Angesichts der aktuellen Wetterlage und der Vorhersagen für die kommenden Stunden fällt am Freitag (9. Januar) der Unterricht an allen allgemeinbildenden Schulen in der Stadt und im Landkreis Osnabrück aus. Die Entscheidung wurde am frühen Donnerstagnachmittag bekannt gegeben, um Eltern sowie Schülerinnen und Schülern möglichst früh Planungssicherheit zu geben.
Distanzunterricht an den Berufsbildenden Schulen
Während der Präsenzunterricht an Grundschulen, weiterführenden Schulen und Förderschulen komplett entfällt, setzen die Berufsbildenden Schulen in Stadt und Landkreis auf Distanzunterricht. Der Unterricht soll dort wie geplant stattfinden, allerdings digital von zu Hause aus.
Betreuung in den Schulen gewährleistet
Für Familien, die keine Möglichkeit haben, ihre Kinder zu Hause zu betreuen, gibt es dennoch ein Angebot: Schülerinnen und Schüler, die trotz Unterrichtsausfalls in die Schulen kommen, werden dort betreut. Die Verantwortlichen stellen sicher, dass niemand unversorgt bleibt.
Nach dem versuchten Tötungsdelikt in der Osnabrücker Ellerstraße am Dienstagabend (6. Januar) laufen die Ermittlungen der Polizei weiterhin auf Hochtouren. Ein 48 Jahre alter Mann war gegen 22:45 Uhr Opfer eines schweren Gewaltverbrechens geworden.
Tatverdächtiger dem Haftrichter vorgeführt
Im Zuge der weiteren Ermittlungen nahm die Polizei einen 31 Jahre alten Mann als Tatverdächtigen fest. Am Mittwoch wurde dieser einer Haftrichterin vorgeführt. Sie erließ einen Untersuchungshaftbefehl, so dass sich der Mann nun in Haft befindet.
Hintergründe noch unklar
Zu den genauen Umständen der Tat und den Hintergründen machen Polizei und Staatsanwaltschaft derzeit noch keine weiteren Angaben. Die Ermittlungen zum Tatablauf dauern an, ebenso die Auswertung von Zeugenaussagen und Spuren.
Unbekannte Passantin könnte entscheidend sein
Besondere Bedeutung kommt einer bislang unbekannten Passantin zu. Nach Angaben der Polizei hat diese Frau die Tat beobachtet und einen anderen Zeugen auf die Situation aufmerksam gemacht, der schließlich die Polizei verständigte. Die Ermittler hoffen, durch ihre Aussage wichtige Hinweise zu erhalten.
Polizei bittet um Hinweise
Die Polizei Osnabrück bittet die gesuchte Passantin sowie weitere mögliche Zeugen, sich zu melden. Hinweise werden unter den Telefonnummern 0541/327-2215 oder 0541/327-3103 entgegengenommen.
Michael Kretschmer (Archiv) / via dts Nachrichtenagentur
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) fordert eine grundsätzliche Überprüfung der Klimaziele der EU und warnt vor negativen Folgen für den Wirtschaftsstandort Europa. Die derzeitigen Vorgaben seien in der vorgesehenen Zeit nicht zu erreichen und hätten aus seiner Sicht gravierende Auswirkungen auf Industrie und Energiepreise.
Kritik an EU-Klimazielen und Warnung vor Deindustrialisierung
Michael Kretschmer (CDU) hält die aktuellen Klimavorgaben der Europäischen Union für unrealistisch. „Die Klimaziele sind in der verkürzten Frist nicht erreichbar“, sagte er dem Sender ntv. Zugleich warnte der sächsische Regierungschef vor den wirtschaftlichen Konsequenzen der bisherigen Linie: „Sie führen zu einer Deindustrialisierung“, warnte der CDU-Politiker.
Aus Kretschmers Sicht sollte die EU ihre langfristigen Zielmarken anpassen. „Und die EU muss ebenfalls überprüfen, ob es nicht notwendig ist, bis 2050 80 statt 100 Prozent CO2-Ausstoß zu reduzieren. Dann hätten wir eine ganze Menge Luft gewonnen und die Kosten für den Umbau wären wesentlich niedriger“, erklärte er bei ntv.
Im Dezember hatte die EU vereinbart, bis 2040 bereits 90 Prozent CO2 im Vergleich zu 1990 einzusparen. Mit Blick auf diese Vorgabe sagte Kretschmer: „Wenn wir schon bis 2040 bei 90 Prozent Einsparung im Vergleich zu 1990 sein wollen, haben wir keine Möglichkeiten, bei Wohnungsbau, Industrie und Energie flexibel zu sein“, warnte Kretschmer gegenüber ntv.
Forderung nach Überprüfung von CO2-Preis und Zertifikatehandel
Konkret verlangte Kretschmer, den CO2-Preis neu zu bewerten. „Die CO2-Abgabe kann so nicht funktionieren. Der Zertifikate-Handel muss schnell überprüft werden, weil jetzt Investitionsentscheidungen getroffen werden“, sagte er ntv. Anpassungen hält er für notwendig, ohne das System grundsätzlich infrage zu stellen: „Ich spreche von anpassen. Zwischen null und eins gibt es ja noch Spielraum.“
Gleichzeitig betonte der CDU-Politiker seine Unterstützung für den grundsätzlichen Kurs beim Klimaschutz. „Klimaschutz ist wichtig und das Ziel 2050 bleibt richtig“, stellte er klar. Energie dürfe dabei jedoch kein „knappes, teures Gut“ sein, wie er im Gespräch mit ntv sagte.
Kritik am geplanten Industriestrompreis der Bundesregierung
Über die Klimaziele hinaus äußerte sich Kretschmer kritisch zum geplanten Industriestrompreis der Bundesregierung. „Wenn wir jetzt einen Industriestrompreis von fünf Cent anstreben, aber allein die Netzkosten deutlich höher liegen, haben wir eine Schere. Wie lange wollen wir das wegsubventionieren?“, fragte der Regierungschef im Interview mit ntv.
Zur Frage möglicher künftiger Energieimporte aus Russland nahm Kretschmer ebenfalls Stellung. Die Frage nach einer Wiederaufnahme russischer Gasimporte stelle sich derzeit nicht, sagte der Regierungschef dem Sender ntv.
Nach dem heftigen Wintereinbruch in Deutschland warnt der Feuerwehrverband vor Spaziergängen in Wäldern und Alleen sowie vor Leichtsinn auf zugefrorenen Gewässern. Zugleich spricht sich der Deutsche Lehrerverband gegen eine pauschale bundesweite Aussetzung des Präsenzunterrichts aus und verweist auf regionale Entscheidungen und die Verantwortung der Eltern.
Warnungen vor instabilen Bäumen und gefährlichen Eisflächen
Nach den starken Schneefällen in Deutschland rät Vizepräsident Hermann Schreck vom Deutschen Feuerwehrverband dringend davon ab, Wälder und Alleen zu betreten. „Jeder sollte bei hohem Schneefall Wälder und Alleen meiden“, sagte Schreck der „Rheinischen Post“ (Freitagsausgabe). Aufgrund der Schneemassen seien die Gefahren durch instabile Bäume und herabfallende Äste sehr groß, so der Experte.
Schreck mahnte zudem zu besonderer Vorsicht beim Betreten von zugefrorenen Seen. Trotz der anhaltenden Eiseskälte sei nicht automatisch von einer sicheren Eisdecke auszugehen. „Wenn das Eis knistert und knackt, Risse aufweist oder schwallweise Wasser auf die Oberfläche tritt, bedeutet das: nicht betreten“, sagte der Vizepräsident der „Rheinischen Post“. Dies gelte insbesondere, wenn die Eisfläche durch Schnee bedeckt sei und mögliche Schwachstellen kaum sichtbar seien.
Der Feuerwehrverband empfiehlt nach den Worten von Schreck, ausschließlich freigegebene Flächen zu nutzen. Betreten werden sollten daher auch nur „von den Behörden freigegebene Eisflächen“, so Schreck gegenüber der „Rheinischen Post“.
Präsenzunterricht soll Ausnahme bleiben
Der Präsident des Deutschen Lehrerverbands, Stefan Düll, spricht sich angesichts der winterlichen Lage gegen eine bundesweite Aussetzung des Präsenzunterrichts aus. „Distanzunterricht sollte auf die entsprechenden Notfälle beschränkt bleiben“, sagte Düll der „Rheinischen Post“ (Freitagsausgabe).
Nach Einschätzung von Düll ist die Situation in den verschiedenen Regionen unterschiedlich. „Die Lage stellt sich für die einzelnen Landesteile verschieden dar.“ Die Entscheidung über Schulschließungen liege bei den Kommunen und den jeweiligen Kultusministerien der Länder. Zudem hätten Schulleitungen die Möglichkeit, Schulschließungen eigenständig anzuordnen.
Auch Eltern hätten Spielraum für eigene Entscheidungen, betonte Düll. „Darüber hinaus können Eltern entscheiden, ihr Kind zu Hause zu behalten und die Schule entsprechend zu informieren, wenn sie den Schulweg als ein ernsthaftes Risiko ansehen“, sagte Düll der „Rheinischen Post“.
Studierende in Niedersachsen können sich freuen: Seit Jahresbeginn gibt es in den Hochschul- und Universitätsmensen wieder das Niedersachsen-Menü für 2,50 Euro. Das günstige Angebot steht täglich auf dem Speiseplan – auch in Osnabrück.
Politik bringt günstiges Essen zurück
Durchgesetzt wurde die Rückkehr des Menüs von der Grünen-Landtagsfraktion gemeinsam mit der SPD. „Gute Bildung braucht auch eine bezahlbare Verpflegung. Wer gut isst, kann besser studieren“, sagt die Osnabrücker Grünen-Abgeordnete Anne Kura.
Breite Auswahl in den Mensen
Das Niedersachsen-Menü war bereits in der Corona-Zeit eingeführt worden. Nun bieten die Studierendenwerke es wieder flächendeckend an. Seit dem 5. Januar 2026 gibt es täglich ein warmes Essen – vegan, vegetarisch oder mit Fleisch und Fisch.
Soziales Signal für Studierende
Für Volker Bajus, ebenfalls Landtagsabgeordneter der Grünen aus Osnabrück, ist klar: „Das Niedersachsen-Menü ist mehr als eine kurzfristige Entlastung. Es zeigt, dass Politik einen Unterschied im Alltag von Menschen machen kann.“
Der SPD-Politiker Dirk Wiese sieht die schwarz-rote Koalition in der Steuerpolitik nicht in einer grundsätzlichen Auseinandersetzung. Im Zusammenhang mit der erwarteten Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zur Erbschaftssteuer betont er die Bereitschaft zur Zusammenarbeit mit dem Koalitionspartner und stellt die Position der SPD dar.
Kein Steuer-Streit in der Koalition
Für den parlamentarischen Geschäftsführer der SPD-Bundestagsfraktion, Dirk Wiese, ist die schwarz-rote Koalition beim Thema Steuern nicht auf Kollisionskurs. „Nein, das sind wir nicht“, sagte er den Sendern RTL und ntv.
In der Diskussion um eine Reform der Erbschaftssteuer sehe er Einigungspotenziale. In den nächsten Wochen werde es ein Urteil aus Karlsruhe zur aktuellen Erbschaftsbesteuerung geben. „Und dieses Urteil aus Karlsruhe wird gesetzlichen Handlungsbedarf mit sich bringen, weil wir im Rahmen der Erbschaftssteuer eine Vielzahl an Ausnahmen und Verschonungsregeln haben, die nach allem, was ich höre, nicht mit dem Grundgesetz in Einklang zu bringen sind.“ Danach müsse genau geschaut werden, wie diese Lücken geschlossen werden könnten.
SPD will hohe Vermögen stärker heranziehen
„Uns als SPD geht es darum, dass nicht das Einfamilienhaus der Familie irgendwie von der Erbschaftssteuer zusätzlich belastet wird. Uns geht es darum, dass sehr, sehr hohe Einkommen, also wirklich extremst hohe Vermögen bei uns im Land, ihren Beitrag zur Finanzierung des Allgemeinwohls leisten. Und dass wir das Geld nicht in einem Steuertopf verschwinden lassen wollen, sondern damit gezielt die Bildung im Land stärken wollen.“
Das sei wichtig für die Zukunft und für den wirtschaftlichen Erfolg der nächsten Jahre. „Dieses Geld von sehr hohen Vermögen in die Bildung zu investieren durch eine Reform der Erbschaftssteuer, darüber werden wir mit unserem Koalitionspartner sprechen, wenn das Urteil aus Karlsruhe da ist.“
CDU-Plakat mit Sven Schulze und Reiner Haseloff am 07.01.2026 / via dts Nachrichtenagentur
Ministerpräsident Reiner Haseloff (CDU) will sein Amt in Sachsen-Anhalt nun offenbar doch vorzeitig an Landeswirtschaftsminister Sven Schulze (CDU) übergeben. Das berichten am Donnerstag die „Mitteldeutsche Zeitung“ (MZ) und die Magdeburger „Volksstimme“ unabhängig voneinander. Demnach soll Schulze Ende Januar im Landtag zum Ministerpräsidenten gewählt werden, wofür Haseloff zuvor sein Amt aufgeben will.
Vorzeitiger Wechsel an der Regierungsspitze
Entgegen früherer Ankündigungen plant Reiner Haseloff damit offenbar einen vorzeitigen Rückzug aus dem Amt. Laut „Mitteldeutsche Zeitung“ will sich Sven Schulze Ende Januar im Landtag zum Ministerpräsidenten wählen lassen, wofür Amtsinhaber Haseloff entsprechend zuvor den Posten aufgeben soll. Die CDU regiert in Magdeburg zusammen mit SPD und FDP in der sogenannten Deutschlandkoalition.
Abstimmung in den Koalitionsparteien
Für kommenden Montag sind laut „Mitteldeutsche Zeitung“ Parteiführungstreffen aller drei Koalitionsparteien geplant, in denen das Manöver abgestimmt werden soll. Haseloff ist seit April 2011 Ministerpräsident und damit der dienstälteste Regierungschef in Deutschland.
Der aus Wittenberg stammende Haseloff hatte im vergangenen Jahr angekündigt, seine Partei nicht noch einmal in einen Landtagswahlkampf führen zu wollen und stattdessen Schulze vorgeschlagen. Schulze ist seit 2021 Landesminister für Wirtschaft, Tourismus, Landwirtschaft und Forsten sowie CDU-Landesvorsitzender.
CDU-Kampagne als Signal
Die CDU hatte in Sachsen-Anhalt zuletzt die Kampagne „Frohes neues Gesicht“ mit Plakaten gestartet, auf denen Haseloff und Schulze gemeinsam abgebildet sind.
Der Deutsche Wetterdienst warnt vor starken Schneeverwehungen in Norddeutschland, die zu unpassierbaren Straßen und Schienenwegen führen können. Betroffen sind insbesondere Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg, die Warnungen gelten zunächst bis Samstag. Darüber hinaus rechnet der Wetterdienst mit weiteren Unwetterlagen, darunter Glatteis in Bayern und orkanartige Böen im Schwarzwald.
Schneeverwehungen im Norden
Der Deutsche Wetterdienst warnt vor starken Schneeverwehungen in Norddeutschland. Diese könnten für unpassierbare Straßen und Schienenwege sorgen, teilte der Wetterdienst am Donnerstag mit. Betroffen sind insbesondere die Bundesländer Schleswig-Holstein, Niedersachsen und Hamburg. Die Warnungen gelten zunächst bis Samstag, eine Verlängerung sowie Ausdehnung auf weitere Gebiete ist möglich.
Deutschland steht laut Wetterdienst zunehmend unter dem Einfluss atlantischer Tiefdruckgebiete, was zu einem Zustrom milderer Atlantikluft im Süden und Westen führt, während es im Norden und Osten kalt bleibt. In der Nacht zum Freitag nähert sich das Sturmtief „Elli“ aus Westen.
Glatteisgefahr in Bayern
In Bayern wurde auch eine Vorabinformation vor unwetterartigem Glatteis ausgegeben. Der Wetterdienst erklärte, dass in der Nacht zum Freitag teilweise Unwetterwarnungen erwartet werden.
Orkanartige Böen im Schwarzwald
Zusätzlich ist in den Hochlagen des Schwarzwaldes muss mit orkanartigen Böen, teils auch Orkanböen gerechnet werden.
Marion Gentges (Archiv) / via dts Nachrichtenagentur
Die baden-württembergische Justiz- und Migrationsministerin Marion Gentges (CDU) kritisiert eine aus ihrer Sicht unfaire Verteilung von Flüchtlingen aus der Ukraine innerhalb Europas. Sie verweist insbesondere auf eine stärkere Belastung Deutschlands und Baden-Württembergs und fordert andere EU-Staaten zu mehr Engagement auf. Gentges erwartet zugleich, dass viele Ukrainer nach einem möglichen Kriegsende Deutschland wieder verlassen werden.
Gentges dringt auf faire Verteilung der Flüchtlinge in Europa
Die baden-württembergische Justiz- und Migrationsministerin Marion Gentges (CDU) hat eine unfaire Verteilung von Flüchtlingen aus der Ukraine in Europa bemängelt. „Sollte der Zuzug anhalten, wird es darauf ankommen, dass wir in Europa zu einer fairen Verteilung der Flüchtlinge kommen“, sagte sie dem Nachrichtenmagazin Focus.
Nach ihren Angaben sei der entsprechende Verteilungsmechanismus in der sogenannten Massenzustromsrichtlinie bislang nicht aktiviert worden. „Bisher wurde der entsprechende Verteilungsmechanismus in der `Massenzustromsrichtlinie` nicht aktiviert, da man davon ausging, dass die Menschen sich von selbst innerhalb Europas verteilen würden“, sagte Gentges dem Nachrichtenmagazin Focus.
Sorge vor steigender Zahl junger Männer in Deutschland
Die CDU-Politikerin geht davon aus, dass sich diese Annahme künftig nicht mehr halten lasse, insbesondere wegen der vermehrt aus der Ukraine kommenden Männer. „Es ist wahrscheinlich, dass sie sich nicht gleichmäßig innerhalb Europas verteilen, sondern in großer Zahl nach Deutschland kommen werden, um bei ihren Familien zu sein“, so Gentges gegenüber dem Nachrichtenmagazin Focus. Daraus leitet sie eine verstärkte Notwendigkeit für eine gerechtere Aufteilung ab: Deshalb sei es umso wichtiger, „dass wir jetzt zu einer gerechten Verteilung der Flüchtlinge innerhalb Europas kommen“, sagte sie dem Nachrichtenmagazin Focus.
In Deutschland leben derzeit etwa 1,25 Millionen Flüchtlinge aus der Ukraine. Seit August kamen nach Lockerung der Ausreisesperre dort vermehrt junge Männer.
Kritik an Frankreich und Erwartung einer Rückkehr nach Kriegsende
Gentges forderte insbesondere Frankreich auf, sich stärker an der Aufnahme von Schutzsuchenden aus der Ukraine zu beteiligen. „Wenn ich zu den französischen Nachbarn schaue, muss ich feststellen, dass Baden-Württemberg inzwischen fast doppelt so viele ukrainische Schutzsuchende aufgenommen hat wie die gesamte Grande Nation“, sagte sie dem Nachrichtenmagazin Focus. Dies entspreche „keiner fairen Verteilung“.
Zugleich machte Justizministerin Gentges ihre Erwartung deutlich, dass Ukrainer nach einem möglichen Ende des Krieges Deutschland wieder verlassen. „Wer einen Schutzstatus besitzt, wird diesen nach dem Ende des Krieges verlieren“, sagte sie dem Nachrichtenmagazin Focus.
Friedrich Merz (Archiv) / via dts Nachrichtenagentur
Nach dem Anschlag auf die Stromversorgung in Berlin hat Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) eine umfassende Auswertung der Abläufe und der Widerstandsfähigkeit der Infrastruktur angekündigt. Nach seiner Darstellung habe es im konkreten Vorgehen keinen Anlass zur Kritik gegeben, zugleich stellte er strukturelle Defizite bei der Absicherung der Versorgungsnetze in Aussicht. CSU-Chef Markus Söder rückte in der Debatte die Einstufung der Tat als Linksterrorismus in den Vordergrund und nahm Berlins Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) in Schutz.
Merz kündigt Analyse der Krisenreaktion an
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) erklärte nach der Klausur der CSU-Landesgruppe in Seeon, an den Abläufen nach dem Anschlag auf die Stromversorgung in Berlin sei „nichts zu kritisieren“. „Wir hätten das wahrscheinlich nicht viel besser machen können, als es so gemacht wurde. Wir müssen uns allerdings in Zukunft mit der Frage beschäftigen, ob wir widerstandsfähig genug sind gegen solche Anschläge“, sagte Merz laut der Agenturmeldung.
Er betonte, man könne die Infrastruktur nicht lückenlos schützen, verwies aber auf die Notwendigkeit von Ausweichmöglichkeiten. „Man könne die Infrastruktur nicht lückenlos schützen, aber man brauche Redundanzen. ‘Die gab es in Berlin offensichtlich nicht im erforderlichen Umfang.’“ Für die Zukunft kündigte Merz an: Man werde „ausführlich analysieren“, was man für den Wiederholungsfall besser machen könne.
Debatte um Verantwortung in Berlin
CSU-Chef Markus Söder nahm unterdessen Berlins Regierenden Bürgermeister Kai Wegner (CDU) in Schutz, der mitten in der Krise am Samstag eine Stunde Tennis spielen war. Es gehe „um Linksterrorismus und nicht um eine Stunde Tennis spielen“, so Söder. Der Linksterrorismus sei stärker zurück, als man sich das vorstellen könne, und zwar mit „fundamentalen Auswirkungen“. „Da liege der Schwerpunkt der Diskussion“, so Söder.