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Donnerstag, Oktober 17, 2019



Start Sport VfL Osnabrück: Knappe, aber gerechte 0:1-Niederlage in Aue

VfL Osnabrück: Knappe, aber gerechte 0:1-Niederlage in Aue

Der FC Erzgebirge Aue eine Bereicherung für die 2. Liga

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Aue ist keine 40 Kilometer von Chemnitz entfernt, doch während sich große Teile der Fanszene des dort ansässigen CFC nach 1933 zurückzusehnen scheinen, ist das Publikum in Aue 86 Jahre weiter und längst im Hier und Jetzt angekommen. Wenn in dem wirklich gelungen renovierten und praktisch runderneuerten Erzgebirgsstadion das Steigerlied aus 10.000 Kehlen erklingt, dann hat das etwas Authentisches, Verbindendes und Friedliches an sich. Der FC Erzgebirge Aue ist mit seinen Fans und dem Umfeld längst eine Bereicherung in der zweiten Liga. Der VfL ist gerade dabei, den Auern nachzueifern.

Der VfL mit derselben Anfangsformation wie gegen Darmstadt

Der VfL begann mit derselben Elf, die vor zwei Wochen so überzeugend gegen Darmstadt aufgetreten war. Doch bei schönstem Spätsommerwetter um die 22 Grad kam die Heimelf von vornherein besser ins Spiel. Insbesondere Pascal Testroet, der einst in der Saison 2013/2014 beim VfL gespielt hatte, und Jan Hochscheidt sorgten immer wieder für Gefahr vor dem Osnabrücker Tor.


Aue begann das Spiel mit frühem Stören im Mittelfeld und erlangte eine Feldüberlegenheit, die praktisch die ganze erste Halbzeit anhalten sollte. Nicht nur Felix Agu wirkte nach seinen Länderspieleinsätzen etwas fahrig und die Auer erarbeiteten sich rasch ein klares Chancenplus. Als Marcos Álvarez nach einem Zusammenprall mit Marko Mihojevic noch auf dem Boden lag, setzte Testroet in der 9. Minute Dimitri Nazarov mit einem Kurzpass in Szene, der den Ball jedoch flach am linken Pfosten vorbeizog. Das hätte die Führung sein können.

Kühn verlieh der Abwehr wenigstens etwas Sicherheit

Die VfL-Abwehr geriet in dieser Phase wiederholt ins Schwimmen, hatte aber mit Philipp Kühn im Tor einen verlässlichen Rückhalt. So entschärfte er reaktionsschnell in der 18. Minute einen gefährlichen Freistoß von Hochscheidt ins untere linke Eck. In derselben Minute erhielt Joos van Aken nach grobem Foul an Tom Baumgart völlig zurecht die gelbe Karte.

In der 20. Minute hätte das 1:0 für Aue eigentlich fallen müssen. Hochscheidt wurde im Torraum angespielt, der den Ball auf Testroet zurückspielte, dessen etwas zu harmlos geschossenen Ball konnte Agu jedoch kurz vor der Linie klären.

Felix Agu sichert auf der Torlinie, rechts Torhüter Philipp Kühn und Pascal Testroet (Aue); Foto: Frank Kruczynski, kru-foto.de
Felix Agu sichert auf der Torlinie, rechts Torhüter Philipp Kühn und Pascal Testroet (Aue); Foto: Frank Kruczynski, kru-foto.de

In der 27. Minute spielte der hervorragend disponierte Testroet uneigennützig Calogero Rizzuto an, dessen Schuss im letzten Moment geblockt werden konnte. In der 34. Minute erhielt Kevin Wolze nach Ballverlust wegen eines taktischen Fouls an Baumgart Gelb.

Kurz darauf herrschte wieder einmal Tohuwabohu im Osnabrücker Strafraum, aber die Auer brachten das Leder nicht über die Linie und auch Hochscheidt traf in der 36. Minute aus zehn Metern nach Ballverlust von Agu nur das linke Außennetz.

Das 1:0 für Aue war nur noch eine Frage der Zeit.

Dann in der 40. Minute das überfällige 1:0 für Aue. Testroet hatte eine Flanke in den Osnabrücker Strafraum mit dem Kopf auf Baumgart abgelegt, der aus 13 Metern den Ball ins Tor wuchtete. Zwar hatte Schiedsrichter Thorben Siewer zunächst auf Abseits entschieden, doch nach zwei Minuten Wartezeit wurde das Tor nach Videobeweis gegeben, denn Testroet stand um Zehenbreite wohl nicht im Abseits. Der 1. FC Erzgebirge Aue führte 1:0, leider völlig zurecht.

Der VfL stand die erste Halbzeit permanent unter Druck und die wenigen Entlastungsangriffe konnten nicht darüber hinwegtäuschen, dass die Auer Führung völlig verdient und eher ein, zwei Tore zu niedrig ausgefallen war.

Tom Baumgart (Aue, hinten) überwindet Torhüter Philipp Kühn zum 1:0. Foto: Frank Kruczynski, kru-foto.de
Tom Baumgart (Aue, hinten) überwindet Torhüter Philipp Kühn zum 1:0. Foto: Frank Kruczynski, kru-foto.de

Die 2. Halbzeit mit starkem Beginn …

Für den rot-gefährdeten Wolze wurde Bashkim Ajdini gebracht und der VfL kam nach wenigen Minuten in der 2. Hälfte besser ins Spiel, griff die Auer eher an und nahm schlichtweg aktiver am Spielgeschehen teil. Ab der 60. Minute übernahm der VfL sogar eine Weile die Kontrolle über das Spiel. Dann fast das 1:1 – in der 65. Minute schoss Agu von der Strafraumecke, Marc Heider lenkte den Ball in Richtung Tor, der an den linken Pfosten prallte. Hoffnung keimte auf und als in der 75. Minute der Auer Rizzuto die gelb-rote Karte erhielt, schien zumindest ein Unentschieden in greifbare Nähe zu rücken. Zunächst passierte nicht viel, exemplarisch ein prima herausgespielter Angriff in der 84. Minute, der ohne Abschluss harmlos verpuffte.

… und schwachem Ende

Riesenaufregung dann in 85. Minute: Nach einem Konter passte Philipp Zulechner auf Florian Krüger, der allein auf Kühn zustürmte und vom Osnabrücker Keeper unsanft zu Fall gebracht wurde. Ein klarer Elfmeter, wenn der Schiri nicht zuvor auf Abseits entschieden hätte. Glück für den VfL und auch für Kühn, der wieder einmal eine ansonsten tadellose Leistung bot. Dass die letzte Viertelstunde mit einem Spieler mehr auf dem Platz fast ereignislos verstrich, spricht nicht für die Angriffsbemühungen des VfL in dieser Phase. Auch die eingewechselten Benjamin Girth und Nico Granatowski brachten kaum neuen Schwung in das Spiel der Osnabrücker Der VfL zeigte sich zwar in der zweiten Halbzeit verbessert – man möchte fast sagen: „Er war stets bemüht“ -, doch letztendlich ging der Sieg der Auer wegen der klareren Torchancen völlig in Ordnung.

„Lebbe geht weider …“

Der VfL hat nach sechs Spielen nun eine ausgeglichene Bilanz und steht mit neun Punkten auf dem 7. Platz. Festzuhalten bleibt auch, dass der VfL in dieser Saison noch kein Spiel wirklich klar verloren hat oder in einer Partie chancenlos untergegangen ist. Kurz: der VfL ist zwar in der 2. Bundesliga angekommen, die Realität zeigt aber auch, dass nicht nur Siege, sondern auch – und das ist zwar eine Binsenweisheit, die man aber nicht vergessen sollte – die ein oder andere Niederlage zum Alltag eines Neulings gehören. Und dennoch war das heute eine ärgerliche, weil vermeidbare Niederlage gegen einen Gegner, der lediglich mehr Einsatz zeigte.

Und sonst so? Nun, am nächsten Sonntag geht das „Lebbe weider“, und zwar in einer ausverkauften Bremer Brücke gegen den FC St. Pauli. Was will man mehr?

Zuschauer: 9.750, davon etwa 400 aus Osnabrück.
Tore: 1:0 Baumgart (40.)

VfL: Kühn – Agu (71. Granatowski), van Aken, Heyer, Wolze (46. Ajdini) – Taffertshofer, Henning (79. Girth), Blacha – Álvarez, Ouahim – Heider

Aue: Männel – Kalig, Gonther, Mihojevic, Rizzuto – Riese, Fandrich – Baumgart, Nazarov (66. Krüger), Hochscheidt (77. Kusic) – Testroet (71. Zulechner)

Die Tabelle nach dem 6. Spieltag:

Kalla Wefelhttps://kallawefel.info/
Kalla Wefel saß mit zwei Jahren zum ersten Mal auf der Trainerbank des VfL, und zwar auf dem Schoß seines Vaters „Doc“ Wefel, der 34 Jahre lang Mannschaftsarzt und Vorstandsmitglied war. Franz Beckenbauer, Uli Hoeneß, Jupp Heynkes, Gerd Müller, Paul Breitner, Lothar Matthäus, Diego Maradona und Kalla Wefel hatten denselben Fußballtrainer, nämlich Udo Lattek, der einst bei Familie Wefel ein und aus ging. Diese und viele weitere skurrile, heitere und ernste Geschichten und Anekdoten um den VfL lassen sich in seinen Büchern „Mein VAU-EFF-ELL!“ und „111 Gründe, den VfL Osnabrück zu lieben“ nachlesen. Die von ihm 2010 mit viel Aufwand produzierte CD „Wir sind der VfL“ wurde 5.000 mal verkauft und der komplette Erlös (etwa 30.000 €) ging an terre des hommes. Seine VfL-Heimatabende sind legendär. Mit „Kär, Kär, Kär!“ schrieb er das nach der Bibel und „Mein Kampf“ meistverkaufte Buch Osnabrücks. Seit über vierzig Jahren arbeitet er professionell als Kabarettist, Musiker, Journalist und Autor.



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