Die Polizei fahndet nach diversen betrügerischen Anrufen mit einer Aufnahme der Stimme des Anrufers, der sich am Telefon als Polizist ausgibt. Die Bevölkerung wird um Mithilfe gebeten.

In einem Fall, kurz vor Heiligabend 2016, wurde ein 81-jähriger Mann aus Osnabrück Opfer eines falschen Polizisten und verlor dadurch 15.000 Euro an den Gauner. Der Rentner erhielt am Samstagnachmittag vor Weihnachten einen Anruf von einem angeblichen „Kriminalbeamten Wagner aus Osnabrück“.

Ein falscher Polizist, der sich „Wagner“ nennt

Auch bei der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland werden aktuell diverse Fälle wegen Amtsanmaßung bearbeitet, bei denen sich Anrufer unter Nutzung einer nicht existenten Nummer als Polizei- und Kriminalbeamte ausgeben. Genau wie in Osnabrück, gibt der im Norden gesuchte Täter am Telefon den Namen „Wagner“ an.

Hier der Tonaufnahme der Polizei:

Unter anderem wurden am Sonntag, 26.03.2017, in den Abendstunden in Wilhelmshaven neun ältere Menschen von einem Mann angerufen, der sich als Polizeibeamter und mit dem Namen Thomas Wagner vorstellte. Er sei angeblich vom Bundeskriminalamt und rufe an, weil in Wohnortnähe des Angerufenen zwei Einbrecher festgenommen wurden. Bei den Tätern hätte man Zettel gefunden, auf denen die Namen und Adressen des Angerufenen notiert seien.
In dem weiteren Gesprächsverlauf versuchte der Anrufer außerdem das mögliche Barvermögen, Schmuck bzw. andere Wertsachen, ausfindig zu machen.

Immer die gleiche Masche der Täter

„Die Masche der Täter ist immer gleich. Um an das Vermögen der Opfer zu gelangen, werden die Angerufenen durch eine professionelle Gesprächsführung unter Druck gesetzt. Außerdem ist es grundsätzlich möglich, dass jede beliebige Telefonnummer im Display erscheint. Straftäter haben so die Möglichkeit, sich ohne Misstrauen als Polizei- oder Kriminalbeamte auszugeben“, erklärt Andrea Papenroth, Polizeisprecherin der Polizeiinspektion Wilhelmshaven/Friesland.

Bei den Anrufen werden im Display nicht existente Nummern bzw. die Rufnummer 110 oder die Nummer der Polizei Wilhelmshaven angezeigt. Hier handelt es sich um eine weitere Betrugsmasche, dem sogenannten „Spoofing“.

In den vorliegenden Fällen blieb es zum Glück beim Versuch. Im Rahmen der Ermittlungen konnte die Stimme des Anrufers aufgezeichnet werden.
Das Amtsgericht gab nun auf Antrag der Staatsanwaltschaft die Tonbandaufnahme des Drohanrufes zur Öffentlichkeitsfahndung frei.

Die Polizei bittet um Zeugenhinweise unter der Rufnummer 04421/942-0.