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Statistik der Polizei – deutlicher Rückgang der Verkehrsunfälle in Osnabrück

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Fahrrad-Unfall an der Ecke Narupstraße/Gesmolder Straße. / Foto: Pohlmann.

Die jüngste Verkehrsunfallstatistik der Polizei zeichnet ein erfreuliches Bild: 2020 gab es 17% weniger Unfälle in der Stadt Osnabrück als im Vorjahr. Diese Entwicklung dürfte jedoch zu einem großen Teil auf die Corona-Pandemie zurückzuführen sein. 

Im Jahr 2020 krachte es insgesamt 4.052 mal auf den Straßen der Stadt Osnabrück. 2019 gab es noch 4.898 Unfälle, das bedeutet einen Rückgang von 17%. Eine wesentliche Ursache für die geringe Zahl der Unfälle dürfte die Corona-Pandemie sein, die vor allem im Frühjahr 2020 für einen deutlichen Rückgang des Verkehrsaufkommens sorgte. Auch die Zahl der Verletzten ging zurück, 2020 kamen 825 Personen bei Verkehrsunfällen zu Schaden, ein Jahr zuvor waren es noch 1002. 679 Menschen wurden 2020 im Osnabrücker Verkehr leicht verletzt, 144 Personen erlitten schwere Verletzungen. Zwei Menschen verloren 2020 im Straßenverkehr ihr Leben. In beiden Fällen handelte es sich um Radfahrerinnen, die von LKW erfasst wurden. Am 17. Januar 2020 stürzte eine 18-Jährige auf der Pagenstecherstraße mit ihrem Fahrrad, wurde von einem LKW überfahren und erlag im Krankenhaus ihren schweren Verletzungen. Am 7. Juli kollidierte ein LKW mit einer 49-jährigen Radfahrerin am Schlosswall, die Frau überlebte den Unfall nicht. Insgesamt gab es im Stadtgebiet 433 Unfälle mit LKW-Beteiligung, das sind ca. 11% aller Unfälle.

2 Menschen verloren 2020 ihr Leben auf Osnabrücks Straßen. / Foto: Polizei Osnabrück

Radfahrer leben in Osnabrück gefährlich

Osnabrück ist keine besonders sichere Stadt für Radfahrer, der ADFC-Fahrradklima-Test 2020 vergab für die Sicherheit in der Friedensstadt die Note 4,7 (mangelhaft). Die Verkehrsunfallstatistik der Polizei bestätigt diesen Eindruck. 366 Radfahrer und 96 Pedelec-Fahrer waren in Unfälle verwickelt. 272 Pedelec- und Radfahrer wurden leicht verletzt, 63 schwer. Außerdem gab es 33 Unfälle mit E-Scootern, bei denen 20 Menschen leicht verletzt wurden. Zusätzlich verunfallten 106 Fußgänger in Osnabrück, 53 von ihnen erlitten leichte Verletzungen, 21 verletzten sich schwer.

Die Zahl der verunfallten Radfahrer ist in den letzten Jahren deutlich gestiegen. / Foto: Polizei Osnabrück

Fahrrad wird immer wichtiger

Polizeioberrat Volker Schulze beobachtet einen Wandel der Mobilität in der Friedensstadt:„Die Mobilität in unseren Städten wandelt sich. Neben verkehrspolitischen Bestrebungen ist es insbesondere ein Wandel in der Gesellschaft, der zu veränderter Mobilität führt. Die Menschen wechseln ganz bewusst vom Auto oder dem ÖPNV auf das Fahrrad oder Pedelec. Die Corona-Pandemie hat diesem Wandel noch weiteren Anschub gegeben, individuelle Mobilität an der frischen Luft – ohne erhöhtes Infektionsrisiko. Im Mai 2020 wurde in Osnabrück die neue Polizeifahrradeinheit vorgestellt. Durch den Dienstalltag und die Schwerpunktkontrollen nehmen die Beamtinnen und Beamten den Verkehr regelmäßig aus dem Blickwinkel der Fahrradfahrenden wahr. Brennpunkte werden noch besser erkannt und durch gezielte Kontrollen wird versucht, diese zu entschärfen. Neben Verwarn- und Bußgeldern, wird viel auf den Dialog mit den motorisierten und unmotorisierten Verkehrsteilnehmern gesetzt. Wer Problemfälle erklärt und für Verständnis wirbt, hat am Ende häufig den größeren Beitrag für die Verkehrssicherheit geleistet. Zum Abschluss möchte ich einen persönlichen Appell an alle Fahrradfahrenden richten: Tragen Sie bitte einen Fahrradhelm. Auch wenn in Deutschland eine Helmpflicht nicht gesetzlich vorgeschrieben ist, ein Helm kann Leben retten!

Deutlicher Anstieg der erfassten Trunkenheitsfahrten

Die Osnabrücker Polizei kontrollierte 2020 zahlreiche Autofahrer, die unter dem Einfluss von Alkohol und/oder anderen Drogen standen. Die Zahl der Trunkenheitsfahrten hat im vergangenen Jahr deutlich zugenommen. 2020 wurden 282 alkoholisierte Verkehrsteilnehmer erwischt, ein Jahr zuvor waren es noch 210. In 81 Fällen kam es zu Unfällen unter Alkoholeinfluss. Die hohe Zahl der erfassten Alkoholfahrten ist teilweise auf mehr Kontrollen zurückzuführen, allein 125 Fälle entfallen auf E-Scooter, für die eine Grenze von 0,5 Promille gilt. Die Zahl der Fahrten unter Drogeneinfluss ist etwas zurückgegangen. 2019 erfasste die Polizei 325 Fälle, 2020 waren es 317. 29 mal kam es 2020 zu Unfällen unter Drogeneinfluss.

Alkohol und andere Drogen sind ein Problem im Osnabrücker Straßenverkehr. / Foto: Polizei Osnabrück

Alkohol im Straßenverkehr bereitet Sorgen

Osnabrücks leitende Polizeidirektorin Andrea Menke zieht angesichts der neuen Statistik ein gemischtes Fazit: „Die Zahl der Verkehrsunfälle in Osnabrück ist im Jahr 2020, in der Hauptsache bedingt durch die Pandemie, um 17% gesunken. Ein nachvollziehbarer Ausfluss aus der gesunkenen Verkehrsmenge. Umso mehr Sorgen macht mir deshalb der Anstieg bei den folgenlosen Fahrten unter Alkoholeinfluss. Die Dunkelziffer dürfte noch einmal ungemein höher liegen. Jede Teilnahme am Straßenverkehr unter Alkoholeinfluss gefährdet die Gesundheit und das Leben von Menschen. Wir als Polizei Osnabrück setzen uns weiterhin dafür ein, derartige Verstöße konsequent zu verfolgen und zu ahnden. Den Nutzerinnen und Nutzern von e-Scootern möchte ich sagen: e-Scooter sind kein Spielzeug. Für die Elektrokleinstfahrzeuge gelten dieselben Promillegrenzen wie für Autos und andere Kraftfahrzeuge. Verkehrssicherheit ist nicht allein Aufgabe der Polizei, sie ist ein gesamtgesellschaftliches Anliegen. Nur gemeinsam können auf diesem wichtigen Gebiet weitere Erfolge erzielt werden. Auch in 2021 und während der Corona-Pandemie. Bleiben Sie gesund!“

Lukas Brockfeld
Lukas Brockfeld ist seit dem Sommer 2019, erst als Praktikant und inzwischen als fester Mitarbeiter, für die Redaktion der HASEPOST unterwegs.

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