Nach Angaben des Bundesinnenministeriums und der Bundespolizei sind zahlreiche aus Afghanistan ausgeflogene Personen in den vergangenen Jahren nach Deutschland gelangt, ohne dass sie ein vollständiges Sicherheitsinterview durchlaufen haben. Wie die „Bild“ unter Berufung auf interne Daten berichtet, wurde nur ein kleiner Teil der insgesamt 36.186 seit 2021 aufgenommenen Afghanen einer umfassenden Überprüfung unterzogen.
Nur wenige Afghanen mit vollständigem Sicherheitsinterview
Wie aus Zahlen des Bundesinnenministeriums (BMI) hervorgeht, sind seit der Machtübernahme der Taliban in Afghanistan 2021 insgesamt 36.186 Afghanen über verschiedene Aufnahmeprogramme nach Deutschland gekommen. Nach einem Bericht der „Bild“ (Freitagausgabe) wurden davon lediglich rund 4.800 Personen neben der Identitäts- und Dokumentenüberprüfung zusätzlich einem sogenannten „Sicherheitsinterview“ in der deutschen Botschaft in Islamabad (Pakistan) unterzogen.
Im Rahmen dieses Interviews werden seit Mitte Juni 2023 die Betroffenen in Einzelgesprächen von Beamten des Bundeskriminalamts (BKA), der Bundespolizei, des Bundesamts für Verfassungsschutz (BfV) sowie des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge gemeinsam befragt und eingehend überprüft.
Kritik und Sicherheitslücken bei Aufnahmeverfahren
Diese verschärften Kontrollen wurden Medienangaben zufolge eingeführt, weil das Bewerbungsprozedere für die deutschen Aufnahmeprogramme zuvor vielfach als chaotisch kritisiert wurde. Nach eigenen Angaben stellte die Bundespolizei fest, dass sie zwischen Oktober 2021 und März 2023 „unter herausfordernden Bedingungen“ bereits mehr als 25.000 Aufnahmeanträge – einschließlich eingereichter Urkunden und Pässe – überprüft habe. In diesem Zeitraum habe man zunehmend „Dokumentenfälschungen, Identitätsmissbräuche und Schleusungen aufdecken und verhindern“ können, wie laut „Bild“ aus internen Vermerken der Bundespolizei hervorgeht.
Wegen dieser „massiven Sicherheitsmängel“, die von der Deutschen Botschaft an das Auswärtige Amt gemeldet wurden, wurden die verschiedenen Aufnahmeprogramme für Afghanen zwischen März und Juni 2023 zeitweise ausgesetzt.
Verpflichtende Sicherheitsinterviews erst seit Mitte 2023
Erst auf Drängen und Betreiben der Bundespolizei wurden ab Mitte Juni 2023 die umfangreichen Sicherheitsinterviews für afghanische Geflüchtete zur Pflicht. Zwischen Mitte Juni 2023 und Mitte März 2025 durchliefen gut 4.800 Afghanen diese intensiven Befragungen. Davor gelangten mehr als 31.000 Personen ohne ein solches Interview nach Deutschland, wie die „Bild“ unter Berufung auf Informationen des Bundesinnenministeriums berichtet.
Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .