die Internetseiten der Deutschen Rentenversicherung (DRV) und des Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Einen allgemeinen Leitfaden gebe es nicht, “allerdings erhält der Hilfeempfänger bei Antragstellung eine Info darüber, welche konkreten Unterlagen benötigt werden”, erklärt ein Stadtsprecher. Die DRV gibt als Faustregel an: Wenn das gesamte Einkommen unter 924 Euro liegt, sollten Osnabrückerinnen und Osnabrücker prüfen lassen, ob sie einen Anspruch auf Grundsicherung haben.

Vor allem beim Wohngeld längere Wartezeiten einplanen

Mit der Reform zum 1. Januar dieses Jahres stellte sich auch die Stadt auf dreimal so viele Wohngeldanträge und bereitete Osnabrückerinnen und Osnabrücker bei Beantragung auf knapp drei Monate Wartezeit vor. Auch das wird voraussichtlich noch auf Ursula und viele weitere Osnabrückerinnen und Osnabrücker zukommen. Rund zwei Millionen Haushalte bundesweit könnten künftig das neue „Wohngeld Plus“ erhalten – bisher sind es rund 600.000. Die Höhe des Wohngeldes berechnet sich nach der Anzahl der Haushaltsmitglieder, der Miete oder der Belastung bei selbstgenutztem Wohneigentum sowie dem Gesamteinkommen aller Haushaltsmitglieder. Die genaue Wohngeldhöhe wird dann vom Osnabrücker Wohngeldamt geprüft und festgelegt.

* Name von der Redaktion geändert


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Jasmin Schulte
Jasmin Schulte
Jasmin Schulte begann im März 2018 als Redakteurin für die Hasepost. Nach ihrem Studium der Germanistik und der Politikwissenschaft an der Universität Vechta absolvierte sie ein Volontariat bei der Hochschule Osnabrück. Weitere Stationen führten sie zu Tätigkeiten bei einer lokalen Werbeagentur und einem anderen Osnabrücker Verlag. Seit März 2022 ist Jasmin Schulte zurück bei der HASEPOST und leitet nun unsere Redaktion. Privat ist Jasmin Schulte als Übungsleiterin tätig, bloggt über Literatur und arbeitet an ihrem ersten eigenen Roman.

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