Der Ring Christlich-Demokratischer Studenten (RCDS) Osnabrück unterstützt nachdrücklich die Pläne zur Einführung eines privaten Medizinstudiengangs in Osnabrück. Aus Sicht des Verbandes sei die Etablierung „ein einzigartiger Erfolg bei der Bekämpfung des voranschreitenden Ärztemangels, insbesondere in ländlichen Regionen“, wie es in einer Mitteilung heißt. Damit positioniert sich der RCDS deutlich gegen die kritische Haltung des Allgemeinen Studierendenausschusses (AStA) und linker Hochschulgruppen.
Kritik an Vorwurf sozialer Ungleichheit
Während Gegnerinnen und Gegner des Projekts vor allem die private Ausgestaltung und damit verbundene soziale Ungleichheit bemängeln, sieht der RCDS darin eine verkürzte Sichtweise. „Das größere soziale Risiko ist die drohende ärztliche Unterversorgung ganzer ländlicher Regionen“, heißt es in der Stellungnahme. Für den Studentenverband sei es wichtiger, die medizinische Versorgung zu sichern, als das Vorhaben mit grundsätzlicher Ablehnung zu blockieren.
Unterstützung aus Politik und Universität
Die Pläne für den neuen Studiengang erhalten auch Rückendeckung von der Präsidentin der Universität Osnabrück, Prof. Dr. Susanne Menzel-Riedl, sowie von Oberbürgermeisterin Katharina Pötter. Beide betonen die Chancen, die mit der Einrichtung eines modernen Studiengangs in der Region verbunden sind. Dass die Kommunalpolitik mehrere Millionen Euro in das Projekt investieren möchte, sei laut RCDS „nicht auf eine undifferenzierte Ablehnungshaltung zu stoßen, sondern als Aufwertung des Universitätsstandortes Osnabrück zu begreifen und zu honorieren“.
Signalwirkung für die Region
Der RCDS wirft dem AStA vor, mit seiner ablehnenden Haltung ein falsches Zeichen zu setzen: „Der AStA hätte anscheinend lieber gar keinen als einen privaten Medizinstudiengang – ein verheerendes Signal.“ Angesichts der Tatsache, dass das Land einen staatlich finanzierten Studiengang ablehnt, sieht der RCDS im privaten Modell die einzig realistische Chance, das Medizinstudium nach Osnabrück zu holen und damit langfristig der Unterversorgung entgegenzuwirken.