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Hunderttausende Mittelständler vor Schließung wegen fehlender Nachfolge

Büro durch ein Fenster fotografiert
Foto: dts

Jedes vierte mittelständische Unternehmen in Deutschland erwägt, nach dem Ausscheiden der heutigen Senior-Generation die Geschäftstätigkeit einzustellen. Das zeigt eine aktuelle Sonderauswertung des KfW-Mittelstandspanels, über die die Zeitungen der Funke-Mediengruppe berichten. Demnach droht eine große Zahl an Unternehmensschließungen bis Ende des Jahrzehnts, während parallel viele Betriebe um eine geeignete Nachfolge ringen.

Hunderttausende Betriebe ohne Fortführungspläne

Von den Unternehmern, die ihren Rückzug aus der Firma bis Ende 2029 planen, streben der Studie zufolge 569.000 keine Fortführung des Unternehmens an. Das entspricht jährlich rund 114.000 Geschäftsaufgaben. Demgegenüber planen 545.000 mittelständische Unternehmen bis 2029 eine Nachfolgeregelung, was etwa 109.000 Unternehmen im Jahr entspricht.

Als Hauptgrund für Schließungspläne nennen die Unternehmenslenker ihr Alter. Im Jahr 2025 waren 57 Prozent der mittelständischen Unternehmerschaft 55 Jahre oder älter. Vor 20 Jahren waren es lediglich 20 Prozent. Zugleich nennen 47 Prozent der Befragten mit Stilllegungsplänen als Grund, dass es in ihrer Familie kein Interesse an einer Fortführung, etwa durch die Kinder, gebe. Außerdem nennen 42 Prozent zu viel Bürokratie als einen Grund, wieso sie die Schließung planen. Das sind zwölf Prozentpunkte mehr als im Vorjahr und so viele wie noch nie.

Nachfolge, Verkauf und steigende Kaufpreise

Von den Inhabern, die eine Nachfolge planen, erwägen 42 Prozent einen externen Verkauf. Wer innerhalb der nächsten fünf Jahre eine Nachfolge plant, will laut Studie im Durchschnitt einen Verkaufspreis von 499.000 Euro erzielen. Vor sechs Jahren waren es noch 372.000 Euro. Preisbereinigt entspricht das einem Plus von rund 9,5 Prozent.

Appell an mehr Gründungsbereitschaft

„Deutschlands Wirtschaft kämpft um seine internationale Wettbewerbsfähigkeit“, sagte Dirk Schumacher, Chefvolkswirt der KfW, den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Die mittelständischen Unternehmen sind bekanntermaßen das Rückgrat der deutschen Wirtschaft.“ Es sei essenziell, das Fortbestehen möglichst vieler mittelständischer Unternehmen zu sichern. „Wir brauchen daher nachhaltig mehr Gründungsbereitschaft in Deutschland“, sagte Schumacher den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Der Bürokratieabbau sei dabei ein Baustein, der zu mehr Gründungen führen könne. „Es ist erwiesen, dass Firmenlenker, die bereits einen Nachfolger gefunden haben, wieder stärker in ihre Unternehmen investieren“, so Schumacher gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Die Lösung der Nachfolgeproblematik ist daher auch entscheidend, um die Investitionen im Mittelstand anzukurbeln.“

An der Befragung, die von KfW Research zwischen Mitte Februar und Juni 2025 durchgeführt wurde, nahmen laut den Zeitungen der Funke-Mediengruppe mehr als 13.000 mittelständische Unternehmen teil.

Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .

AFP

Einkommensschere: Hochbetagte Rentner in Deutschland verlieren finanziell Anschluss

altes paar am Strand
Älteres Paar am Strand / Foto: dts

Die Einkommen älterer Menschen in Deutschland entfernen sich zunehmend vom Durchschnitt der Gesamtbevölkerung. Besonders stark betroffen sind Hochbetagte ab 75 Jahren, deren Einkommenszuwächse deutlich hinter der allgemeinen Entwicklung zurückbleiben. Das geht aus Daten des Statistischen Bundesamtes hervor, über die die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) berichtet und die vom Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) abgefragt wurden.

Ältere verlieren finanziell den Anschluss

Die Einkommensschere zwischen der älteren Generation und der Gesamtbevölkerung in Deutschland geht immer weiter auseinander, wobei insbesondere Hochbetagte finanziell den Anschluss verlieren. Das berichtet die „Neue Osnabrücker Zeitung“ (NOZ) auf Basis aktueller Daten des Statistischen Bundesamtes, die das Bündnis Sahra Wagenknecht (BSW) angefragt hatte.

Während das durchschnittliche Nettoäquivalenzeinkommen der Gesamtbevölkerung zwischen 2022 und 2024 um rund 11,5 Prozent anstieg, verzeichneten Senioren ab 75 Jahren im selben Zeitraum lediglich ein Plus von 7,7 Prozent. Die Kluft im Geldbeutel wird in absoluten Zahlen noch deutlicher: Lag das Durchschnittseinkommen der Über-75-Jährigen im Jahr 2022 noch rund 4.100 Euro unter dem Bundesdurchschnitt, hat sich dieser Abstand im Jahr 2024 auf über 5.500 Euro vergrößert.

Konkret verfügen Menschen dieser Altersgruppe aktuell über ein durchschnittliches Jahreseinkommen von 26.316 Euro, während der Schnitt der Gesamtbevölkerung bei 31.856 Euro liegt. Auch bei der Gruppe der Über-65-Jährigen wuchs der Abstand zum Gesamtdurchschnitt von rund 3.600 Euro (2022) auf knapp 4.500 Euro (2024) an.

BSW-Politiker warnt vor „sozialem Sprengstoff“

Fabio De Masi</em, BSW-Politiker, sieht sich durch die Zahlen in seiner Kritik an der Bundesregierung bestätigt. "Die Rentner in Deutschland steigen sozial ab. Sie haben im Vergleich zur restlichen Bevölkerung immer weniger im Portemonnaie. Senioren über 75 haben am wenigsten in der Tasche", sagte De Masi der "NOZ". Er bezeichnete die Altersarmut als "sozialen Sprengstoff für unser Land" und forderte eine Reform nach österreichischem Vorbild, wo die Durchschnittsrente deutlich höher sei. Als erste Maßnahme kündigte er an, eine Einzahlpflicht für Bundestagsabgeordnete in die gesetzliche Rentenversicherung beantragen zu wollen.

Nettoäquivalenzeinkommen als Messgröße

Das Nettoäquivalenzeinkommen ist ein Maß für den Wohlstand, das das Haushaltsnettoeinkommen unter Berücksichtigung der Haushaltsgröße und -zusammensetzung gewichtet. Es ermöglicht den Vergleich der Einkommenssituation verschiedener Bevölkerungsgruppen unabhängig von der Haushaltsform.

Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .

AFP

Landkreistag warnt vor Finanzkollaps in deutschen Kommunen

Rathaus (Archiv)
Rathaus (Archiv) / via dts Nachrichtenagentur

Der Deutsche Landkreistag warnt vor einem drohenden finanziellen Kollaps der Kommunen in Deutschland. Hauptgeschäftsführer Kay Ruge kritisiert, dass Bund und Länder bislang keine wirksamen Schritte unternommen hätten, um die wachsenden Defizite von Landkreisen, Städten und Gemeinden zu begrenzen. Er bemängelt die fehlende Einigung über eine stärkere Kostenbeteiligung des Bundes und warnt vor einer weiteren Zuspitzung der Finanzlage.

Landkreistag warnt vor wachsender Verschuldung

Der Deutsche Landkreistag hat Bund und Länder vor einem „Kollaps“ der Kommunen gewarnt. Bislang sei nichts geschehen, um das wachsende Defizit der Kommunen zu bremsen, sagte Hauptgeschäftsführer des kommunalen Spitzenverbands Kay Ruge der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (Freitagsausgabe).

Die Einnahmen der Kommunen wüchsen zwar leicht, doch steigende Kosten und wachsender Personalaufwand vor allem im Sozialbereich trieben die Kommunen weiter in die Verschuldung. „An der Defizitsituation der Kommunen mit Finanzierungslücken von mehr als 30 Milliarden Euro pro Jahr hat sich jedenfalls bislang nichts zum Besseren gewendet, ganz im Gegenteil: Im neuen Jahr wird sich die Finanzsituation in den Landkreisen, Städten und Gemeinden weiter zuspitzen“, sagte Ruge der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“.

Enttäuschung über Bund-Länder-Gespräche

Der Landkreistag zeigte sich enttäuscht über die Gespräche zwischen Bund und Ländern über eine stärkere Beteiligung des Bundes an den Kosten der im Bundestag beschlossenen Gesetze. Die Länder hatten vom Bund angesichts eines wachsenden Defizits der Kommunen eine Kompensation gefordert, die dem Prinzip „Wer bestellt, muss bezahlen“ (Konnexitätsprinzip) gehorcht. Eine Arbeitsgruppe von Bund, Ländern und Kommunen konnte sich darauf laut Ruge bislang aber nicht einigen, wie er der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ sagte.

Der Bund beharre auf einer Maximalposition, sagte Ruge der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“. Das Grundgesetz solle, darauf habe sich die Arbeitsgruppe geeinigt, nicht geändert werden. Der Bund berufe sich aber auf die sogenannte Deckungsquote, die dort vorgegeben wird und besagt, dass Bund und Länder jeweils finanziell nicht übermäßig belastet werden dürften.

In den Verhandlungen bestehe der Bund auf der Position, dass es für ihn keine Pflicht zum Ausgleich geben könne, solange der Bundeshaushalt so belastet sei wie jetzt. Ruge sagte der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, wenn der Bund sich von dieser Haltung nicht trenne, dann sei das „gesamte Prozedere“, auf das sich die Arbeitsgruppe vorläufig geeinigt habe, „reine Glasperlenspielerei“.

Neues Gremium zur Kostenschätzung

Vorgesehen ist nach den bisherigen Beratungen, dass von einem neuen Gremium die Kosten eines Gesetzes geschätzt werden sollen, bevor es vom Kabinett beschlossen wird. In dem Gremium sollen Bund, Länder und kommunale Spitzenverbände vertreten sein. Die Regelung soll allerdings nur für Gesetze gelten, die mehr als 250 Millionen Euro Kosten verursachen.

Ruge lobte dieses neue Verfahren gegenüber der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, weil die Kommunen miteinbezogen wären. „Das wäre aus unserer Sicht der größte Fortschritt des neuen Verfahrens. Das würde Transparenz schaffen, und allen muss klar sein, worauf sie sich einlassen.“

Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .

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Linken-Chef van Aken schließt CDU-Koalitionen im Osten aus

Jan van
Jan van Aken (Archiv) / via dts Nachrichtenagentur

Linken-Chef Jan van Aken hat mögliche Koalitionen mit der CDU auf Landesebene nach den anstehenden Landtagswahlen in Ostdeutschland vorerst ausgeschlossen. Zwar sieht er angesichts der Umfragen Konstellationen jenseits der AfD als notwendig an, will diese aber nicht zwingend in Form gemeinsamer Regierungen mit der CDU verwirklicht sehen.

Van Aken schließt Koalitionen mit der CDU aus

Jan van Aken hat möglichen Koalitionen seiner Partei mit der CDU nach den Landtagswahlen im Osten eine Absage erteilt. „Dafür fehlt mir derzeit die Fantasie und ich würde erst mal Nein sagen“, sagte van Aken der „Rheinischen Post“. Der Linken-Chef erläuterte weiter: „Das Entscheidende für uns ist, keine AfD-Politik zu unterstützen. Wir hören aus der CDU aber Stimmen, die genau das wollen. Wir werden niemals AfD-Politik unterstützen, auch wenn sie von der CDU formuliert wird.“

„Zig verschiedene Modelle“ statt Koalition

Van Aken verwies darauf, dass seine Partei bereits in Thüringen und Sachsen ohne Regierungsbeteiligung Einfluss ausübe. „In Thüringen und Sachsen sind wir auch nicht in der Koalition und können die AfD trotzdem von den Schalthebeln der Macht fernhalten. Das ist entscheidend und daran orientieren wir alles. Aber dafür muss die CDU nicht mit uns koalieren.“ Aus seiner Sicht gebe es „zig verschiedene Modelle“, die denkbar seien. In anderen Ländern seien etwa Minderheitsregierungen üblich.

Umfragen zufolge könnten nach den Wahlen in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern Bündnisse zwischen CDU und Linkspartei notwendig werden, um Mehrheiten jenseits der AfD zu erreichen.

Schuldenbremse als mögliches gemeinsames Thema

Bei der Streichung der Schuldenbremse aus dem Grundgesetz würde die Linke nach Angaben van Akens mit der Union stimmen. Jede weitere Ausnahme von der Schuldenbremse mache die Situation besser, so der Parteichef.

Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .

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Oeseder Wochenmarkt fällt am 9. Januar wegen der Wetterlage aus

Wochenmarkt (Symbolbild)
Wochenmarkt (Symbolbild)

Für große Teile Niedersachsens wird für den 9. Januar mit einer markanten Winterwetterlage gerechnet. Seit den frühen Morgenstunden kommt es zu erheblichen Beeinträchtigungen durch Schnee, Frost und Glätte. Auch gefährlicher Eisregen ist für die Region Osnabrück im Laufe des Tages nicht auszuschließen.

Auch Schule fällt aus

Angesichts dieser Vorhersagen fällt der Schulunterricht an allen allgemeinbildenden Schulen in Stadt und Landkreis Osnabrück aus. Auch weitere Veranstaltungen in Stadt und Landkreis Osnabrück sind bereits vorsorglich abgesagt worden.

Verkehrssicherheit nicht gegeben

Vor diesem Hintergrund hat sich die Stadt Georgsmarienhütte dazu entschieden, den Oeseder Wochenmarkt am Freitag ebenfalls nicht stattfinden zu lassen. Unter den genannten Umständen kann die Verkehrssicherheit auf dem Wochenmarktgelände sowohl für die Besucherinnen und Besucher als auch für die Beschickerinnen und Beschicker womöglich nicht dauerhaft aufrechterhalten werden. Die Stadt Georgsmarienhütte bittet dafür um Verständnis.

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Tragischer Glätteunfall bei Gehrde kostet 31-Jährigen das Leben

Glatteis
Glatteis / unsplash

Ein tragischer Verkehrsunfall hat sich am frühen Donnerstagmorgen (8. Januar) auf der Badberger Straße (K138) bei Gehrde ereignet. Ein 31 Jahre alter Mann aus Diepholz kam dabei ums Leben, nachdem sein Wagen auf glatter Fahrbahn von der Straße abkam.

Kontrollverlust auf eisiger Fahrbahn

Nach bisherigen Erkenntnissen der Polizei war der Mann mit seinem Audi in Richtung Badbergen unterwegs. Auf dem winterglatten Asphalt verlor er die Kontrolle über das Fahrzeug. Der Wagen kam von der Fahrbahn ab und prallte frontal gegen einen Straßenbaum.

Auto um Baum gewickelt

Die Wucht des Aufpralls war enorm. Der Audi wickelte sich regelrecht um den Baum. Der 31-Jährige, der allein im Fahrzeug saß, erlitt dabei schwerste Verletzungen. Trotz des schnellen Einsatzes der Rettungskräfte kam jede Hilfe zu spät – sie konnten vor Ort nur noch den Tod des Mannes feststellen.

Für die Dauer der Unfallaufnahme sowie der anschließenden Bergungs- und Reinigungsarbeiten musste die Badberger Straße mehrere Stunden voll gesperrt werden.

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Zentralrat der Juden fordert schärferes Strafrecht gegen Antisemitismus

Josef Schuster (Präsident des Zentralrats für Juden)
Josef Schuster (Präsident des Zentralrats für Juden) / Foto: dts

Der Zentralrat der Juden dringt auf eine deutliche Verschärfung des Strafrechts, um dem wachsenden Antisemitismus in Deutschland zu begegnen. Zentralratspräsident Josef Schuster fordert insbesondere neue Straftatbestände für Sympathiebekundungen gegenüber terroristischen Organisationen und eine Neuregelung der Volksverhetzung. Zudem soll nach seinem Vorschlag auch der Aufruf zur Vernichtung von Staaten strafbar werden.

Zentralrat sieht „Regelungslücken“ im Strafrecht

Zentralratspräsident Josef Schuster kritisierte im Gespräch mit dem „Tagesspiegel“ (Freitagausgabe) am Rande der Klausurtagung der CSU-Landesgruppe im Bundestag im Kloster Seeon, dass aus seiner Sicht zentrale Formen antisemitischer Hetze derzeit nicht ausreichend geahndet werden können. „Tausendfache Solidaritätsbekundungen für die Hamas, die am 7. Oktober 2023 das größte Massaker an Juden seit der Schoa begangen hat, sind derzeit erlaubt“, sagte Schuster dem „Tagesspiegel“. „Das muss sich ändern.“

Konkret schlägt der Zentralrat vor, Sympathiebekundungen für terroristische Vereinigungen unter Strafe zu stellen. Bislang ist nach seiner Darstellung lediglich das Werben von Mitgliedern oder Unterstützern strafbar.

Forderung nach Änderungen bei Volksverhetzung

Zudem müsse nach Auffassung des Zentralrats der Paragraph zur Volksverhetzung angepasst werden. So solle der sogenannte Inlandsbezug kein entscheidendes Kriterium mehr sein. Hetze gegen Einzelpersonen oder Gruppen müsse an sich strafbar sein – unabhängig davon, ob sie sich auf Menschen in Deutschland oder auf ausländische Staatsbürger beziehe.

„Der Antisemitismus tarnt sich seit dem 7. Oktober immer häufiger als vorgeblich gegen den israelischen Staat gerichteter `Antizionismus`“, sagte der Zentralratspräsident dem „Tagesspiegel“. Er nutze die Regelungslücke, dass sich Volksverhetzung nach herrschender rechtlicher Meinung durch den im Gesetz genutzten Begriff des „öffentlichen Friedens“ auf eine in Deutschland lebende Gruppe beziehen muss – also ausländische Staatsbürger außen vorlässt.

„Immer wieder werden Hassparolen, beispielsweise als Hausverbote, deshalb gezielt gegen `Israelis` anstatt gegen `Jude` geäußert“, sagte Schuster dem „Tagesspiegel“. „Obwohl Adressat und antisemitische Intention bestehen bleiben, bestehen durch juristische Details dann gute Chancen, einer Anklage zu entgehen, wie erst Anfang der Woche wieder eine Entscheidung der Staatsanwaltschaft Nürnberg/Fürth gezeigt hat.“

Strafbarkeitslücke beim Aufruf zur Vernichtung von Staaten

Neben einer Nachschärfung bei der Volksverhetzung dringt der Zentralrat auch auf eine klarere gesetzliche Regelung beim Umgang mit Aufrufen zur Zerstörung von Staaten. Des Weiteren müsse nach den Worten Schusters auch der Aufruf zur Vernichtung von Staaten strafbar sein. „Auch dies ist nicht geregelt“, kritisierte Schuster im „Tagesspiegel“. „Nachdem im Jahr 2020 bereits das Verbrennen von Staatsflaggen verboten wurde, muss hier jetzt der konsequente nächste Schritt erfolgen“, sagte Schuster.

Der Zentralratspräsident erklärte, in den vergangenen Jahren hätten gewaltsame antisemitische Übergriffe in Deutschland eine Tendenz zur Normalisierung erfahren. „Wie automatisch ist die Reaktion auf solche Übergriffe eine Erhöhung der Schutzmaßnahmen für jüdisches Leben“, sagte Schuster dem „Tagesspiegel“. „Ich bin dankbar für diesen Schutz, und dennoch: Das ist nichts weiter als Symptombekämpfung. Der Antisemitismus hat sich seit dem 7. Oktober tief in unserer Gesellschaft eingenistet. Er hat sich auf unseren Straßen breitgemacht.“

Reaktive Schutzmaßnahmen reichten nach seiner Einschätzung nicht aus, um Antisemitismus aus der Gesellschaft zu verdrängen. „Nach vielen klaren Worten muss die Politik nun mit ebenso klaren Taten die rechtlichen Grundlagen schaffen, um Antisemiten zur Rechenschaft zu ziehen und dem Hass mit den Mitteln des Rechtsstaats die Stirn zu bieten“, sagte Schuster dem „Tagesspiegel“.

Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .

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Linke warnt vor Pistorius‑Plänen für neuen Wehrdienst

Soldat im Panzer
Soldat im Panzer / Foto: dts

Die Linke hat scharfe Kritik an den Plänen von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius (SPD) für einen neuen Wehrdienst geäußert. Hintergrund ist ein Brief des Ministers an die Regierungsfraktionen, in dem er für das erste Jahr des neuen Wehrdiensts das Ziel von 20.000 Freiwilligen formuliert. Linken-Fraktionschef Sören Pellmann warnt vor einer Verschärfung der Ängste junger Menschen und sieht die Gefahr einer schleichenden Rückkehr zur Wehrpflicht.

Kritik an Rekrutierungszielen für neuen Wehrdienst

Sören Pellmann</em), Fraktionschef der Linken, bemängelte in der "Rheinischen Post" (Freitagausgabe) die Zielvorgabe von Pistorius, bis Ende des Jahres 20.000 Freiwillige für den Wehrdienst zu gewinnen. "Mit dem Ziel, bis Ende des Jahres 20.000 Freiwillige für den Wehrdienst zu gewinnen, gibt Pistorius Zahlen vor, die aktuell überhaupt nicht notwendig und mutmaßlich mit einer Freiwilligkeit schwer erreichbar sind", sagte er der "Rheinischen Post" (Freitagausgabe). "So werden die Ängste der jungen Generation weiter verstärkt."

Pellmann kritisierte zudem, es fehle ein echter Austausch mit den Betroffenen: Ein „Dialog mit der Jugend auf Augenhöhe“ finde nicht statt, sagte er der „Rheinischen Post“ (Freitagausgabe). „Fest steht doch: Mit dieser Methode legitimiert Pistorius schlimmstenfalls die Einführung der Wehrpflicht als vermeintlichen Sachzwang“, behauptete er in der „Rheinischen Post“ (Freitagausgabe).

Vorbehalte gegen Reservestärkungsgesetz

Skeptisch äußerte sich Pellmann in der „Rheinischen Post“ (Freitagausgabe) auch zum Vorhaben von Pistorius für ein Reservestärkungsgesetz. „Schon jetzt schlittern wir zunehmend in eine Situation, in der die Grenzen zwischen zivilem Normalzustand und Spannungsfall immer mehr verwischen“, sagte er der „Rheinischen Post“ (Freitagausgabe). „Die Vorhaben von Pistorius führen de facto dazu, dass die Bedingungen eines Spannungsfalls immer weiter ausgeweitet werden“, erklärte Pellmann gegenüber der „Rheinischen Post“ (Freitagausgabe).

Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .

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DLRG warnt eindringlich vor Betreten zu dünner Eisflächen

Eiszapfen
Foto: dts

Die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) warnt trotz klirrender Kälte eindringlich vor dem Betreten zugefrorener Seen und anderer Gewässer. Die Tragfähigkeit von Eisflächen sei schwer einzuschätzen, ein Einbruch könne schnell lebensbedrohlich werden, so ein Sprecher der Organisation. Besonders gefährdet sind nach Angaben der DLRG Kinder, für die die Risiken oft schwer einzuschätzen sind.

DLRG warnt vor schwer erkennbaren Gefahren

Trotz der aktuellen Witterung mit anhaltendem Frost warnt die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) vor erheblichen Risiken beim Betreten von gefrorenen Seen und anderen Gewässern. „Ob eine Eisfläche trägt, ist nur schwer zu erkennen“, sagte Christopher Dolz, Sprecher der DLRG, der „Rheinischen Post“ (Freitagausgabe). „Der Einbruch ins Eis ist schnell direkt lebensbedrohlich“, so Dolz weiter gegenüber der Zeitung.

Besondere Risiken für Kinder

Dolz ergänzte, auch eine längere Frostperiode führe nicht zwangsläufig zu durchgehend ausreichend starken Eisflächen. „Kinder gehören zu den besonders gefährdeten Personen. Sie können die möglichen Gefahren oft gar nicht einschätzen“, so der Experte weiter in der „Rheinischen Post“. Eltern sollten daher mit ihren Kindern über die Gefahren sprechen und sie an Gewässern durchgehend beaufsichtigen.

Empfehlungen zur Eisdicke

Die DLRG rate laut „Rheinischer Post“, sich nur auf das Eis zu wagen, wenn die Fläche dafür auch freigegeben worden sei. „Auf stehenden Gewässern sollte das Eis mindestens 15, auf fließenden gar 20 Zentimeter stark sein“, sagte Dolz der Zeitung.

Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .

AFP

Winterwetter: Mehr Verletzungen und Infektionen, Apotheken melden Anstieg

Lobbystand für
Lobbystand für deutsche Apotheken (Archiv) / via dts Nachrichtenagentur

In deutschen Apotheken steigt angesichts des teils extremen Winterwetters die Nachfrage nach Mitteln zur Behandlung von Sportunfällen. Zugleich rechnen Apotheker mit einem Anstieg der Infektionszahlen bei Viruskrankheiten, weil die anhaltende Kälte die Abwehrkräfte schwächt.

Mehr Verletzungen durch Glätte

In vielen Apotheken fragen Kundinnen und Kunden derzeit vermehrt nach Produkten zur Behandlung von Sportunfällen. Hintergrund sind laut Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) vor allem Stürze auf vereisten Wegen.

Thomas Preis, Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), sagte der „Rheinischen Post“ (Freitagausgabe): „Dabei handelt es sich meist um Menschen, die auf den glatten Straßen ausgerutscht sind und sich Verletzungen zugezogen haben“.

Apotheker erwarten mehr Virusinfektionen

Der ABDA-Präsident rechnet im Zusammenhang mit der anhaltenden Kälte zudem mit einem Anstieg der Infektionszahlen bei Viruskrankheiten. „Die anhaltende Kälte und trockene Luft führt dazu, dass unsere Schleimhäute austrocknen und Keime nicht mehr so gut abwehren. Dadurch steckt man sich schneller an“, sagte Preis der „Rheinischen Post“.

Mehr Kontakte nach den Feiertagen

Nach Einschätzung von Preis spielt auch das veränderte Kontaktverhalten rund um die Weihnachtszeit eine Rolle. Über die Feiertage hätten die Menschen weniger Kontakt zu anderen gehabt. „Jetzt, da alle wieder im Büro oder in der Schule sind, werden die Zahlen steigen“, so Preis gegenüber der „Rheinischen Post“.

Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .

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