Die geplante Abschaffung der „Stoffstrombilanzierung“ durch die Union und SPD hat scharfe Kritik von Wasser- und Umweltverbänden hervorgerufen. Ein Bündnis aus dem Dachverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW), der Gewerkschaft Verdi und mehreren Umweltverbänden warnt vor den Folgen dieser Maßnahme und fordert mehr Transparenz bei der Nitratbelastung im Grundwasser.
Proteste gegen Lockerung der Düngeregeln
Ein Appell, über den die Zeitungen des „Redaktionsnetzwerks Deutschland“ berichten, verdeutlicht die Sorgen der Verbände: „Die Streichung der Stoffstrombilanz-Verordnung ist die falsche Strategie zur Umsetzung des von der EU-Kommission geforderten Wirkungsmonitoring“. Die Stoffstrombilanz wird dabei als „unentbehrliche Datengrundlage“ beschrieben, die für mehr Transparenz über den Nitrat-Ausstoß sorgen soll.
Herausforderung für die Landwirtschaft
Die aktuellen Regelungen zu den Stoffstrombilanzen verpflichten Landwirte, die eingeführten und abgegebenen Nährstoffe zu dokumentieren. Diese Praxis soll helfen, die Nitrat-Konzentration im Grundwasser besser nachzuvollziehen. Besonders Niedersachsen und Mecklenburg-Vorpommern haben mit hohen Nitratwerten in den als „rote Gebiete“ bekannten Regionen zu kämpfen. Die EU-Kommission fordert seit Langem strengere Maßnahmen zum Gewässerschutz in Deutschland, und kürzlich hat das Bundesverwaltungsgericht mehrere Bundesländer zur Umsetzung solcher Maßnahmen verpflichtet.
Appell für mehr Dialog
Martin Weyand, BDEW-Hauptgeschäftsführer Wasser/Abwasser, betont gegenüber dem RND die Bedeutung der roten Gebiete, die im Rahmen der letzten großen Koalition zur Vermeidung eines Vertragsverletzungsverfahrens der EU eingeführt wurden. Er warnt vor Rückschritten bei Transparenz und Nitratminderung und fordert stattdessen den Beginn eines breiten gesellschaftlichen Dialogs über das Düngerecht.
Der Deutsche Bauernverband hingegen kritisiert die Stoffstrombilanzen aufgrund des damit verbundenen bürokratischen Aufwands. Trotz dieser Einwände bleibt die Diskussion über die Balance zwischen landwirtschaftlichen Interessen und Umweltschutzmaßnahmen aktuell und drängend.
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