Obdachlose in den USA am Times Square / via dts Nachrichtenagentur
Die Arbeitslosenquote in den USA ist im Dezember auf 4,4 Prozent gesunken und lag damit unter dem Niveau des Vormonats. Gleichzeitig wurden deutlich weniger neue Stellen geschaffen als zuvor, was auf eine gemischte Entwicklung am US-Arbeitsmarkt hindeutet.
Rückgang der Arbeitslosenquote und Zahl der Arbeitslosen
Das US-Arbeitsministerium teilte am Freitag in Washington mit, dass die Arbeitslosenquote im Dezember 4,4 Prozent betragen habe. Im November habe sie noch bei 4,6 Prozent gelegen, so das Ministerium. Die Zahl der Arbeitslosen sank im gleichen Zeitraum von 7,8 auf 7,5 Millionen, wie es weiter hieß.
Wenige neue Stellen, Verschiebungen zwischen Branchen
Nach Angaben des US-Arbeitsministeriums schufen die Unternehmen in den USA im Dezember nur rund 50.000 neue Stellen außerhalb der Landwirtschaft. Die Beschäftigung stieg dem Ministerium zufolge vor allem im Gesundheitswesen und in der Gastronomie, während es im Einzelhandel einen Rückgang gab. Die Zahl der Langzeitarbeitslosen lag bei 1,9 Millionen Menschen (November: 1,9 Millionen), wie das US-Arbeitsministerium mitteilte.
Bedeutung für Investoren und Zinsentwicklung
Die US-Arbeitsmarktdaten werden von Investoren auf der ganzen Welt mit Argusaugen beachtet. Ist der Arbeitsmarkt robust und die Inflation hoch, werden Zinssenkungen nach Einschätzung von Marktteilnehmern unwahrscheinlicher. Über die würden sich Börsianer aber freuen, „unter anderem weil das Sparbuch als Alternative zur Aktie damit wieder unattraktiver werden würde und Unternehmen und andere Akteure billiger an Kredite kämen“, hieß es in Marktkommentaren.
RB Leipzig - St. Pauli / via dts Nachrichtenagentur
Der FC St. Pauli hat das für Samstag angesetzte Bundesliga-Heimspiel gegen RB Leipzig abgesagt. Grund dafür sind laut Vereinsangaben extreme Witterungsbedingungen mit starkem Schneefall und Schneeverwehungen, die die Sicherheit im Millerntorstadion nicht mehr gewährleisten. Die Entscheidung fiel nach intensiven Beratungen mit der Deutschen Fußball Liga, dem Gegner, den Behörden und weiteren Beteiligten.
Sicherheit im Millerntorstadion nicht gewährleistet
Der FC St. Pauli teilte am Freitag mit, dass das Bundesliga-Heimspiel gegen RB Leipzig aufgrund der Wetterlage nicht stattfinden kann. Ausschlaggebend seien extreme Witterungsbedingungen mit starkem Schneefall und Schneeverwehungen, die zu erheblichen Beeinträchtigungen im Stadion geführt hätten.
Wie der Verein mitteilte, sei die Sicherheit im Millerntorstadion unter diesen Umständen nicht mehr gewährleistet. Betroffen seien neben dem Spielfeld auch die Tribünen und die Verkehrsflächen rund um das Stadion.
Empfehlung der Behörden und gescheiterte Räumversuche
Nach Angaben des FC St. Pauli sei die Absage „nach intensiven Abwägungen und Abstimmungen mit der Deutschen Fußball Liga, dem Gegner, den Behörden und weiteren Beteiligten“ erfolgt. Mitarbeiter und Dienstleister hätten über Tage versucht, Spielfeld, Tribünen und Verkehrsflächen von Schnee und Eis zu befreien. Diese Arbeiten hätten sich jedoch insbesondere auf den Dachflächen als „nahezu unmöglich“ erwiesen.
Zudem hätten die zuständigen Behörden eine Absage empfohlen. Zur Begründung wurden unter anderem die zusätzliche Belastung für Einsatzkräfte sowie „erhebliche Risiken im Verkehrsraum“ genannt.
Dank an Mitarbeiter und offener Nachholtermin
Der Verein dankte nach eigener Mitteilung allen Beteiligten für die Zusammenarbeit und den Mitarbeitern für ihren Einsatz in den vergangenen Tagen. Ein Nachholtermin für die Begegnung soll dem FC St. Pauli zufolge „so zeitnah wie möglich“ bekanntgegeben werden. Das Spiel war ursprünglich für 15:30 Uhr angesetzt.
Sitzung des Brandenburger Landtags (Archiv) / via dts Nachrichtenagentur
Ein Antrag der AfD auf Auflösung des Brandenburger Landtags ist im Parlament gescheitert. SPD und CDU, die als mögliche künftige Koalitionspartner gelten, lehnten den Vorstoß gemeinsam ab, während die BSW-Fraktion zusammen mit der AfD dafür stimmte. Hintergrund sind der Bruch der bisherigen Koalition sowie Fraktionswechsel einzelner Abgeordneter, die zu veränderten Mehrheitsverhältnissen geführt haben.
AfD-Antrag zur Landtagsauflösung abgelehnt
Ein Antrag der AfD zur Auflösung des Brandenburger Landtags ist gescheitert. Die möglichen künftigen Koalitionspartner SPD und CDU lehnten den Antrag am Freitag ab, während die BSW-Fraktion zusammen mit der AfD dafür stimmte. Der AfD-Fraktionsvorsitzende Hans-Christoph Berndt kritisierte, dass der Wechsel von drei BSW-Abgeordneten, von denen sich zwei der SPD anschlossen, den Wählerwillen missachte.
Bruch der Koalition mit dem BSW
Ministerpräsident Dietmar Woidke (SPD) hatte die Koalition mit dem BSW am Dienstag beendet. Er nannte als Gründe den Zerfall der Landtagsfraktion nach Austritten und ein fehlendes Bekenntnis zur Koalition. Woidke lehnt Neuwahlen ab und plant, mit einer Minderheitsregierung weiterzuarbeiten. Er strebt eine Koalition mit der CDU an, die nun eine knappe Mehrheit hätte.
Abwahlversuch gegen Landtagsvizepräsidentin gescheitert
In der Sondersitzung des Landtags stimmte die BSW-Fraktion erstmals geschlossen für einen AfD-Antrag, der die Abwahl der Landtagsvizepräsidentin Jouleen Gruhn forderte. Der Antrag scheiterte jedoch, und Gruhn bleibt im Amt. Sie war zuvor aus der BSW-Fraktion ausgetreten und der SPD beigetreten. Die AfD argumentierte, dass mit ihrem Fraktionswechsel die Grundlage für ihre Wahl in das Präsidium entfallen sei.
Schnee in Berlin am 09.01.2026 / via dts Nachrichtenagentur
Angesichts der derzeitigen Kältewelle fordert Die Linke, obdachlose Menschen kurzfristig in leerstehenden Bürogebäuden und in U-Bahnhöfen unterzubringen. Linken-Bundesgeschäftsführer Janis Ehling dringt auf schnelle politische Entscheidungen und kritisiert Sicherheitsbedenken der Berliner Verkehrsbetriebe scharf.
Linke fordert sofortige Schutzräume für Obdachlose
Die Linke fordert angesichts der derzeitigen Kältewelle die Unterbringung von Obdachlosen in leerstehenden Bürogebäuden und in U-Bahnhöfen. „Die aktuellen Kältenächte machen unmissverständlich klar: Deutschland braucht sofort wirksame Schutzräume für obdachlose Menschen“, sagte Janis Ehling, Linken-Bundesgeschäftsführer, dem Nachrichtenportal T-Online.
Es brauche nun „schnelle politische Entscheidungen und rechtliche Schritte, um leerstehende Büroflächen kurzfristig für obdachlose Menschen nutzen zu können“, so Ehling weiter gegenüber T-Online. Er verweist dabei auf die Situation in Berlin: „Allein dort stehen über 1,5 Millionen Quadratmeter Bürofläche leer, während Menschen keinen warmen Ort zum Schlafen finden.“
Nutzung von U-Bahnhöfen als nächtliche Schutzräume
Auch U-Bahnhöfe sollten nach den Vorstellungen von Ehling als nächtliche Schutzräume zur Verfügung gestellt werden. Die Berliner Verkehrsgesellschaft (BVG) hatte das bereits mit Verweis auf Sicherheitsbedenken abgelehnt. Ehling kritisiert diese Haltung scharf: „Wer bei Minusgraden auf Sicherheitsbedenken verweist, nimmt in Kauf, dass Menschen erfrieren“, sagte er T-Online.
Tanzkurs bei Hull (Symbolbild) / Foto: Tanzschule Hull
Manche Orte gehören so selbstverständlich zum Stadtbild, dass man sich kaum vorstellen kann, wie es ohne sie wäre. Die Tanzschule Hull ist so ein Ort. Seit sechs Jahrzehnten steht sie für Rhythmus, Begegnung und Lebensfreude – und für eine Familiengeschichte, die weit vor Osnabrück begann.
Der Ursprung liegt im Jahr 1948, als sich die tanzbegeisterte Maureen und der Royal-Air-Force-Flieger Pat Hull kennen lernten. Aus ihrer Verbindung wuchs nicht nur eine Familie mit drei Kindern, sondern auch eine gemeinsame Vision: Tanzen nicht nur zu leben, sondern weiterzugeben.
Der Anfang im Lortzinghaus
1966 zog die Familie Hull nach Osnabrück. Im traditionsreichen Lortzinghaus, wo heute die Freimaurerloge „Zum Goldenen Rade“ beheimatet ist, eröffneten sie ihre erste Tanzschule – bescheiden, aber voller Enthusiasmus. Zwei Stunden Saalmiete, zwei Tanzpaare, viel Idealismus. Doch schnell zeigte sich: Das Interesse war größer als der Raum. Tanzen traf einen Nerv.
Maureen und Pat Hull gründeten die Tanzschule in Osnabrück. / Foto: Tanzschule Hull
1974 folgte der Umzug in die Hasestraße, in das ehemalige Bäckereihaus Blanke. Ein Schritt, der prägend werden sollte. Bis heute ist dieser Ort ein Zentrum für Bewegung, Begegnung und Gemeinschaft – und ein fester Bestandteil der Osnabrücker Kulturlandschaft.
Weltmeister auf dem Parkett
Die Tanzschule Hull ist untrennbar mit den Namen Patsy und Michael Hull verbunden. Michael Hull, geboren in Bückeburg und seit vielen Jahren in Osnabrück zuhause, gewann 1980 seinen ersten Weltmeistertitel im Discotanz. Gemeinsam mit seiner Schwester Patsy Hull-Krogull entwickelte er sich zu einem der erfolgreichsten Tanzpaare der Welt.
Zwischen 1980 und 1991 sammelten die beiden nationale Titel und vier Weltmeisterschaften in den Bereichen Standard, Latein und den zehn Turniertänzen. Diese umfassen die fünf Standardtänze Langsamer Walzer, Tango, Wiener Walzer, Slowfox und Quickstep sowie die fünf lateinamerikanischen Tänze Samba, Cha-Cha-Cha, Rumba, Paso Doble und Jive. Der internationale Erfolg brachte Osnabrück in die Tanzwelt – und umgekehrt.
Das „Dance to the World Festival“ der Hull-Foundation bringt Menschen mit und ohne Behinderung zusammen. / Foto: Patsy & Michael Hull Foundation
Tanzen als Türöffner für Teilhabe
Doch die Geschichte der Tanzschule Hull endet nicht bei Medaillen und Titeln. Seit über zwanzig Jahren engagieren sich Patsy und Michael Hull intensiv für Menschen mit Behinderung. Inklusive Tanzstunden, Musicalprojekte und Wettbewerbe gehören ebenso zur Arbeit wie der Gedanke, dass Tanzen allen offenstehen muss.
Um dieses Engagement dauerhaft zu verankern, gründeten sie 2003 den Verein Hull Vision Inklusion, der Menschen mit Behinderung durch Tanz mehr Teilhabe ermöglicht. Für die Familie Hull ist Tanzen Identität und ein kraftvolles Werkzeug für gesellschaftliche Teilhabe.
Die dritte Generation übernimmt
Seit 2025 wird die Tanzschule Hull in dritter Generation geführt. Jenny Krogull-Grüter, Tochter von Patsy Hull-Krogull, hat die Geschäftsführung übernommen. Sie verbindet das Erbe der Gründerfamilie mit neuen Ideen, modernen Unterrichtskonzepten und einem klaren Blick auf die Zukunft des Tanzens in Osnabrück. Dabei bleibt der Kern unverändert. Oder wie es ein Leitsatz der Familie auf den Punkt bringt: „Wer tanzt, findet Freunde.“
Ein Jubiläum mit offenen Türen
Zum 60-jährigen Bestehen lädt die Tanzschule Hull noch bis zum 11. Januar ein, alle Kurse kostenlos zu testen, Tanzstile zu entdecken und Leute kennen zu lernen sowie in Grund- und Aufbaukurse reinzuschnuppern. Ohne Anmeldung und Verpflichtung können alle interessierten einfach in der Hasestraße 6-7 in Osnabrück vorbeischauen.
Im Iran dauern seit dem Jahreswechsel Proteste an, die sich von Teheran aus auf zahlreiche weitere Städte ausgeweitet haben. Während iranische Staatsmedien inzwischen über die Ereignisse berichten, verbinden sie dies mit Vorwürfen gegen Israel und die USA und sprechen von ausländischer Einflussnahme.
Staatsmedien berichten von „bewaffneten Terrorzellen“
Iranische Sicherheits- und Justizbehörden hätten „mehrere bewaffnete Terrorzellen und die Festnahme von mutmaßlichen ausländischen Akteuren bekannt gegeben“, hieß es in einem Bericht des iranischen Auslandsfernsehsenders „Press TV“. Hintergrund sei „eine Welle von ausländisch unterstützten Unruhen, bei denen mehrere Polizisten getötet wurden“.
Irans Oberster Führer Ayatollah Ali Khamenei bezeichnete in einer Fernsehansprache die Demonstranten als „eine Bande von Vandalen“, die US-Präsident Donald Trump „beeindrucken“ wollten. Trump hatte bereits vor Tagen dem Iran gedroht, „sehr hart“ einzugreifen, sollten Regierungstruppen Demonstranten töten.
Reaktionen der Bundesregierung
Der stellvertretende deutsche Regierungssprecher Steffen Meyer wollte Äußerungen des US-Präsidenten zum Iran am Freitag nicht kommentieren. Eine Sprecherin des Auswärtigen Amtes wies darauf hin, dass bereits seit einiger Zeit eine Reisewarnung für den Iran und eine Aufforderung zur Ausreise für deutsche Staatsangehörige bestehe.
Die deutsche Botschaft in Teheran ist unterdessen trotz der teilweisen Unterbrechung von Internet- und Telefonverbindungen in verschiedenen Landesteilen weiterhin erreichbar. Die Internet-Abschaltung sei „nicht durchgängig“, sagte die Sprecherin des Auswärtigen Amtes am Freitag auf Anfrage der dts Nachrichtenagentur. „Wir beobachten die Lage sehr genau“. Der Krisenstab der Bundesregierung habe mittlerweile zur Lage im Iran getagt.
Auslöser und Ausweitung der Proteste
Die Proteste, die am 28. Dezember in Teheran begannen, wurden durch den Zusammenbruch der iranischen Währung ausgelöst. Menschenrechtsgruppen berichten, dass sich die Demonstrationen seitdem auf Dutzende weitere Städte ausgeweitet haben. Eine freie Berichterstattung unabhängiger Medien ist aus dem Iran derzeit nicht möglich.
Friedrich Merz am 09.01.2026 / via dts Nachrichtenagentur
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) hat die Einigung zum EU-Mercosur-Abkommen als „Meilenstein in der europäischen Handelspolitik“ bezeichnet. Das Abkommen soll nach seinen Worten die strategische Souveränität der EU stärken und die wirtschaftlichen Beziehungen zu den südamerikanischen Partnerstaaten ausbauen. Kritiker warnen unterdessen vor wachsendem Konkurrenzdruck für europäische Landwirte und einer möglichen Schwächung von EU-Standards.
Merz lobt Bedeutung für Europas Handlungsfähigkeit
Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) würdigte die Einigung als „Meilenstein in der europäischen Handelspolitik“. Das Abkommen sei ein „wichtiges Signal“ für die „strategische Souveränität und Handlungsfähigkeit“ der EU, sagte Merz am Freitag. Es stärke nach seinen Worten die Wirtschaft und die Handelsbeziehungen mit den entsprechenden Ländern in Südamerika, was sowohl für Deutschland als auch für Europa von Vorteil sei.
Zugleich äußerte Merz Kritik am langen Ringen um den Vertragstext. Er sagte, dass die 25 Jahre dauernden Verhandlungen zu lang gewesen seien. Der Bundeskanzler forderte, dass die nächsten Freihandelsabkommen zügig abgeschlossen werden sollten.
Umfangreiche Freihandelszone mit Mercosur-Staaten
Das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay soll die weltweit größte Freihandelszone mit über 700 Millionen Einwohnern schaffen. Befürchtet wird von Kritikern eine zu große Konkurrenz für europäische Bauern und eine Abschwächung von EU-Standards.
Weitere Hürden bis zum Inkrafttreten
Die Einigung war am Freitagmittag zwischen den 27 EU-Staaten erzielt worden, nachdem die Verhandlungen immer wieder vertagt worden waren. Bis zum Nachmittag braucht es allerdings noch die jeweilige Bestätigung aus den EU-Hauptstädten. Außerdem muss das Abkommen noch vom Europäischen Parlament gebilligt werden, bevor es in Kraft treten kann.
Bundespräsident empfängt die Bundesregierung am 09.01.2026 / via dts Nachrichtenagentur
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat beim Neujahrsempfang im Schloss Bellevue das ehrenamtliche Engagement von Bürgern gewürdigt und ihren Beitrag für die Gesellschaft hervorgehoben. Er rief dazu auf, das Ehrenamt in Deutschland zu stärken und vor allem die Infrastruktur besser vor Anschlägen und Katastrophen zu schützen.
Würdigung des Ehrenamts im Schloss Bellevue
Beim Neujahrsempfang im Schloss Bellevue hat Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier am Freitag das ehrenamtliche Engagement zahlreicher Bürger gewürdigt. Er sagte, dass der Jahresbeginn eine Zeit des Aufbruchs und der Zuversicht sei, in der viele Menschen etwas zum Positiven verändern wollten. Steinmeier hob hervor, dass die Gäste des Empfangs, darunter auch Einsatzleiter von Polizei, Feuerwehr und Technischem Hilfswerk, die nach einem Anschlag auf das Stromnetz in Berlin geholfen hatten, Verantwortung übernähmen und aktiv zur Gesellschaft beitrügen.
Schutz der Infrastruktur und Dank an Helfer
Der Bundespräsident erklärte, dass es in Deutschland mehr Anstrengungen geben müsse, um die Infrastruktur vor Anschlägen und Katastrophen zu schützen. Er dankte den Helfern für ihren Einsatz und betonte, dass ihr Engagement lebenswichtig für die Menschen und die Demokratie sei.
Appell zur Stärkung des Ehrenamts
Steinmeier rief dazu auf, das Ehrenamt zu stärken und auszubauen, da in der alternden Gesellschaft immer weniger Menschen bereit seien, ehrenamtliche Aufgaben zu übernehmen. Er sagte, dass ehrenamtliches Engagement Sinn stifte und Freude bereite, und ermutigte die Anwesenden, weiterhin als Botschafter der Zuversicht zu wirken.
Schnee am Flughafen Hannover am 09.01.2026. / Foto: Pohlmann
Am Freitagmorgen (9. Januar) stand in Stadt und Landkreis Osnabrück vieles still: Schulen blieben geschlossen und Busse fuhren zunächst nicht. Der Grund war Sturmtief „Elli“, das mit Warnungen vor heftigem Schneefall und gefährlichen Straßenverhältnissen angekündigt worden war. Am Ende blieb der große Schneesturm (zumindest bislang) aus. Und prompt wurde Kritik laut: übertrieben, unnötig, Panikmache. Doch diese Kritik greift zu kurz.
Wetterwarnungen sind keine nachträglichen Zustandsbeschreibungen, sondern Prognosen unter Unsicherheit. Sie beruhen auf Modellen, Wahrscheinlichkeiten und Erfahrungswerten – nicht auf Gewissheiten. Wer im Nachhinein argumentiert, es sei doch gar nicht so schlimm gekommen, übersieht den entscheidenden Punkt: Wäre es schlimmer gekommen, hätte man den Verantwortlichen vorgeworfen, nicht rechtzeitig gehandelt zu haben.
Gerade bei Schulen und im öffentlichen Nahverkehr geht es nicht um Bequemlichkeit, sondern um Sicherheit. Glatte Straßen, umstürzende Bäume, eingeschränkte Sicht – all das kann in den frühen Morgenstunden schnell gefährlich werden, vor allem für Kinder und Jugendliche. Entscheidungen müssen getroffen werden, bevor klar ist, wie sich ein Wetterereignis tatsächlich entwickelt. Abwarten bis zur letzten Minute ist dabei keine Option.
Dass Osnabrück am Ende glimpflich davongekommen ist, ist kein Beweis für eine Fehlentscheidung, sondern schlicht Glück – oder das Ergebnis einer Wetterlage, die sich anders entwickelt hat als befürchtet. Vorsorge heißt, Risiken ernst zu nehmen, auch wenn sie sich nicht immer realisieren.
In Zeiten zunehmender Wetterextreme wird diese Abwägung eher schwieriger als einfacher. Wer jetzt fordert, beim nächsten Mal weniger konsequent zu handeln, spielt mit genau den Szenarien, vor denen man eigentlich schützen will. Deshalb gilt: Lieber einmal zu viel gewarnt als einmal zu wenig, wie bei der Ahrtal-Katastrophe im Juli 2021. Verantwortungsvolles Handeln misst sich nicht daran, wie ruhig es im Nachhinein geblieben ist – sondern daran, ob man auf das Mögliche vorbereitet war.
[Gruß vom Herausgeber]Liebe Leserin, lieber Leser, schön, dass Sie es bis hier ganz unten geschafft haben. Ein paar Zeilen weiter finden Sie noch den obligatorischen Hinweis, dass gekennzeichnete Meinungsbeiträge stets ausschließlich die Meinung des Autors wiedergeben. Aber ich möchte diesem förmlichen Disclaimer noch etwas hinzufügen. Natürlich haben Sie, wie auch ich und jeder andere Leser, eine eigene Meinung. Vielleicht weicht Ihre Meinung fundamental von diesem oder einem anderen bei uns veröffentlichten Kommentar ab, vielleicht stimmen Sie aber auch vollkommen zu oder aber Ihre Meinung ist „irgendwo dazwischen“. Vielleicht kann ein Kommentar in der Hasepost dabei helfen, neue Gedanken zu denken oder bestehende An- und Einsichten nochmals zu überdenken, dann haben wir und unsere Autoren etwas richtig gemacht und ganz generell zum Denken angeregt.
„Denken ist schwer, darum urteilen die meisten.“ (C. G. Jung)
Bitte denken Sie mehr. Ihr Heiko Pohlmann
Als Kommentar, Kolumne, Meinungsbeitrag oder Satire gekennzeichnete Beiträge geben stets ausschließlich die Meinung des jeweiligen Autors wieder, nicht die der gesamten Redaktion.
Hafen von Rio de Janeiro (Archiv) / via dts Nachrichtenagentur
Die EU-Staaten haben nach Angaben aus informierten Kreisen in Brüssel vorläufig den Weg für das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay freigemacht. Das Abkommen, das noch von den nationalen Regierungen bestätigt und vom Europäischen Parlament gebilligt werden muss, soll eine der größten Freihandelszonen der Welt schaffen und Zölle sowie Handelsbarrieren weitgehend abbauen.
Vertreter der 27 EU-Länder sollen in Brüssel vorläufig den Weg für das Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten Brasilien, Argentinien, Uruguay und Paraguay freigemacht haben. Laut informierter Kreise kam bei einer Abstimmung am Freitag die erforderliche Mehrheit zustande, bis zum Nachmittag müsse die jeweilige Zustimmung aber noch aus den EU-Hauptstädten bestätigt werden. Außerdem muss das Abkommen noch vom Europäischen Parlament gebilligt werden, bevor es in Kraft treten kann.
Größte Freihandelszone und Zugeständnisse an Agrarlobby
Die neue Freihandelszone wird die weltweit größte ihrer Art sein und umfasst mehr als 700 Millionen Einwohner. Die Einigung soll durch Zugeständnisse an die Agrarlobby ermöglicht worden sein, die die Konkurrenz aus den Mercosur-Staaten als Bedrohung für die europäische Landwirtschaft sieht. Berichten zufolge stimmte Frankreich aber trotzdem noch gegen das Vorhaben.
Das Abkommen sollte ursprünglich bereits vor Weihnachten in Brasilien unterzeichnet werden, scheiterte jedoch an der fehlenden Zustimmung Frankreichs und Italiens, das weitere Unterstützungszusagen für europäische Landwirte forderte. Die neue Freihandelszone wird auch als Zeichen gegen die protektionistische Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump gesehen. Geplant ist, Zölle und Handelsbarrieren zwischen der EU und den Mercosur-Staaten weitestgehend abzubauen. Die EU-Kommission schätzt, dass das Abkommen die jährlichen EU-Exporte nach Südamerika um bis zu 39 Prozent steigern kann, was mehr als 440.000 Arbeitsplätze in Europa unterstützen soll. Diese Angaben stammen von der EU-Kommission.
Bedenken zu Landwirtschaft, Umwelt und Standards
Kritiker befürchten, dass europäische Landwirte in einen Preiskampf gezwungen werden könnten und die Regenwaldzerstörung in Südamerika befeuert wird. Zudem gibt es Bedenken, dass die strengen EU-Standards für Lebensmittelsicherheit und Tier- und Pflanzenschutz ausgehöhlt werden könnten. Die EU-Kommission weist diese Vorwürfe zurück und betont, dass weiterhin nur Produkte, die den europäischen Vorschriften entsprächen, in die EU eingeführt werden dürften. Um den Protesten der Bauern entgegenzuwirken, hat die Europäische Kommission zusätzliche Sicherheitsklauseln ausgearbeitet, die bei schädlichen Importanstiegen Gegenmaßnahmen ermöglichen sollen.