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Neuzugang und ein Weggänger: Das hat sich bisher in der Winterpause beim VfL Osnabrück getan

Symbolbild: VfL Osnabrück
Symbolbild: VfL Osnabrück / Pohlmann

Das Transferfenster im Winter ist noch bis zum 2. Februar geöffnet. Schon jetzt hat der VfL Osnabrück drei personelle Neuigkeiten bekannt gegeben und startet mit einer verstärkten Offensive in die Rückrunde im Aachener Tivoli am 17. Januar.

Leihe von Arminia Bielefeld: Julian Kania

Der VfL Osnabrück verstärkt seine Offensive für die Rückrunde: Julian Kania wechselt auf Leihbasis von Zweitligist DSC Arminia Bielefeld an die Bremer Brücke. Der 24-jährige Stürmer steht seit dem Sommer 2024 bei Arminia Bielefeld unter Vertrag und hatte mit 14 Treffern in der vergangenen Drittliga-Saison maßgeblichen Anteil am Aufstieg der Ostwestfalen in die 2. Bundesliga. Auch im DFB-Pokal 2024/25 setzten der DSC und Kania mit dem Einzug ins Finale ein Ausrufezeichen. Auf dem Weg nach Berlin kam Kania in vier Partien zum Einsatz und erzielte dabei zwei Tore im Achtelfinale gegen den SC Freiburg sowie bei der knappen 2:4-Niederlage im Pokalfinale gegen den VfB Stuttgart, wo der Angreifer nur zwei Minuten nach seiner Einwechslung traf.

Julian Kania
Der VfL Osnabrück leiht Offensivspieler Julian Kania von Arminia Bielefeld zur Rückrunde 2026. / Foto: VfL Osnabrück

Vor seinem Wechsel nach Bielefeld hatte sich Julian Kania in der Regionalliga Bayern in den Fokus gespielt: Für die Zweitvertretung des 1. FC Nürnberg kam er in 32 Einsätzen auf 25 Tore und neun Vorlagen.

Neue Torhoffnung beim VfL Osnabrück

Beim VfL soll der groß gewachsene Mittelstürmer nun nach acht Einsätzen in der 2. Bundesliga (ein Treffer) in der Hinrunde als zusätzliche Optionen und Verstärkung für das Offensivspiel der Lila-Weißen agieren. Joe Enochs, Direktor Fußball beim VfL, sagt zur Verpflichtung: „Julian bringt mit seiner Physis und seinem Torinstinkt Eigenschaften mit, die unserem Offensivspiel guttun werden. Wir haben uns sehr früh um ihn bemüht und freuen uns, dass wir den Wechsel gemeinsam mit dem Spieler und den Verantwortlichen des DSC realisieren konnten. Julian kennt die 3. Liga und hat hier mit 14 Toren in 34 Partien seine Abschlussstärke bereits eindrucksvoll unter Beweis gestellt.“

Daniel Latkowski, Technischer Direktor beim VfL, ergänzt: „Der Wintertransfermarkt ist hart umkämpft. Daher sind wir sehr glücklich, dass sich Julian trotz mehrerer Optionen für uns entschieden hat. Er ist die absolute Wunschlösung auf dieser Position gewesen.“

Neuer Vertrag und eine Hochzeit um Weihnachten

Auch Kania blickt mit Vorfreude auf seine neue Aufgabe: „Ich freue mich sehr auf den VfL und eine hoffentlich erfolgreiche Rückrunde. Joe, Daniel und Timo haben sich wirklich sehr um mich bemüht und mich davon überzeugt, dass die Spielweise des VfL gut zu mir passen kann. Ich freue mich schon sehr auf den Trainingsstart.“ Am Samstag, 27. Dezember, unterschrieb Kania seinen Vertrag beim VfL. Auch wenn die Gespräche bereits am vergangenen Wochenende abgeschlossen waren, musste die Unterschrift noch einige Tage warten – aus gutem Grund: Am Montag, 22. Dezember, feierte der Angreifer die Hochzeit mit seiner Frau Lola.

Nikky Goguadze verlässt VfL Osnabrück

Nach einem Jahr im Trikot des VfL wechselt Nikky Goguadze zurück in die Regionalliga Nord. Der niederländische Stürmer wird in der Rückrunde für die Zweitvertretung vom FC St. Pauli auf Torejagd gehen.  Daniel Latkowski, Technischer Direktor beim VfL Osnabrück, sagt zum Transfer: „Nikky ist in dieser Saison bisher auf wenig Spielzeit gekommen, sodass wir eine gute Lösung für alle Seiten gesucht haben. Diese haben wir nun vergleichsweise schnell gefunden. Nikky wird uns nicht nur als Typ positiv in Erinnerung bleiben, sondern ganz sicher auch wegen seines Doppelpacks damals in Hannover.“ Goguadze wechselte in der Winterpause der letzten Saison vom Bremer SV mit einer außergewöhnlichen Trefferquote in der Regionalliga Nord nach Osnabrück. Im Jahr 2025 kam der Stürmer für den VfL auf acht Einsätze, in denen er zwei Treffer erzielte. Der VfL Osnabrück wünscht Nikky Goguadze alles Gute für seine Zukunft.

AFP

Bundesjustizministerin: Terrorverdacht nach Brandanschlag auf Berliner Stromleitungen

Stefanie Hubig
Stefanie Hubig (Archiv) / via dts Nachrichtenagentur

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) hat nach dem Brandanschlag auf Stromleitungen in Berlin-Lichterfelde konsequente Ermittlungen angekündigt. Nach ihren Worten deuten aktuelle Erkenntnisse auf einen möglichen terroristischen Hintergrund der Tat hin, weshalb der Generalbundesanwalt die Ermittlungen übernommen hat.

Bundesjustizministerin Stefanie Hubig (SPD) hat mit Blick auf den Brandanschlag auf Stromleitungen in Berlin-Lichterfelde die Bedeutung einer entschlossenen strafrechtlichen Aufarbeitung betont. „Nach den aktuellen Erkenntnissen spricht viel dafür, dass der Brandanschlag in Berlin-Lichterfelde einen terroristischen Hintergrund hatte“, sagte Hubig der „Rheinischen Post“ (Mittwochsausgabe). „Deshalb ist es konsequent, dass der Generalbundesanwalt die Ermittlungen übernommen hat.“

Hinweise auf möglichen terroristischen Hintergrund

Hubig verwies in dem Interview mit der „Rheinischen Post“ auf die derzeitige Einschätzung der Sicherheitsbehörden. Nach den Worten der Bundesjustizministerin rechtfertigen die bisherigen Erkenntnisse die Einstufung des Falls als mögliches Terrorgeschehen. Die Übernahme der Ermittlungen durch den Generalbundesanwalt bezeichnete sie als folgerichtig.

„Gravierende Folgen für viele zehntausende Menschen“

„Der Brandanschlag hatte und hat gravierende Folgen für viele zehntausende Menschen“, so Hubig in der „Rheinischen Post“. Deshalb müsse und werde der Rechtsstaat mit der gebotenen Entschlossenheit sämtliche zulässigen Mittel einsetzen, um die Täter zu ermitteln und zur Verantwortung zu ziehen, sagte die Bundesjustizministerin der Zeitung.

Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .

AFP

Welcome to Napoli: Neue Pizza-Adresse in der Altstadt von Osnabrück

Welcome to Napoli
Bald heißt es in der Krahnstraße: Welcome to Napoli. / Foto: Dominik Lapp

In der Krahnstraße zieht bald wieder Leben ein. Wo bis zum vergangenen Sommer das Restaurant „Moment’s“ beheimatet war, kündigt sich mit „Welcome to Napoli“ eine neue kulinarische Adresse an. Das italienische Restaurant verspricht authentischen Geschmack, lange Teigruhe und ein Konzept, das weit über Pizza hinausgeht.

Pizza wie in Neapel

Neapolitanische Pizza steht im Mittelpunkt des Angebots. Die Betreiber lassen auf Instagram bereits tief blicken: 72 Stunden ruht der Teig, bevor er bei 481 Grad im Ofen gebacken wird. „Echte Zutaten, echter Geschmack“, lautet das selbstbewusste Versprechen. Ergänzt wird die Pizza-Karte durch täglich frisch zubereitete Pasta, Antipasti und Salate – alles hausgemacht und klar italienisch geprägt.

Am Wochenende abends Fokus auf Cocktails

Auch ohne offiziellen Eröffnungstermin gibt das Schaufenster schon einen Vorgeschmack auf den geplanten Betrieb. Montags bleibt das Restaurant geschlossen, von Dienstag bis Donnerstag ist von 16:30 bis 23:00 Uhr geöffnet. Am Wochenende wird es deutlich länger: Freitags und samstags geht der Betrieb bis 2:00 Uhr nachts, sonntags ist von 16:00 bis 22:30 Uhr geöffnet.

Während Pasta bis 23:00 Uhr angeboten wird, stehen danach Pizza, Antipasti und Salate auf der Karte. Zur späten Stunde rücken vor allem Cocktails in den Fokus: „Welcome to Napoli“ will also nicht nur Restaurant, sondern auch Treffpunkt für den späten Abend sein. Wann genau es losgeht, ist noch offen.

AFP

Deutschland senkt Emissionen 2025 leicht, verfehlt Klimavorgaben

Windräder (Archiv)
Windräder (Archiv) / via dts Nachrichtenagentur

Deutschlands Treibhausgasemissionen sind im Jahr 2025 leicht zurückgegangen. Nach vorläufigen Berechnungen der Denkfabrik Agora Energiewende sanken sie um neun Millionen Tonnen beziehungsweise 1,5 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf insgesamt 640 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente. Damit liegen die Emissionen um 49 Prozent unter dem Referenzjahr 1990, das nationale Jahresemissionsziel für 2025 wird eingehalten. Insgesamt fiel die Minderung jedoch weniger als halb so hoch aus wie noch 2024.

Leichter Rückgang, Ziel für 2025 wird eingehalten

Nach den am Mittwoch veröffentlichten vorläufigen Zahlen von Agora Energiewende gingen die Treibhausgasemissionen in Deutschland im Jahr 2025 auf 640 Millionen Tonnen CO2-Äquivalente zurück. Das entspricht einem Minus von neun Millionen Tonnen beziehungsweise 1,5 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Im Vergleich zum Referenzjahr 1990 liegen die Emissionen damit 49 Prozent niedriger. Wie aus der Auswertung von Agora Energiewende hervorgeht, hält die Bundesrepublik damit das nationale Jahresemissionsziel für 2025 ein. Zugleich weist die Denkfabrik darauf hin, dass die Minderung insgesamt weniger als halb so hoch ausfiel wie noch im Vorjahr.

Industrieeinbruch und Solarrekorde als Haupttreiber

Die Emissionsminderung 2025 ergibt sich laut Agora Energiewende zum einen aus Produktionsrückgängen in der energieintensiven Industrie. Diese seien bedingt durch eine andauernde Nachfrageschwäche und die angespannte Lage an den Weltmärkten. Zum anderen trug eine Rekorderzeugung von Solarstrom zu dem Rückgang bei. Die Energiewirtschaft konnte 2025 jedoch vor allem witterungsbedingt weniger Minderungen als in den Jahren zuvor erreichen, heißt es in den vorläufigen Zahlen von Agora Energiewende.

Mehr Emissionen im Verkehr und bei Gebäuden

Im Verkehr und bei Gebäuden sind die Emissionen 2025 laut Agora-Schätzung gestiegen. Bei Gebäuden nahm der Öl- und Erdgasverbrauch zum Heizen aufgrund eines kalten Jahresbeginns zu und ließ die Emissionen in diesem Bereich um drei Millionen Tonnen CO2 beziehungsweise 3,2 Prozent im Vergleich zum Vorjahr ansteigen. Ein etwas höherer Kraftstoffverbrauch steigerte die Verkehrsemissionen um zwei Millionen Tonnen CO2 beziehungsweise 1,4 Prozent gegenüber 2024. Nach den bisher verfügbaren Daten verfehlt die Bundesrepublik damit abermals die europäischen Klimaschutzvorgaben um rund 30 Millionen Tonnen CO2, wie Agora Energiewende mitteilt.

Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .

AFP

Grünen-Chef attackiert Innenminister Dobrindt nach Berliner Stromanschlag

Alexander Dobrindt
Alexander Dobrindt (Archiv) / via dts Nachrichtenagentur

Der Grünen-Bundesvorsitzende Felix Banaszak hat Bundesinnenminister Alexander Dobrindt (CSU) scharf für dessen Reaktion auf den Anschlag auf das Berliner Netz und den anschließenden Stromausfall kritisiert. Banaszak wirft dem Minister fehlende konkrete Beiträge zur Bewältigung der Lage und mangelnden Schutz kritischer Infrastrukturen vor.

Kritik an Dobrindts Aussagen zum Linksterrorismus

Grünen-Bundesvorsitzender Felix Banaszak kritisiert Innenminister Alexander Dobrindt (CSU) für dessen Aussagen zum Anschlag auf das Berliner Netz und dem anschließenden Stromausfall. Dobrindt hatte vor einem Erstarken des Linksterrorismus gewarnt und mehr Befugnisse für Sicherheitsbehörden eingefordert.

Gegenüber der „Bild“ warf Banaszak Dobrindt vor, seiner Verantwortung nicht gerecht zu werden. Wörtlich sagte er der Zeitung: „Statt markiger Sprüche ohne Substanz aus dem fernen Seeon erwarte ich vom Bundesinnenminister, dass er nach Tagen des Nichtstuns einen konkreten Beitrag zur Lagebewältigung in Berlin leistet. Der Bevölkerungsschutz fällt genau in seinen Aufgabenbereich.“

Forderung nach besserem Schutz der Infrastruktur

Von Dobrindt forderte Banaszak insbesondere stärkere Anstrengungen beim Schutz der kritischen Infrastruktur. „Es muss doch jetzt darum gehen, mit gemeinsamen Kräften den Menschen vor Ort bestmögliche Hilfe zukommen zu lassen. Auch erwarte ich, dass Herr Dobrindt endlich erkennt, dass die kritischen Infrastrukturen – wie z.B. die Stromnetze – besser geschützt werden müssen.“

Es gelte zudem, die Hintergründe der Tat umfassend aufzuklären, so Banaszak gegenüber der „Bild“. Er sagte weiter: „Es ist nicht akzeptabel, dass wir nach Jahren und zahlreichen gefährlichen Aktionen noch immer kein Bild über die linksextreme sogenannte `Vulkangruppe` haben. Offenbar hat der Bundesinnenminister keine Ahnung, wie er dieser Bedrohung begegnen soll.“

Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .

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Digitale Identität zwischen Regulierung und Alltag – warum Europa jetzt den Kurs bestimmt

Geldbörse
Geldbörse

Ob beim Online-Banking, beim Arztbesuch oder beim Login ins Bürgerkonto – digitale Identität wird in Europa gerade neu definiert. Nach Jahren nationaler Insellösungen entsteht mit dem European Digital Identity Wallet ein verbindlicher Standard, der den Alltag von Bürgerinnen, Behörden und Unternehmen tiefgreifend verändern wird.

Was das EUDI Wallet ist – und wo es steht

Digitale Wallets sind längst Alltag. Ob Apple Wallet oder Google Wallet – Millionen Menschen speichern heute ihre Bezahlkarten, Fahrkarten oder Eintrittstickets direkt im Smartphone. Parallel dazu existiert ein ganz anderer Wallet-Begriff aus der Kryptoökonomie: Bitcoin Wallets und universelle Lösungen speichern kryptografische Schlüssel und ermöglichen direkte Transaktionen, ganz ohne Bank oder Plattform. Zu den besten Bitcoin Wallets gehören sowohl Hard- als auch Software Wallets – egal welcher Typ, gute Wallets sollten einfach zu bedienen sein. 

In den USA können Führerscheine bereits digital hinterlegt werden, und auch in Europa werden diese Systeme zunehmend für amtliche Nachweise geöffnet. Meta wiederum verknüpft über das Programm Meta Verified digitale Identitätsprüfung mit Zahlungen und Profilmanagement – eine Form kommerzieller Selbstverifikation.

Der Begriff Wallet steht für Selbstverwaltung, Zugänglichkeit und Kontrolle – aber auch für Fragmentierung, Abhängigkeit und fehlende Standards. Genau hier setzt das European Digital Identity Wallet an. Die Idee: Jede EU-Bürgerin und jeder Bürger soll künftig eine offizielle digitale Brieftasche besitzen, die Ausweis-, Steuer-, Gesundheits- und Zahlungsdaten sicher verwalten kann. Seit April 2023 laufen Pilotprojekte mit hunderten Teilnehmern aus über 25 EU-Mitgliedstaaten sowie Norwegen, Island und der Ukraine.

Die gesetzliche Grundlage – die Verordnung 2024/1183 – trat am 20. Mai 2024 in Kraft.
Bis Ende 2026 müssen alle Mitgliedstaaten mindestens eine nationale Wallet-Lösung bereitstellen; erste Anwendungen für Bürgerinnen und Bürger sind ab 2026/2027 vorgesehen. Damit setzt Europa auf ein öffentlich kontrolliertes Identitätssystem, das Datenschutz, Interoperabilität und Alltagstauglichkeit zusammenführen soll.

MiCA, DORA und DSA – Regulierung als Vertrauensarchitektur

Die Einführung des Wallets steht im Kontext einer neuen europäischen Digitalpolitik.
Seit Mitte 2024 treten die MiCA-Regeln schrittweise in Kraft, bis Ende 2025 gelten sie vollständig. MiCA verlangt Registrierung, Kapitalnachweise und Sachkundezertifikate – ein Schritt, der Finanzinnovationen rechtssicher macht, statt sie zu bremsen.

Parallel dazu sorgt die DORA-Verordnung dafür, dass Banken und FinTechs ihre IT-Systeme regelmäßig auf Cyber-Risiken prüfen. Und der Digital Services Act, seit Februar 2024 voll wirksam, verpflichtet große Plattformen zur Transparenz bei Algorithmen und Werbung – ein Meilenstein für Nutzerrechte. Diese drei Gesetze bilden gemeinsam das Rückgrat eines europäischen Digitalmarkts, der Vertrauen nicht dem Markt überlässt, sondern technisch und rechtlich absichert.

Dass Datenschutz längst mehr ist als eine Fußnote, zeigt das Beispiel Google:
Am 20. Oktober 2025 erklärte das Unternehmen seine Privacy Sandbox offiziell für gescheitert. Nach Jahren der Debatte gab Google auf, Drittanbieter-Cookies technisch zu blockieren, weil das System weder Werbeindustrie noch Regulierenden genügte.
Das zeigt: Freiwillige Selbstregulierung stößt an Grenzen, wenn wirtschaftliche Interessen und Datenschutz kollidieren. Europa setzt deshalb auf rechtlich durchgesetzte Standards, etwa über die Datenschutz-Grundverordnung und das EUDI Wallet.

Digitale Ethik und Gesellschaft – Verantwortung lernen

Technik allein genügt nicht. Mit der Verbreitung von KI und datengetriebenen Systemen wächst die Verantwortung, digitale Kompetenzen und ethisches Bewusstsein zu fördern. Während große Plattformen wie Google oder Microsoft Identität technisch deuten – etwa über Universal Ledger oder Entra ID – legt Europa die politischen Koordinaten fest: Vertrauen durch Recht, nicht durch Marktmacht. Das EUDI Wallet, MiCA, DORA und DSA sind keine Einzelmaßnahmen, sondern Bausteine einer gemeinsamen digitalen Infrastruktur, in der Bürgerinnen, Unternehmen und Verwaltungen auf derselben Grundlage agieren.

Gerade Mittelstand und Verbraucher profitieren davon: weniger Passwort-Chaos, klar geregelte Haftung, interoperable Systeme. 

Auch auf regionaler Ebene tut sich viel. Das Land Niedersachsen investiert über das Programm „Digitaler Ort Niedersachsen“ bis 2026 rund 300 Millionen Euro in Breitband, eGovernment-Anwendungen und Cloud-Zugänge für Kommunen. Digitale Infrastruktur wird so zur Grundlage einer neuen Form regionaler Daseinsvorsorge – schnell, sicher, nachvollziehbar.

Programme wie „KI macht Schule“ oder „Niedersachsen Digital mitgestalten“ bringen hier Medienkompetenz, Datensouveränität und kritisches Denken. Wenn Schüler, Eltern und Unternehmen verstehen, wie Algorithmen Entscheidungen treffen, entsteht ein neues Gleichgewicht zwischen Technologie und Gesellschaft.

Auch die Universität Osnabrück spielt in dieser Entwicklung eine Rolle.
Im Frühjahr 2025 startete dort das Projekt „KI in der Landwirtschaft der Zukunft“ – gefördert durch das niedersächsische Ministerium für Wissenschaft und Kultur. Ziel ist, KI-Modelle zur präzisen Düngung und Schädlingsfrüherkennung zu entwickeln, die auf Blockchain-gestützten Datenfeeds basieren. Digitalität ist keine Zukunftsvision mehr, sondern tägliche Praxis – und sie braucht Regeln, um Vertrauen zu schaffen. Mit dem EUDI Wallet, der MiCA-Verordnung, DORA, dem DSA und regionalen Initiativen in Niedersachsen entsteht derzeit ein digitaler Binnenmarkt, der Verantwortung und Innovation versöhnt.  Europa bestimmt damit nicht nur den Kurs für Technik – sondern auch für das Verständnis von Freiheit im digitalen Raum.

 

Quellen:

https://ec.europa.eu/digital-building-blocks/sites/spaces/EUDIGITALIDENTITYWALLET/pages/694487738/EU%2BDigital%2BIdentity%2BWallet%2BHome

 

https://commission.europa.eu/strategy-and-policy/priorities-2019-2024/europe-fit-digital-age/european-digital-identity_en

 

https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/policies/eudi-wallet-implementation

 

https://identityweek.net/18-months-to-launch-is-europe-ready-for-the-eu-digital-id-wallet/

 

https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2024/1183/oj/eng

 

https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2023/1114/oj

 

https://www.esma.europa.eu/sites/default/files/2025-07/ESMA35-1872330276-2380_Final_Report_on_MiCA_Guidelines_on_knowledge_and_competence.pdf

 

https://eur-lex.europa.eu/eli/reg/2022/2554/oj

 

https://digital-strategy.ec.europa.eu/en/policies/digital-services-act-package

 

https://www.meta.com/de-de/meta-verified/?srsltid=AfmBOoqywPVYlhTQjPgZA9Y_TeqS2VvWpQniUxISQpUsecs4aZN184l4

 

https://wallet.google/digitalid/

 

https://ec.europa.eu/digital-building-blocks/sites/spaces/EUDIGITALIDENTITYWALLET/pages/791609471/What+is+the+Wallet

 

https://support.apple.com/en-us/102467

 

https://ec.europa.eu/digital-building-blocks/sites/spaces/EUDIGITALIDENTITYWALLET/pages/694487738/EU%2BDigital%2BIdentity%2BWallet%2BHome

 

https://www.dfki.de/en/web/applications-industry/competence-centers/smart-agriculture-technologies



AFP

Kassenärztechef fordert kriegstüchtiges Gesundheitssystem für Deutschland

Krankenhaus Flur
Foto: dts

Kassenärztechef Andreas Gassen fordert angesichts des andauernden Ukraine-Krieges eine bessere Vorbereitung des deutschen Gesundheitswesens auf mögliche militärische Konflikte. Vor allem der Schutz kritischer Infrastruktur und ein Konzept zur Nutzung aller ärztlichen Strukturen seien bislang unzureichend geregelt, wie Gassen in der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) kritisiert.

Warnung vor unzureichender Vorbereitung

Kassenärztechef Andreas Gassen sieht das deutsche Gesundheitswesen auf schwere Krisenlagen nicht eingestellt. „Auf einen Angriff mit Tausenden Opfern, nach dem zur Versorgung Verwundeter auch die Praxen gebraucht würden, sind wir nicht ansatzweise vorbereitet“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung (KBV) der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (NOZ). „Auch vier Jahre nach dem russischen Überfall auf die Ukraine gibt es kein Konzept des Bundes zur optimalen Nutzung aller ärztlichen Strukturen und zur Lösung von Problemen der Lagerung.“

Auch die militärmedizinischen Strukturen reichten aus Sicht des KBV-Chefs für eine umfassende Krisenbewältigung nicht aus. Und auch wenn er die Sanitätseinheiten der Bundeswehr für fachlich und technisch gut aufgestellt hält: „Als `kriegstüchtig` wäre unser gesamtes Gesundheitswesen, wie wohl das ganze Land, bestimmt nicht zu bezeichnen“, sagte er.

Nicht eingelöste Ankündigungen im Gesundheitsministerium

Ex-Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte wegen Russlands Krieg gegen die Ukraine schon im März 2024 ein Gesetz angekündigt, um die medizinische Versorgung in Deutschland „auch für eventuelle militärische Konflikte besser aufzustellen“. Dazu ist es bis heute nicht gekommen. Über konkrete Pläne von Lauterbach-Nachfolgerin Nina Warken (CDU) ist nichts bekannt.

Schutz der Infrastruktur und Register-Vorschlag

Besonders großen Handlungsbedarf sieht Gassen beim Schutz der Infrastruktur. „Wobei wir alle blank sind, das ist die hybride Kriegsführung, etwa wenn die Versorgung mit Strom oder Wasser unterbrochen würde. Also wo gibt es – neben den Kliniken – Standorte mit ausreichend Stromgeneratoren und Wasserversorgung, die autonom versorgt wären?“, sagte der KBV-Chef.

Die meisten niedergelassenen Ärzte in Deutschland wären für einen Einsatz in Kriegsgebieten „kaum zu gebrauchen“ und müssten auch die normale Versorgung so gut es geht weiter leisten, sagte Gassen, der selbst Notfallarzt war, weiter. „Aber womöglich könnten Reservisten aus den Kliniken im Verteidigungsfall einberufen werden. Wer könnte sie dann im Krankenhaus ersetzen?“ Seine Anregung: „Ein bundesweites, gegebenenfalls freiwilliges Register mit allen relevanten Informationen darüber, welcher Mediziner in einem solchen Fall wo und wofür eingesetzt werden könnte, wäre vielleicht sinnvoll.“

Die Kassenärztlichen Vereinigungen seien nach seinen Angaben gerade dabei, einen einheitlichen Kenntnisstand zu erarbeiten. „Wir stehen hierzu im Austausch mit der Bundeswehr und hatten vor wenigen Tagen Kollegen aus der Ukraine bei uns, um von ihren Erfahrungen zu lernen“, berichtete der KBV-Chef in der „NOZ“. „Es ging um harte Fragen: Was passiert, wenn die erste Bombe fällt? Dann geht es nicht allein um die Versorgung Verletzter. Es kommt ja auch die Zerstörung der Infrastruktur hinzu.“ Besonders eindrücklich seien die Schilderungen der ukrainischen Kollegen darüber gewesen, „dass Russland neben der Zivilbevölkerung und der Infrastruktur für Energie und Wasser auch gezielt Kliniken und Mediziner angreift“.

Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .

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Ricarda Lang zieht in Petitionsausschuss des Bundestags ein

Ricarda Lang
Ricarda Lang (Archiv) / via dts Nachrichtenagentur

Ex-Grünen-Chefin Ricarda Lang übernimmt eine neue Aufgabe im Bundestag: Die Abgeordnete wird Mitglied im Petitionsausschuss. Der Ausschuss gilt als wichtige Schnittstelle zwischen Parlament und Bevölkerung, weil sich dort Bürgerinnen und Bürger mit ihren Anliegen direkt an den Bundestag wenden können.

Lang wird Mitglied im Petitionsausschuss

Die frühere Grünen-Parteivorsitzende Ricarda Lang übernimmt im Bundestag eine neue parlamentarische Aufgabe und wird Mitglied im Petitionsausschuss. „Wenn wir es ernst meinen mit dem gläsernen Parlament – einem Bundestag, der für die Menschen zugänglich und verständlich ist – dann kommt dem Petitionsausschuss eine zentrale Aufgabe zu“, sagte Lang den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochsausgaben).

Der Petitionsausschuss sei in gewisser Weise das legislative Gegenstück zur Glaskuppel auf dem Dach des Reichstagsgebäudes, führte die Grünen-Politikerin weiter aus. „Hier kann jeder in Deutschland einen Blick in den Bundestag werfen, seine Ideen einbringen, Reformen vorschlagen – und so womöglich ganz neue Gesetze anstoßen, die das Leben der Menschen besser machen“, erklärte sie laut Funke-Mediengruppe.

Bürgernähe als zentrales Motiv

Lang begründete ihre Entscheidung, künftig in diesem Ausschuss mitzuarbeiten, mit dem Wunsch nach einem unmittelbaren Austausch mit der Bevölkerung. „Ich freue mich sehr darauf, noch unmittelbarer mit denjenigen ins Gespräch zu kommen, für die wir Politik machen“, sagte sie den Funke-Zeitungen. Die entsprechende Entscheidung in der Grünen-Fraktion fiel nach ihren Angaben vor Weihnachten.

Politische Funktionen und thematische Schwerpunkte

Die 31-Jährige ist seit 2021 Bundestagsabgeordnete. Lang ist Mitglied des Ausschusses für Arbeit und Soziales und stellvertretendes Mitglied im Haushaltsausschuss. Seit ihrem Rücktritt vom Parteivorsitz der Grünen im Herbst 2024 hat sie wiederholt Mechanismen thematisiert, die die Kluft zwischen Wählern und Gewählten vergrößerten.

Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .

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CDU-Sozialflügel fordert Kurswechsel von Kanzler Merz

Friedrich Merz
Friedrich Merz (Archiv) / via dts Nachrichtenagentur

Der Chef des CDU-Sozialflügels, Dennis Radtke, fordert von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) eine Kurskorrektur. Angesichts einer aus seiner Sicht negativen Stimmung im Land mahnt er eine veränderte Themensetzung und Kommunikation der Union an. Zugleich sieht er die CDU in der Pflicht, ihre Rolle als Europa-Partei stärker auszufüllen.

Radtke mahnt Kurskorrektur an

CDU-Sozialflügelchef Dennis Radtke betonte, die CDU stehe zwar nicht punktlos am Tabellenende. „Dennoch muss man die negative Stimmung im Land sehr ernst nehmen und die Themensetzung und Kommunikation anpassen“, sagte Radtke den Zeitungen der Funke-Mediengruppe (Mittwochsausgaben). In einer Phase, in der die regelbasierte internationale Ordnung durch das Recht des Stärkeren abgelöst werde, müsste seiner Einschätzung nach eigentlich die Stunde der Europa-Partei CDU schlagen, so Radtke.

Reaktion auf Schreiben von Kanzler Merz

Der CDU-Europapolitiker reagierte damit unter anderem auf ein Schreiben von Bundeskanzler Friedrich Merz an die Abgeordneten von Union und SPD. In diesem Schreiben hatte Merz erklärt, 2026 müsse sich die Koalition darauf konzentrieren, „die richtigen politischen und gesetzlichen Entscheidungen zu treffen, um die Standortbedingungen durchgreifend zu verbessern“. Nur so könne die deutsche Wirtschaft wieder wachsen und aus der Krise herauskommen.

Dreiklang aus Wirtschaft, Sozialem und Europa

Aus Radtkes Sicht geht es demgegenüber um einen Dreiklang aus Wachstum, sozialer Sicherung und Zusammenhalt sowie Frieden und Sicherheit. „Wirtschaft, Zukunft der sozialen Sicherungssysteme und Europa müssen eigentlich die drei großen Themen sein für 2026“, sagte Radtke den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .

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Strompreis-Prognose 2026: Terminmarktpreise vs. Entwicklung der günstigsten Stromverträge

Stromleitung
Stromleitung / HartmutStein/pixabay

Die Preise für Stromverträge mit Preisgarantie sind in Deutschland seit September 2025 bis aktuell um bis zu rund 2 ct/kWh gefallen – das zeigt der Strompreisvergleich von Einfachvergleichen.de. Gleichzeitig spricht vieles dafür, dass das Preisniveau für Stromverträge mit Festpreis im Jahr 2026 insgesamt ähnlich bleibt, weil der Terminmarkt Strom (Strom Futures) das Jahr 2026 seit Monaten auf einem vergleichbaren Niveau einpreist.

Strompreisentwicklung Anfang 2026: Rückgang seit September 2025

Im Datensatz von Einfachvergleichen.de ist der Durchschnittspreis der günstigsten Stromanbieter (12 Monate Preisgarantie) von 31,9 ct/kWh im August 2025 auf 30,4 ct/kWh im September und 30,1 ct/kWh im Oktober 2025 gefallen (jeweils inkl. 19 % MwSt.). Das entspricht einem Rückgang von rund 1,8 ct/kWh innerhalb von etwa zwei Monaten. Seitdem ist das Strompreisniveau weitgehend stabil geblieben und liegt aktuell im Januar 2026 bei rund 30,3 ct/kWh.

Die Preisentwicklung basiert auf den 100 größten Städten Deutschlands, nach Bevölkerung gewichtet, und nutzt die jeweils günstigsten verfügbaren Tarife aus 15 verschiedenen Stromvergleichsseiten.

Zeitlich passt dieser Rückgang zur politischen und regulatorischen Diskussion rund um eine Entlastung bei den Netzentgelten für 2026. Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber veröffentlichten am 1. Oktober 2025 vorläufige Übertragungsnetzentgelte für 2026 und verwiesen dabei auf den geplanten Bundeszuschuss von 6,5 Mrd. Euro. Daraus ergab sich rechnerisch eine Senkung der durchschnittlichen Übertragungsnetzentgelte von 6,65 ct/kWh auf 2,86 ct/kWh – also um 3,79 ct/kWh.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher wirken allerdings nicht nur Übertragungsnetzentgelte, sondern auch Verteilnetzentgelte und weitere Bestandteile. Eine Stichprobe (u. a. zitiert von Welt unter Verweis auf die Bundesnetzagentur) deutet auf eine durchschnittliche Entlastung eher im Bereich von ~2 ct/kWh hin – also in etwa in dem Korridor, den Einfachvergleichen.de auch bei den günstigsten Vertragspreisen beobachtet.

Terminmarkt Strom und weitere Kostenkomponenten: Signale für ein ähnliches Kostenniveau Ende 2025 und 2026

Einfachvergleichen.de erstellt eine Strompreisprognose für Stromverträge mit Preisgarantie auf Basis der Preisentwicklung am Terminmarkt Strom (deutsche EEX Strom Futures).

Ergebnis: Stand 7. Januar 2026 sollte ein 12-Monats-Stromvertrag (inkl. 19 % MwSt.) etwa kosten:

  • 30,3 ct/kWh bei Vertragsstart Februar 2026
  • 30,4 ct/kWh bei Vertragsstart Juli 2026
  • 30,3 ct/kWh bei Vertragsstart Januar 2027

Diese „fast flache Linie“ ist wichtig: Sie zeigt, dass der Terminmarkt derzeit keine starke Preisbeschleunigung bei neuen Haushaltsstromverträgen für 2026 einpreist.

Um das besser einzuordnen, hilft der Blick auf die Preistreiber im Arbeitspreis (ct/kWh) eines Stromvertrags. Laut der Analyse machen die Terminmarktpreise (EEX Futures) bei einem Stromvertrag mit Preisgarantie grob ~40 % der Gesamtkosten aus (jeweils inkl. 19 % MwSt.). Daneben stehen zwei weitere große Blöcke, die zusammen den Endpreis prägen:

  • Nationale Abgaben & Umlagen & Stromsteuer (bundesweit weitgehend einheitlich geregelt)
  • Regionale Netzentgelte & Konzessionsabgabe (abhängig vom lokalen Netzbetreiber und je nach Region teils deutlich unterschiedlich)

Für 2026 zeigen die regulierten Bestandteile nur kleine Nettoveränderungen gegenüber 2025: Die §19 StromNEV-Umlage bleibt nahezu unverändert (1,558 → 1,559 ct/kWh), während die Offshore-Netzumlage steigt (0,82 → 0,94 ct/kWh) und die KWKG-Umlage ebenfalls anzieht (0,28 → 0,45 ct/kWh). Die Stromsteuer bleibt bei 2,05 ct/kWh, also auf dem Niveau von 2025.

Unterm Strich ist die Botschaft für 2026 damit recht klar: Die Absicherungskosten über den Terminmarkt wirken stabil, und auch die bundesweiten Abgaben und Umlagen verändern sich nur moderat. Das spricht dafür, dass neue 12-Monats-Preisgarantieverträge im Jahr 2026 insgesamt auf einem ähnlichen Preisniveau bleiben – mit spürbaren Unterschieden vor allem dort, wo regionale Netzentgelte und Konzessionsabgaben den Ausschlag geben.

Die Margen-Story: warum dynamische Stromtarife 2026 attraktiver wirken können

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass selbst der günstigste Stromvertrag mit Preisgarantie oft noch eine merkliche Anbietermarge enthält. Einfachvergleichen.de schätzt im Durchschnitt eine Marge von rund 4 ct/kWh (13 %) für Stromverträge mit Preisgarantie für 12 Monate.

Diese Marge wird berechnet, indem ein modellierter „All-in-Kostenblock“ (Terminmarkt Strom + nationale Abgaben/Umlagen/Stromsteuer + regionale Netzentgelte & Konzessionsabgabe) vom beobachteten günstigsten Vertragsniveau abgezogen wird – basierend auf einem Städtesample mit Dortmund (Dortmunder Netz), Köln (RheinNetz), Hamburg (Hamburger Energienetze), München (Stadtwerke München) und Berlin (Stromnetz Berlin).

Zusätzlich weist die Seite darauf hin, dass am Terminmarkt für Strom typischerweise eine positive Risikoprämie auftreten kann: Strom Futures liegen langfristig im Schnitt oft einige Prozent über den später realisierten Spotpreisen. Vereinfacht gesagt kann „Preis fixieren“ damit systematisch teurer sein als der reine Spot-Einkauf – noch bevor Margen im Endkundentarif eine Rolle spielen.

Zusätzlich zur Stromanbieter Marge (z. B. 13 %) und einer möglichen Risikoprämie am Terminmarkt Strom (z. B. bis zu 10 %) gibt es einen dritten Vorteil dynamischer Stromtarife: den Einfluss des Verbrauchszeitpunkts auf die Stromrechnung. Spotpreise sind häufig nachts am niedrigsten und morgens sowie am frühen Abend am höchsten – Haushalte, die ihren Verbrauch verschieben können (z. B. E-Auto laden, Wärmepumpe, elektrische Heizung, Haushaltsgeräte später laufen lassen), haben daher mehr Möglichkeiten, von typischen Spotpreismustern zu profitieren. Dynamische Stromtarife sind damit nicht unbedingt deshalb attraktiv, weil sie zu jeder Stunde günstiger sind, sondern weil flexible Haushalte ihren durchschnittlichen Arbeitspreis von Strom durch gutes Timing senken können – und zugleich weniger für die „Versicherung“ zahlen, die in Stromverträgen mit Festpreis häufig steckt.

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