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VfL Osnabrück empfängt Holstein Kiel: Zwei angeschlagene Nordclubs und eine emotionale Rückkehr

Am Samstag empfängt der VfL Osnabrück an der heimischen Bremer Brücke Holstein Kiel. Ähnlich wie die Lila-Weißen sind auch die „Störche“ zuletzt etwas aus dem Tritt geraten. Kommt das Duell der angeschlagenen Nordclubs daher genau zum richtigen Zeitpunkt für den VfL?

Noch vor zwei Wochen war eigentlich alles in Ordnung in der Kieler Fußballwelt: Nach einem 3:1-Erfolg bei Hansa Rostock waren die „Störche“ mit nur einem Zähler Rückstand auf die von den zwei Hamburger Clubs belegte Tabellenspitze Dritter der 2. Bundesliga. Seitdem musste die Mannschaft von Trainer Marcel Rapp allerdings zwei unerwartete Niederlagen hinnehmen.

„Fühlt sich richtig scheiße an“

War die Heimniederlage gegen den 1. FC Nürnberg (0:2) vielleicht noch als Fehltritt einer ansonsten bislang guten Saison kleinzureden, wurde es unter der Woche im DFB-Pokal auch auf mentaler Ebene richtig bitter. Nachdem die Störche erst mit einer Aufholjagd, dann mit einem späten Ausgleich in der Nachspielzeit der Verlängerung das Aus gegen Liga-Konkurrent Magdeburg noch abwenden konnten, versagten dann gleich zwei Schützen im Elfmeterschießen (dazu später mehr) die Nerven. Entsprechend fasste Angreifer Benedikt Pichler die Stimmungslage nach dem Pokalaus zusammen: „Das Ergebnis fühlt sich richtig scheiße an.“

Besser sieht’s beim VfL auch nicht aus

Vermutlich noch etwas schlimmer sieht es vor dem Aufeinandertreffen am Samstag beim VfL Osnabrück aus. Innenverteidiger Niklas Wiemann fasst die Situation zusammen: „Die letzten beiden Spiele sind nicht so gelaufen, wir uns vorgestellt haben. Das haben wir angesprochen, analysiert und wollen jetzt dementsprechend eine Reaktion zeigen. Wir hatten bisher eine gute Trainingswoche und müssen am Wochenende auf dem Platz zeigen, dass wir es besser können. Ich glaube Kiel wird trotz der Pokal-Niederlage vollkommen regeneriert sein. Dann sind die Zeiger wieder auf Null gestellt und wir sollten alles in die Waagschale werfen, um drei Punkte an der Bremer Brücke zu behalten“.

Entsprechend verlangt auch Trainer Tobias Schweinsteiger von seiner Mannschaft eine Reaktion: „Wir haben ganz klar angesprochen, dass es nicht unser Anspruch ist, so zu spielen wie in den letzten beiden Partien. An jeden Einzelnen wurde appelliert, an sich zu arbeiten, Vollgas zu geben, die richtige Einstellung mitzubringen und das Ding umzudrehen. Wichtig ist, dass wir mit der richtigen Einstellung ins Spiel gehen, dass wir alles auf dem Platz lassen, uns wehren, versuchen spielerische Lösungen zu finden, aber auch den Kampf annehmen, um Kiel alles abzuverlangen. Die Intensität im Training war gut, wir pushen die Jungs von außen, ans Limit zu gehen. Die Jungs liefern das ab und jetzt geht es darum, positive Erlebnisse zu kreieren. Da müssen wir am Samstag ansetzen“.

Erinnerungen an den Aufstieg werden wach

Mithelfen könnte dabei wieder der zuletzt vermisste Bashkim Ajdini, der nach Verletzung große Teile der Trainings mitgemacht hat und wieder eine Option sein könnte. Apropos Personal: Auf Kieler Seite kehrt mit Ba-Muaka Simakala einer der lila-weißen Aufstiegshelden an die Bremer Brücke zurück. Der Angreifer, der mit einer Empfehlung von 19 Treffern und elf Assists im Sommer von Osnabrück nach Kiel wechselte, hat an der Ostsee allerdings bislang auf ganzer Linie enttäuscht. Nur eine Torbeteiligung in zehn Spielen stehen zu Buche, hinzu kommt ein entscheidend verschossener Elfmeter beim Pokalaus unter der Woche.

Gute Erinnerungen wird Simakala allerdings an die Bremer Brücke haben, wo er in seinem letzten Spiel für Lila-Weiß mit seinem Ausgleichstreffer in der Nachspielzeit den Weg zum Last-Minute-Ausgleich ebnete. Vielleicht setzt die Erinnerung daran positive Kräfte frei – bestenfalls auf beiden Seiten, denn nicht nur Simakala könnte sie gebrauchen.

Maurice Guss
Maurice Guss
Maurice Guss absolvierte im Herbst 2019 ein Praktikum bei der HASEPOST. Im Anschluss berichtete er zunächst als freier Mitarbeiter über spannende Themen in Osnabrück. Seit 2021 arbeitet er fest im Redaktionsteam und absolviert ein Fernstudium in Medien- und Kommunikationsmanagement. Nicht nur weil er selbst mehrfach in der Woche auf dem Fußballfeld steht, berichtet er besonders gerne über den VfL Osnabrück.

  

   

 

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