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BKK wirft Kliniken Betrug mit überteuerten Pflegebudgets vor

Krankenhausbett am
Krankenhausbett am 28.01.2025 / via dts Nachrichtenagentur

Die Betriebskrankenkassen werfen deutschen Kliniken vor, Pflegebudgets in erheblichem Umfang missbräuchlich abzurechnen und damit die Finanzlage der Gesetzlichen Krankenversicherung weiter zu verschärfen. BKK-Verbandschefin Anne-Kathrin Klemm fordert deshalb die Abschaffung des seit 2020 geltenden Pflegebudgets und warnt vor einem finanziellen „Kipppunkt“ im Jahr 2026. Sie kritisiert zugleich die Sparpläne von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) als unzureichend und dringt auf umfassende Strukturreformen im Gesundheits- und Pflegewesen.

Vorwurf des Betrugs bei Pflegebudgets

Anne-Kathrin Klemm, Chefin des BKK-Dachverbands, wirft den deutschen Krankenhäusern unrechtmäßige Abrechnungen zulasten der gesetzlichen Krankenkassen vor. Seit die Versicherungen den Kliniken die Pflegebudgets ohne Begrenzung bezahlen müssten, nehme der Missbrauch zu, sagte sie der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“ (FAZ). „Kliniken setzen Pflegekräfte dazu ein, Flure zu wischen, anstatt am Krankenbett zu sein, Controller werden nur der Form halber zu Pflegeassistenten weitergebildet, damit man sie über das Pflegebudget abrechnen kann“, kritisierte Klemm in der FAZ. „Ich halte das für Betrug.“

Das Pflegebudget war 2020 eingeführt worden, um den Hospitälern außerhalb der Fallpauschalen ausreichend Geld für die Pflegekräfte zur Verfügung zu stellen und die Personalnot zu lindern. „Seitdem reichen die Kliniken ihre Pflegekosten einfach an die Kassen durch, die auf die Zahl der Kräfte oder deren Entlohnung keinerlei Einfluss haben“, sagte Klemm der FAZ. „Das war ursprünglich gut gedacht, aber inzwischen sind die Pflegegehälter so hoch, dass man das unbegrenzte Pflegebudget abschaffen sollte.“

Steigende Beiträge und unzureichende Entlastung

Klemm warnte in der FAZ, wegen der stark steigenden Ausgaben sei die Finanzlage der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) dramatisch. Der von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) für 2026 vorgegebene durchschnittliche Zusatzbeitragssatz von 2,9 Prozent sei mit den Erhöhungen im Januar bereits überschritten worden. Zusammen mit dem allgemeinen Satz von 14,6 Prozent verlangten die Kassen jetzt im Durchschnitt 17,7 Prozent.

Klemm erwartet laut FAZ für den Jahresverlauf neuerliche Anhebungen: „Ich rechne damit, dass die Beitragssätze noch im laufenden Jahr weiter steigen, wenn die Bundesregierung jetzt nicht gegensteuert.“ Das von der Ministerin für 2026 vorgelegte „Entlastungspaket“ für die Kassen über 1,8 Milliarden Euro bezeichnete sie gegenüber der Zeitung als „Peanuts“. „Warkens Sparideen reichen vorn und hinten nicht“, sagte Klemm der FAZ. „Die politischen Bemühungen fruchten bisher nicht.“

Forderungen an Bund, Reformkommission und Prävention

Klemm betonte in der FAZ, die von der Bundesregierung eingesetzte Reformkommission müsse im März tiefgreifende Veränderungen vorschlagen. Sie forderte eine Senkung des Mehrwertsteuersatzes auf Medikamente von 19 auf sieben Prozent sowie die vollständige Übernahme der Kassenbeiträge für Bürgergeldempfänger durch den Bund in Höhe von zehn Milliarden Euro im Jahr. Auch die Finanzen der Pflegeversicherung seien nach ihren Worten zerrüttet. Dort komme es in diesem Jahr nur wegen eines weiteren Bundeskredits nicht zu Beitragssatzerhöhungen. „Aber dieser Weg verschiebt das Problem nur, die vier Darlehen müssen irgendwann zurückfließen“, sagte die Verbandschefin dem Blatt. „Ich erwarte, dass im Sommer oder Herbst abermals Pflegekassen in Liquiditätskrisen geraten und gerettet werden müssen.“

In der FAZ mahnte Klemm: „2026 ist ein Kipppunkt, wenn wir jetzt nicht handeln, wird es nichts mehr mit den Reformen in dieser Legislaturperiode.“ Sie befürchtet, dass die AfD in den bevorstehenden Landtagswahlkämpfen die schlechte Lage im Gesundheits- und Pflegewesen für ihre Zwecke nutzen werde. „Die AfD hat die Defizite in der Versorgung entdeckt, die Misere lässt sich im Wahljahr 2026 populistisch ausschlachten“, warnte Klemm. „Die demokratischen Kräfte müssen die Gesundheits- und Pflegepolitik daher dringend ganz oben auf ihre Agenda setzen.“

Die Verbandsvorsitzende lehnt in der FAZ sowohl eine Verringerung der Krankenkassenzahl als auch die Einführung einer Praxisgebühr ab. „Drei, vier Euro je Kontakt, die jetzt im Gespräch sind, erzeugen nur Aufwand und Frust“, sagte sie der FAZ. Stattdessen sprach sie sich für eine Strafabgabe auf schädliche Nahrungsmittel aus: „Ich könnte mir eine Steuer auf stark verarbeitete Lebensmittel vorstellen, die besonders ungesund sind.“ Der Bund könnte nach ihren Worten auch eine Zuckersteuer einführen: „Sie würde schnell greifen, wie wir im Ausland sehen.“

Für eine bessere Prävention müsse ein Schulfach „Gesundheit“ eingeführt werden, regte Klemm in der FAZ an. Die Krankenversicherungen seien bereit, sich mehr für die Gesunderhaltung zu engagieren, doch seien ihnen oft gesetzlich die Hände gebunden: Selbst wenn das Einverständnis der Versicherten vorliege, dürften die Kassen Diabetes- oder Herz-Kreislauf-Patienten nicht proaktiv beraten oder Versicherte auf Vorsorgeuntersuchungen und Impfungen hinweisen. „Wir werden erst aktiv, wenn das Kind schon im Brunnen ist“ monierte Klemm gegenüber der FAZ. „Der Datenschutz ist derzeit ein Präventionshindernis.“

Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .

AFP

Ökonomen und Wirtschaft warnen vor EU-Klimazoll und Bürokratie

Frachthafen
Foto: dts

Ökonomen und Wirtschaftsvertreter üben deutliche Kritik am zum Januar in Kraft tretenden Klimazoll der Europäischen Union. Das unter dem Namen CBAM bekannte Instrument sei zwar gut gemeint, berge aber erhebliche bürokratische Belastungen und Risiken für die Wettbewerbsfähigkeit europäischer Unternehmen, warnen Fachleute. Besonders Verarbeiter von Vorprodukten und exportorientierte Firmen sehen laut einem Bericht der „Welt am Sonntag“ Nachteile.

Skepsis gegenüber Brüsseler Ansatz

Der Wirtschaftswissenschaftler Gabriel Felbermayr schreibt in einer bisher unveröffentlichten Untersuchung, über die die „Welt am Sonntag“ berichtet: „Die Motivation für dieses Instrument ist gut, aber – wie so oft – sind die Pläne noch nicht überzeugend“. Felbermayr war mehrere Jahre lang Präsident des Kieler Instituts für Weltwirtschaft und ist nun Direktor des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung.

Brüssels Maßnahme ist unter dem Namen CBAM bekannt. Bei der Einfuhr bestimmter Waren aus Ländern mit lockereren Umweltvorschriften – etwa Stahl, Zement und Dünger – wird an den Grenzen der EU nun ein Aufschlag fällig. Dazu sollen europäische Unternehmen ermitteln, wie viel Kohlendioxid während der Produktion der Importe entstanden ist.

Felbermayr hält ein Instrument wie CBAM prinzipiell für nötig, um negative Effekte der europäischen CO2-Bepreisung auszugleichen. Aber er kritisiert Brüssels Ansatz. Wie viel Kohlendioxid in einem Produkt stecke, lasse sich nur schwer feststellen, schreibt er in der von der „Welt am Sonntag“ zitierten Untersuchung. CBAM verursache daher „erhebliche bürokratische Kosten“. Unternehmen, die etwa Stahl oder Zement außerhalb der EU einkauften, würden belastet und könnten abwandern.

Vorschläge für alternative Ausgestaltung

Der Ökonom spricht sich in der Untersuchung für einen Zuschuss auf Exporte aus. Zudem schlägt er eine uniforme Abgabe auf Importe vor. Dann müssten europäische Unternehmen nicht länger Emissionen in fernen Ländern ermitteln, würden also entlastet. Eine Alternative könnte Felbermayr zufolge sein, Produzenten CO2-intensiver Güter – anders als bisher von der EU geplant – weiterhin kostenlose Zertifikate zuzuteilen. All das solle ihre Wettbewerbsfähigkeit erhalten.

Wirtschaft warnt vor Belastungen

Auch aus der Wirtschaft kommt Kritik an CBAM. Vorstand der Stiftung Familienunternehmen Rainer Kirchdörfer sagte der „Welt am Sonntag“: „Die EU hat ihren Grenzausgleich nicht zu Ende gedacht“. „Viele Verarbeiter betroffener Vorprodukte sind in höchster Sorge.“ Auch der Export drohe zu leiden. „Und das alles“, klagte Kirchdörfer, „in dieser sehr schwachen Konjunktur“. Aber im Grundsatz sei ein marktwirtschaftliches Instrument in der Klimapolitik richtig.

Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .

AFP

Umweltminister warnt: US-Grönlandpläne erinnern an Imperialismus

Carsten Schneider
Carsten Schneider (Archiv) / via dts Nachrichtenagentur

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) warnt angesichts neuer Konflikte um fossile Energien und Bodenschätze vor wachsender Abhängigkeit und fordert mehr Resilienz. Mit scharfen Worten kritisierte er insbesondere die US-Pläne für eine Annexion Grönlands und zog Parallelen zu imperialistischer Machtpolitik.

Bundesumweltminister Carsten Schneider (SPD) hat mit Blick auf neue Konflikte um fossile Energien und Bodenschätze mehr Widerstandskraft Europas angemahnt. Europa müsse gegenhalten und tue das bereits, sagte Schneider.

Kritik an US-Plänen zu Grönland

Zu den US-Plänen für eine Annexion Grönlands sagte Schneider der „Rheinischen Post“: „Wir können froh sein, dass es noch Gebiete auf der Welt gibt, die nicht ausgebeutet werden. Insofern betrachte ich die US-Fantasien mit großer Sorge. Zumal es mich an üble Zeiten des Imperialismus erinnert, solche Drohungen gegen ein anderes Land auszusprechen, das darüber hinaus noch in der Nato ist.“ Europa müsse dagegenhalten und tue das bereits, sagte Schneider der „Rheinischen Post“.

Warnung vor Abhängigkeit von Öl und Gas

„Wir leben in Zeiten, in denen Großmächte wie nun leider auch die USA Machtpolitik mit Öl und Gas betreiben. Wer davon abhängig ist, hat ein Problem“, mahnte der Umweltminister in der „Rheinischen Post“. „Wer es dagegen schafft, weniger Öl und Gas zu verbrauchen und wichtige Rohstoffe zu recyceln statt zu importieren, steht besser da. Deswegen sind für mich die Umweltthemen, also Recycling und erneuerbare Energien, wichtiger denn je, um unabhängig und resilient zu werden“, sagte der SPD-Politiker der „Rheinischen Post“.

Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .

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Anhaltende Iran-Proteste: Tote, Festnahmen und unklare Informationslage

Landkarte Iran
Iran / Foto: rot

Im Iran dauern die landesweiten Proteste weiter an, während Internet- und Telefonverbindungen vielerorts eingeschränkt sind und die Informationslage unübersichtlich bleibt. Menschenrechtsorganisationen berichten von zahlreichen Toten und Verletzten sowie hunderten Festnahmen. Neben Teheran sind auch andere Großstädte und zahlreiche Universitäten betroffen.

Anhaltende Proteste und unklare Lage

Die Menschenrechtsorganisation „Human Rights Activists in Iran“ (HRA) berichtet von mittlerweile mindestens 65 Toten, darunter 50 Protestler und 15 Polizisten oder Behördenvertreter. Es seien Proteste in 180 Städten registriert worden, hieß es.

In den Protesten soll es demnach weiterhin unter anderem um den Wertverfall der Landeswährung und Schwierigkeiten bei der Deckung des täglichen Bedarfs gehen. Viele Proteste finden am späten Abend statt, auch in Wohngebieten und von Dächern sollen Sprechchöre zu hören sein.

Einsatz der Sicherheitskräfte und zahlreiche Festnahmen

Die Behörden reagieren nach Angaben von Menschenrechtlern mit Hausdurchsuchungen und Verhaftungen als Mittel der Abschreckung und Einschüchterung, bei manchen Versammlungen sollen auch Schüsse zu hören sein. Laut Menschenrechtlern sind 2.311 Festnahmen gezählt worden – die tatsächliche Zahl könnte weitaus höher sein.

Zu den Teheraner Stadtteilen, in denen am dreizehnten Tag protestiert wurde, gehörten Chitgar, Moshiriyeh, Punak, Ashrafi Esfahani, Qeytarieh, der Westliche Ferdows Boulevard, Tehranpars, Rahahan Town (Eisenbahnviertel) und die Moqaddas-Ardabili-Straße. Neben Teheran deuten Berichte auch auf Proteste in den Städten Maschhad, Täbris, Schiras, Abhar, Zahedan und Karaj hin. Auch von 35 Universitäten werden Proteste gemeldet.

Berichte aus Krankenhäusern und wirtschaftlicher Hintergrund

Die BBC zitierte unterdessen in einem Bericht am Samstag mehrere Ärzte aus dem Iran, die mitteilte, ihre Krankenhäuser seien angesichts einer hohen Zahl von Verletzten überlastet.

Am 28. Dezember hatte die aktuelle Protestwelle in Teheran begonnen, Auslöser war der Zusammenbruch der iranischen Währung. Auf den internationalen Devisenmärkten ist der Iranische Rial mittlerweile praktisch wertlos geworden.

Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .

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Grüne fordern nach Stromausfall schärferen Schutz für Bundestag

Deutscher Bundestag
Deutscher Bundestag am 08.01.2026 / via dts Nachrichtenagentur

Nach dem tagelangen Blackout in Teilen Berlins infolge eines Anschlags auf das Stromnetz fordern die Grünen, das Sicherheitskonzept des Bundestags zu überprüfen. Die Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Bundestagsfraktion, Irene Mihalic, verweist auf die Verwundbarkeit der Kritischen Infrastruktur und mahnt eine Anpassung der Vorkehrungen an den „Stand der Zeit“ an. Der Bundestag betont dagegen, bereits über Notfallkonzepte zu verfügen und verweist aus Sicherheitsgründen auf fehlende Detailauskünfte.

Grüne verlangen Überprüfung des Schutzes des Bundestags

Irene Mihalic</em, Parlamentarische Geschäftsführerin der Grünen-Fraktion, forderte in den Zeitungen der Funke-Mediengruppe, den Bundestag klar als Teil der Kritischen Infrastruktur zu behandeln. "Auch der Deutsche Bundestag muss konsequent als Teil der Kritischen Infrastruktur verstanden werden", sagte Mihalic den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Der jüngste Stromausfall solle genutzt werden, um den Status quo der Sicherheitsmaßnahmen am Parlament zu überprüfen: "Der jüngste Stromausfall sollte zum Anlass genommen werden, um zu überprüfen, ob die bestehenden materiellen und rechtlichen Vorkehrungen beim Deutschen Bundestag dem Stand der Zeit entsprechen."

Hinweis auf Verwundbarkeit staatlicher Strukturen

Mihalic kritisierte, der Schutz der Kritischen Infrastruktur in Deutschland sei „über Jahre hinweg“ vernachlässigt worden. Es sei aus ihrer Sicht notwendig, die staatlichen Institutionen dauerhaft funktionsfähig zu halten: „Es ist entscheidend, dass wir die Funktions- und Handlungsfähigkeit unserer Verfassungsorgane auch in Ausnahmefällen sicherstellen“, sagte Mihalic den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Mit Blick auf die Ereignisse in Berlin betonte sie: „Die Sabotageangriffe in Berlin führen erneut vor Augen, wie verwundbar unser System ist – und welche verheerenden Folgen solche Angriffe haben können.“

Bundestag verweist auf vorhandene Notfallkonzepte

Der Bundestag verwies auf bestehende Sicherheitsstrukturen. „Der Deutsche Bundestag verfügt über Notfallkonzepte“, sagte ein Sprecher des Bundestags den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Zu Detailfragen der Sicherheitsarchitektur will die Verwaltung des Parlaments keine Angaben machen: „Zu weiteren Details gibt die Bundestagsverwaltung aus Sicherheitsgründen keine Auskunft.“

Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .

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Berlins Steuerbescheide kommen bundesweit am schnellsten an

Finanzamt (Archiv)
Finanzamt (Archiv) / via dts Nachrichtenagentur

Berlins Finanzämter bearbeiten Einkommensteuererklärungen im Bundesvergleich am schnellsten. Eine Auswertung des Online-Steuerportals Lohnsteuer-kompakt zeigt, dass die Wartezeit in der Hauptstadt im Schnitt deutlich unter dem Bundesdurchschnitt liegt, während Steuerpflichtige in Bremen am längsten auf ihren Bescheid warten mussten. Die Ergebnisse der Stichprobe werden vom Bundesfinanzministerium weitgehend bestätigt, das zugleich weitere Verbesserungen der Bearbeitungszeiten anstrebt.

Berlin vorn, Bremen Schlusslicht

Berlins Finanzämter benötigen der Stichprobe zufolge im Durchschnitt 46 Tage, um einen Steuerbescheid zu erstellen. In Hamburg und Sachsen waren es jeweils 47 Tage. Am langsamsten arbeiteten die Finanzämter in Bremen, wo zwischen Abgabe der Einkommensteuererklärung und Erhalt des Bescheids im Mittel 74 Tage vergingen. Über die Ergebnisse berichtet die „Welt am Sonntag“ unter Verweis auf die Auswertung von Lohnsteuer-kompakt.

Die Zahlen basieren nach Angaben des Betreibers des Online-Steuerportals auf rund 400.000 Steuererklärungen, die 2025 über die Plattform abgegeben wurden. Um Verzerrungen zu vermeiden, wurden nur jene Finanzämter berücksichtigt, bei denen mindestens 50 Erklärungen eingereicht wurden. Dies traf im Vorjahr auf 482 der insgesamt 517 Finanzämter zu.

Bundesweiter Durchschnitt sinkt

Im bundesweiten Durchschnitt benötigten die Finanzämter 50 Tage, um den Steuerbescheid zu erstellen. Das war ein Tag weniger als 2024 und sieben Tage weniger als 2023. Damals hatten Sonderaufgaben rund um die Corona-Pandemie und die anstehende Grundsteuerreform für einen Bearbeitungsstau in vielen Finanzämtern gesorgt, der sich nun aufgelöst hat. Bereits 2021 lag die durchschnittliche Bearbeitungszeit mit 49 Tagen noch etwas niedriger.

Das Bundesfinanzministerium bestätigt die Ergebnisse der Stichprobe weitgehend. „Für 2025 wird bezogen auf das Bundesgebiet eine durchschnittliche Bearbeitungszeit von 51 Kalendertagen erwartet“, teilte das Ministerium auf Anfrage mit. Noch liegt demnach keine amtliche Zahl vor. Für 2026 werde gemeinsam mit den Ländern eine durchschnittliche Bearbeitungszeit von 49 Kalendertagen für eine Einkommensteuererklärung angestrebt, hieß es weiter. „Diese Entwicklung soll insbesondere durch optimierte Abläufe und eine höhere Autofallquote erreicht werden“, sagte ein Sprecher.

Forderungen nach Digitalisierung und Vereinfachung

Aus Sicht der Deutschen Steuergewerkschaft besteht weiteres Potenzial zur Beschleunigung. „Das Ziel muss sein, dass der Großteil der Steuerpflichtigen überhaupt keine Steuererklärung mehr abgeben muss“, sagte der Bundesvorsitzende Florian Köbler. Um künftig schneller zu werden, sei nun die Politik gefragt: „Es braucht einen entschlossenen Ausbau der Digitalisierung und eine substanzielle Vereinfachung des Steuerrechts.“

Einen ähnlichen Ansatz vertritt der Bund der Steuerzahler. „Wir fordern seit Langem die vorausgefüllte Steuererklärung, die in anderen Ländern längst Standard ist“, sagte Daniela Karbe-Geßler, Leiterin Steuerrecht und Steuerpolitik. Die Finanzverwaltung habe viele Daten der Bürger, die sie besser nutzen könne. Dadurch lasse sich die Geschwindigkeit deutlich erhöhen.

Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .

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Laschet fordert Diplomatie gegen mögliche US-Annexion Grönlands

Bundeswehr-Soldaten (Archiv)
Bundeswehr-Soldaten (Archiv) / via dts Nachrichtenagentur

Der CDU-Außenpolitiker Armin Laschet warnt vor einem möglichen militärischen Vorgehen der USA gegen Grönland und fordert eine klare diplomatische Antwort der europäischen Partner. Zugleich betont er, ein Ende der Nato könne nicht im Interesse Washingtons sein und Europa dürfe nicht in einen Krieg gegen die USA hineingezogen werden.

Laschet warnt vor militärischer Eskalation

Der CDU-Außenpolitiker Armin Laschet hat dazu aufgerufen, die USA auf diplomatischem Weg von einem Griff nach Grönland abzubringen. „Wir müssen den Amerikanern in diplomatischen Gesprächen deutlich machen, dass ein militärisches Vorgehen gegen ein kleines Nato-Land das letzte Vertrauen in die Allianz zerstören würde“, sagte der frühere Parteivorsitzende und Kanzlerkandidat der Union den Zeitungen der Funke-Mediengruppe.

Ein Ende der Nato könne nicht im Interesse Washingtons sein. Auf die Frage, ob Dänemark auf den Beistand der europäischen Partner zählen könne, wenn es zum Äußersten komme, sagte Laschet den Zeitungen der Funke-Mediengruppe: „Die Europäer könnten nicht in einen Krieg gegen die USA ziehen.“ Das Weiße Haus schließt ein militärisches Vorgehen zur Annexion Grönlands ausdrücklich ein.

Geostrategische Bedeutung Grönlands

Grönland gewinne neue geostrategische Bedeutung, führte Laschet aus. Es seien dort immer mehr russische und chinesische Kriegs- und Handelsschiffe zu sehen, erklärte der Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Diese Herausforderung könnte die Nato gemeinschaftlich annehmen, ohne dass die Vereinigten Staaten sich Grönland einverleiben.“

Vergleich mit früheren US-Interventionen

Laschet verwies darauf, dass Interventionen im Ausland keine Besonderheit von US-Präsident Donald Trump seien. „Die Tötung von Osama bin Laden ohne Gerichtsbeschluss auf pakistanischem Boden unter Präsident Obama war völkerrechtlich genauso kritisch“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. „Wir waren damals alle erleichtert.“

Der Außenpolitiker rechtfertigte zudem die zurückhaltende Reaktion der Europäer nach der Entführung des venezolanischen Präsidenten Nicolás Maduro. Eine offene Kritik europäischer Regierungschefs am US-Präsidenten „hätte das Ende der Ukraine-Verhandlungen bedeutet“, sagte er den Zeitungen der Funke-Mediengruppe. Auf die Nachfrage, ob man Trump mit Leisetreterei bei Laune halten könne, entgegnete Laschet: „Was hätten wir denn tun sollen? Den Geschäftsträger in der amerikanischen Botschaft einbestellen? Sanktionen gegen die USA verhängen? Amerikanische Vermögenswerte einfrieren? Maduros Freilassung fordern? Die wichtigste Aufgabe ist, den Ukraine-Krieg bald zu beenden und die Ukraine zu schützen. Und das geht nur mit den Amerikanern.“

Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .

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14. bis 20. Januar: Ersatzverkehr der Linie R18 zwischen Wilhelmshaven und Osnabrück Hbf

Zug der Nordwestbahn
Zug der Nordwestbahn / dts

Aufgrund von Instandhaltungsarbeiten an der Infrastruktur und Strecke der Deutschen Bahn weichen einige Zugverbindungen der NordWestBahn-Linie RE 18 Mitte Januar vom gewohnten Fahrplan ab.

Verschiedene Einschränkungen zu beachten

In den späten Abend-, Nacht- und frühen Morgenstunden von Mittwoch, 14. Januar, bis Sonntag, 18. Januar, wird auf verschiedenen Streckenabschnitten zwischen Wilhelmshaven und Osnabrück Hbf ein Ersatzverkehr mit Bussen eingerichtet. Die reguläre Zugverbindung um 23:36 Uhr ab Oldenburg (Oldb) fährt am Samstag, 17. Januar, 30 Minuten später. Zudem entfällt bei einigen Zugverbindungen von Montagabend, 19. Januar, bis Dienstagmorgen, 20. Januar, der Halt in Sande. Hierfür ist ein Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Wilhelmshaven und Varel (Oldb) eingerichtet.

Keine Fahrradmitnahme im Ersatzverkehr

Die Fahrgäste werden gebeten, die veränderten Fahrzeiten bei ihrer Reiseplanung zu beachten. Die Mitnahme von Fahrrädern ist in den SEV-Bussen leider nicht möglich.

Weitere Infos online

Die Änderungen sind im Ersatzfahrplan unter nordwestbahn.de zu finden und in den digitalen Auskunftsmedien bahn.de und fahrplaner.de einsehbar. Zudem gibt es auf der Webseite auch die Möglichkeit zum Abonnieren eines Newsletters mit individueller Streckenauswahl zur Information über geplante Baustellen.

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Umfrage: Deutsche sehen größte Gefahr in inneren Problemen

Menschen am
Menschen am 01.05.2025 / via dts Nachrichtenagentur

Viele Menschen in Deutschland sehen die größten Gefahren für das Land derzeit in inneren Problemen wie dem Bildungswesen, gesellschaftlichen Spannungen und der wachsenden sozialen Ungleichheit. Das zeigt eine Forsa-Umfrage im Auftrag des Deutschen Beamtenbunds, über die die „Rheinische Post“ berichtet. Demnach werden Bedrohungen von außen wie Kriege, Klimawandel und Flucht deutlich seltener als vorrangige Gefährdungen genannt.

Innere Probleme dominieren Gefährdungswahrnehmung

Auf die Frage, wodurch Deutschland derzeit am meisten gefährdet sei, wurden in der Forsa-Umfrage für den Deutschen Beamtenbund laut „Rheinischer Post“ vor allem Missstände im Innern genannt. Am häufigsten verwiesen die Befragten auf Probleme im Bildungssystem: 90 Prozent der Bürger sehen hier starke bis sehr starke Probleme.

An zweiter Stelle folgen mit 88 Prozent gesellschaftliche Spannungen und Konflikte. Dahinter rangieren wachsende Unterschiede zwischen Arm und Reich, die 85 Prozent der Befragten als starkes bis sehr starkes Problem bewerten, sowie die verfallende Infrastruktur mit 83 Prozent. Ebenfalls 83 Prozent sehen in Hackerangriffen und Cyberkriminalität ein erhebliches Gefährdungspotenzial.

Beamtenbund-Chef kritisiert Debatte über Berufsbeamtentum

Der Bundesvorsitzende des Deutschen Beamtenbunds, Volker Geyer, sieht einen direkten Zusammenhang zwischen den wahrgenommenen Gefahren und der Leistungsfähigkeit des Staates. Er sagte der „Rheinischen Post“, all dies sei unmittelbar mit der Handlungsfähigkeit des Staates verknüpft: „Wir wissen doch, dass uns zum Beispiel allein über 100.000 Lehrer fehlen. Deswegen halte ich es für skandalös, dass wir unnötige Debatten über das Berufsbeamtentum führen. Das ist die komplett falsche Diskussion. Wir müssen Antworten darauf finden, dass der Unterricht zu oft ausfällt und die Klassen zu groß sind.“

Blick auf „lösbare Dinge vor Ort“

Geyer äußerte gegenüber der „Rheinischen Post“ auch eine Einschätzung dazu, warum äußere Bedrohungen wie Kriege, Klimawandel und Flucht in der Umfrage weniger gravierend bewertet werden. „Die Menschen richten ganz natürlich den Blick weg von den Multikrisen, von denen sie sich überfordert und umzingelt fühlen, hin zu den lösbaren Dingen vor Ort. Das halte ich für eine verständliche Reaktion. Gerade jetzt brauchen die Menschen Verlässlichkeit.“

Es sei fatal, wenn die Bürger zugleich den Eindruck hätten, der Staat lasse sie im Stich, so Geyer weiter in der „Rheinischen Post“: „Wir müssen wieder dahinkommen, dass er sich kümmert, dass er schützt. Das ist zuletzt gut in der Bankenkrise gelungen, als Angela Merkel und Peer Steinbrück den Sparern Sicherheit zugesagt und auch geliefert haben. Vergleichbares gilt für den Beginn der Corona-Pandemie.“

Für die Forsa-Umfrage im Auftrag des Deutschen Beamtenbunds wurden laut „Rheinischer Post“ am 18. und 19. Dezember 1.004 Bürger befragt.

Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .

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Bauern sehen Frost und Schnee als Chance für Ernte

Schneebedecktes Feld
Schneebedecktes Feld / Foto: dts

Bauernverbände in Deutschland sehen die Landwirtschaft gut auf den aktuellen Kälteeinbruch und den Schneesturm vorbereitet. Vertreter der Branche berichten von geringen Kälteproblemen bei Aussaat und Pflanzen und erwarten sogar positive Effekte für die Ernte. Gleichzeitig verweisen die Verbände auf praktische Schwierigkeiten durch eingefrorene Leitungen, glatte Straßen und höhere Kosten im Stall.

Frost als Chance für die Ernte

Kälteprobleme gebe es weder bei der derzeitigen Aussaat des Wintergetreides noch für die Nutzpflanzen, sagte Konrad Westphale, Vizechef beim Landvolk Niedersachsen, dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (RND). „Der frühe Frost Ende November hat eine Art Winterruhe bei den Pflanzen hervorgerufen und auch den Befall mit Läusen gestoppt.“ Den aktuellen Schnee und Frost bewerte er daher als „grundsätzlich erst einmal gut“. Niedersachsen gilt als eine der Speisekammern Deutschlands und war stark vom Sturmtief „Elli“ betroffen.

Positive Effekte durch „Frostgare“

„Die Ernte kann sogar vom Frost profitieren“, betonte auch Peter Röhrig, Biobauer und geschäftsführender Vorstand des Bundes Ökologische Lebensmittelwirtschaft, gegenüber dem RND. Durch die sogenannte „Frostgare“ – ein Prozess, bei dem Eiskristalle das Wasser im Erdreich dehnen und es so auflockern – könnten die Böden mehr Luft, Wasser und Nährstoffe speichern. Dies erleichtere die anstehende Aussaat im Frühjahr, so Röhrig. Zudem könne der aktuelle Frost Schädlinge abtöten.

Mehr Aufwand durch Kälte und Schnee

Zu den Problemen, die das Extremwetter der Landwirtschaft bereitet, zählen laut den Verbänden eingefrorene Leitungen, spiegelglatte Straßen für Lieferwagen und dass Schnee die Böden weniger wässere als Regen. Bei lang anhaltender Kälte verlängere sich zudem die Stallsaison und damit die Kosten für Einstreu, Futter und Energie, erklärten sie auf RND-Anfrage.

Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .

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