„Was kostet ein Radweg“ fragte das ZDF und Stadtbaurat Otte gab eine derart ermüdende Antwort über all die verschiedenen Kostenpositionen, die er vergessen hatte in die ursprüngliche Kostenschätzung einzukalkulieren und wo er sich überall mit den tatsächlichen Kosten verschätzt hatte, dass sich das ZDF-Team genötigt sah einen schnellen Vorlauf einzubauen.

Am Ende stand bekanntlich eine knappe halbe Million Euro auf der Rechnung, für (je nach Messmethode) 145 bis 168 Meter Strecke des extrabreiten Radwegs – obwohl der Stadtrat dafür lediglich 275.000 Euro genehmigt hatte – eine Kostensteigerung um satte 56 Prozent.

2.560 Euro kostet jeder einzelne Meter der „Protected Bike Lane“, die im ZDF als „Luxus-Version“eines Radwegs bezeichnet wurde.

ZDF zeigte Beitrag gleich mehrfach im Programm

Gesendet wurde der Beitrag erstmals am Dienstag gegen Mittag in der ZDF-Drehscheibe (hier in der Mediathek). Bereits diese Ausstrahlung hatte für hektische Aktivität im Rathaus gesorgt, hausintern wurde der Link zahlreich geteilt und erreichte so auch bald unsere Redaktion.
Doch es kam noch unangenehmer für den Osnabrücker Stadtbaurat. Das ZDF ließ es sich nicht nehmen den Beitrag nochmals zur besten Sendezeit am Vorabend bei „Hallo Deutschland“ (hier in der Mediathek) zu zeigen.

Andere Sender wollen auch berichten

Aber auch andere Sender und Redaktionen sind an dem Thema dran, so soll bereits die Satiresendung extra3 (ARD) an einem eigenen Beitrag arbeiten. Und wie unserer Redaktion berichtet wurde, ist man angeblich auch bei „Mario Barth deckt auf“ (RTL) auf die kuriosen und teuren Projekte des Osnabrücker Stadtbaurat aufmerksam geworden.
Eine Nachfrage vom Bund der Steuerzahler brachte die Sache ins Rollen, nachdem Stadtkämmerer Thomas Fillep in der März-Ratssitzung erstmals die bislang öffentlich unbekannten Gesamtkosten der Maßnahme (inklusive Rohrleitungsbau und Asphaltierungsarbeiten) genannt hatte.

Erst im Februar berichtete extra3 über den Irrsinn der „Berliner Kissen“ am Westerberg. Verantwortlich auch dafür: Stadtbaurat Frank Otte.