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0:5: Herbe Niederlage für den VfL Osnabrück gegen den HSV am Hamburger Volkspark

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Zu Besuch beim Ex-Trainer Daniel Thioune. Für den VfL Osnabrück gab es keine Geschenke, ganz im Gegenteil. Am Volkspark erlebten die Lila-Weißen ein Debakel mit dem Endstand 5:0  (2:0).

Ein Spielbericht von Hermann Schmidt

Vor dem Anpfiff: Alte Geschichten und „Hamburger Wetter“

Fast sechzig Jahre ist es her, dass der VfL Osnabrück ein Auswärts-Punktspiel gegen den „großen“ HSV gewann: Das war im April 1961 am „grünen Tisch“, und dies deshalb, weil der HSV wegen des unmittelbar bevorstehenden Halbfinales im Europapokal gegen den FC Barcelona gar nicht antrat.

Andererseits: Der letzte Sieg des HSV gegen die Lila-Weißen liegt nun auch schon ein paar Jährchen zurück. Vor knapp 33 Jahren, im September 1988, verlor der VfL im DFB-Pokal gegen die Hansestädter. Danach hatten Spielbegegnungen zwischen den beiden norddeutschen Traditionsklubs aufgrund unterschiedlicher Ligazugehörigkeit Seltenheitswert.

Die letzten Spieltage der 2. Bundesliga haben die Leistungsdichte der 18 Mannschaften unterstrichen: Jeder kann jeden schlagen, und oft genug entscheidet im Sport nur ein Quäntchen Glück über Sieg oder Niederlage.

In den letzten fünf Spielen der laufenden Saison ging der HSV viermal als Sieger vom Platz. Nur einmal, am 9.1. 2021 beim 1:1 gegen den 1. FC Nürnberg, begnügte man sich mit einem Unentschieden.

Der VfL Osnabrück hingegen verzeichnete in Liga 2 in der gleichen Zeit zwei Siege und drei Niederlagen. Ein vergleichender Blick auf Personaletat und „Geldtabelle“ beider Vereine spricht Bände. An der Favoritenstellung des HSV gab es somit vor dem Anpfiff keinerlei Zweifel.

„Hamburger Wetter“ am Volkspark: Den ganzen Tag hatte es geregnet. Eine Stunde vor Spielbeginn schloss der Himmel seine Schleusen, und dann ging es los: Der HSV siegesgewiss, der VfL Osnabrück bereit, alles zu geben.

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HSV marschiert von Beginn an

Der HSV im traditionellen Rot-Weiß-Blau als Schiedsrichter Schlegel anpfeift; Lila-Weiß ganz in Schwarz. Der HSV eröffnet mit gefährlichen Angriffen und macht Druck. Nach sechs Minuten erzwingen die Rothosen bereits die dritte Ecke. Welle auf Welle brandet gegen die in zwei Viererreihen verteidigenden Osnabrücker, meist vorgetragen über Jatta oder die nach vorn stoßenden Leibold und Kinsombi. Nach 15 Minuten ist es soweit: Kinsombi bedient den im Strafraum lauernden Sonny Kittel, der eiskalt, kurz und knackig gegen den chancenlosen Philipp Kühn einlocht.

Der HSV hat den Gegner aus Osnabrück im Griff. Nur gelegentlich gelingt es dem VfL sich aus der Umklammerung zu befreien. Mit einem schönen Spielzug setzt Antreiber Niklas Schmidt seinen Offensivpartner Kerk in Szene: der erste bemerkenswerte Angriff des VfL nach knapp 30 Minuten. Die folgende Ecke von Kerk wird von Santos ins Tor verlängert, doch da war der Arm mit im Spiel. Leider kein Tor.

Hamburger bauen ihre Führung aus

In mehreren Gegenzügen versucht der HSV das Ergebnis höher zu schrauben, aber außer weiteren Ecken springt nichts dabei heraus. Osnabrück ist um Gegenwehr bemüht. Die meist von Niklas Schmidt über rechts eingeleiteten Vorstöße verebben vor dem HSV Sechzehner.

Das Spiel scheint zu verflachen. Es gibt zahlreiche Ballverluste im Mittelfeld, vor allem auf Seiten des VfL. In der 41. Minute klingelt es dann aber doch zum zweiten Mal im Tor von Philipp Kühn. Von links dringt der von St. Pauli zum gekommene Dudziak weitgehend ungehindert in den Strafraum ein, Kühn wehrt seinen Schuss ab, der Ball springt auf den Fuß von Jatta, und der trifft zum 2:0.

Jeremy Dudziak (HSV) versucht sich gegen Niklas Schmidt durchzusetzen, Foto: imago images / Nordphoto
Jeremy Dudziak (HSV) versucht sich gegen Niklas Schmidt durchzusetzen, Foto: imago images / Nordphoto

Nach 45 Minuten Spielzeit ist die Überlegenheit des Favoriten unübersehbar. Die 2:0 Führung entspricht dem Spielverlauf. Der VfL Osnabrück hat einen schweren Stand am Volkspark. Die Klasse von Männern wie Jatta, Kinsombi, Leibold und Dudziak in den entscheidenden Momenten macht den Unterschied.

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Kalte Dusche und fast ein Debakel in Halbzeit 2

Zur zweiten Halbzeit bringt VfL-Trainer Marco Grote Amenyido für David Blacha und Ulrich Taffertshofer für Lukas Gugganig. Kaum sind drei Minuten gespielt, als die siebte Ecke, von Kittel hereingegeben, per Kopf von Jatta ins linke Eck der Osnabrücker versenkt wird: 3:0 für den HSV. Nun überschlagen sich die Ereignisse. Sechs Minuten später stürmt der HSVer Vagnoman über rechts in den Strafraum von Kühn und trifft mit präzisem Flachschuss ins linke, untere Eck zur 4:0 Führung. Von nun an geht es um Schadensbegrenzung.

Marco Grote handelt: In der 59. Minute nimmt er Schmidt und Wolze aus dem Spiel und bringt Reichel und Ihorst.

Genau zwei Minuten später fällt das 5:0 für die Rothosen durch ein Eigentor von Trapp, der Kittels Hereingabe von der linken Seite ins eigene Tor lenkt. Es will scheinen, als bahne sich ein Debakel für die Gäste an. Beide Teams haben nach rund 70 Minuten ihre Wechselkontingente voll ausgeschöpft, und das Spiel beruhigt sich etwas.

Die spielerischen Mittel des VfL Osnabrück reichen einfach nicht aus, um den HSV in Verlegenheit zu bringen. Der Aufstiegsfavorit ist seinen Gästen heute Abend in allen Belangen überlegen. In der 83. Minute schließlich beeindruckt HSV-Stürmer Ambrosius mit einem schönen Fallrückzieher, den Philipp Kühn jedoch mühelos fängt. Ab der 85. Minute bemühen sich die Osnabrücker noch einmal um eine Ergebnisverbesserung und kommen zu zwei aufeinanderfolgenden Ecken. Die sich daraus ergebenden Fernschüsse landen auf den Plastikstühlen der leeren Ränge.

Als Schiedsrichter Schlager das weitgehend faire Spiel pünktlich nach 90 Minuten abpfeift ist der HSV wieder Spitzenreiter. Und für den VfL gilt die Weisheit: Nach dem Spiel ist vor dem Spiel. Gegen Aue muss gewonnen werden.

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Zahlen & Daten

Hamburger SV- VfL Osnabrück 5:0 (2:0)

Hamburger SV:

Ulreich; Vagnoman, Leistner, Ambrosius, Leibold; Heyer (74. Jung); Kinsombi, Dudziak (70. Wintzheimer); Kittel (70.Hunt), Terodde (62.Narey), Jatta (62.Wood).

VfL Osnabrück:

Kühn; Engel, Gugganig (46.U.Taffertshofer) , Beermann, Wolze (59.Reichel); Trapp, Reis (62.Henning), Blacha (46. E. Amenyido); Kerk, Schmidt (59. Ihorst); Santos.

Schiedsrichter:

Daniel Schlager (Rastatt)

Tore:

1:0 Kittel (15.Minute)

2:0 Jatta (41. Minute)

3:0 Jatta (48. Minute)

4:0 Vagnoman (54. Minute)

5:0 Trapp (Eigentor, 61. Minute)

Gelbe Karten:

Reis (52.)

Die aktuelle Tabelle (Grafik aktualisiert sich fortlaufend)

Titelfoto: Luc Ihorst lässt den Kopf hängen, Foto: imago images / Nordphoto


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Hermann Schmidt
Hermann Schmidt beobachtet den Fußball an der Hase von der Elbe aus. In Hamburg war der gebürtige Hesse lange Zeit als Verlagsmanager tätig. Zwanzig Jahre lang hat er selbst gespielt, in der Jugend als Stürmer und danach als Vorstopper in seiner Heimat und beim BFC Südring (Berlin). Schmidt ist Autor zahlreicher Fußballbücher und Biografien. Die Buchveröffentlichungen „Legenden des FC St. Pauli“ und „Männer trinken kein Fanta“ sind im Jahr 2020 erschienen. Zu seinen Lieblingsclubs gehören neben dem VfL auch Holstein Kiel, der FC St. Pauli und der 1.FC Köln.

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