Spielschein für Eurojackpot / via dts Nachrichtenagentur
Bei der Dienstags-Ausspielung des Eurojackpots sind am Abend die aktuellen Gewinnzahlen gezogen worden. Die Zahlen wurden aufgrund eines Fehlers zunächst verspätet bekannt gegeben, nachdem in einer früheren Meldung versehentlich die Zahlen der vorherigen Ziehung verbreitet worden waren.
Aktuelle Gewinnzahlen und Eurozahlen
Die Gewinnzahlen der Dienstags-Ausspielung des Eurojackpots lauten 10, 18, 20, 23, 27. Die beiden „Eurozahlen“ sind die 1 und die 6. Diese Angaben sind ohne Gewähr.
Gewinnwahrscheinlichkeit und Hinweis auf Spielsucht
Die Gewinnwahrscheinlichkeit in der Gewinnklasse 1, also beim eigentlichen „Eurojackpot“, liegt bei 1:140 Millionen. Glücksspiel kann süchtig machen.
Fehler bei der Bekanntgabe der Zahlen
Die Zahlen waren zur letzten Ziehung in diesem Jahr deutlich später als sonst üblich bekannt gemacht worden. In einer früheren Version dieser Meldung wurden versehentlich die Zahlen von letztem Freitag verbreitet.
Die US-Börsen haben am Dienstag mit leichten Verlusten geschlossen. Gleichzeitig wächst in der US-Notenbank Federal Reserve der Widerstand gegen weitere Leitzinssenkungen, wie aus dem Protokoll der jüngsten Zinssitzung hervorgeht. Am Devisen-, Gold- und Ölmarkt kam es zu moderaten Kursbewegungen.
Leichte Verluste an den US-Aktienmärkten
Die US-Aktienindizes haben den Handel am Dienstag schwächer beendet. Zu Handelsende in New York wurde der Dow mit 48.367 Punkten berechnet, ein Minus in Höhe von 0,2 Prozent im Vergleich zum vorherigen Handelstag. Wenige Minuten zuvor war der breiter gefasste S&P 500 mit rund 6.896 Punkten 0,1 Prozent im Minus, die Technologiebörse Nasdaq berechnete den Nasdaq 100 zu diesem Zeitpunkt mit rund 25.463 Punkten 0,3 Prozent im Minus.
Wachsende Skepsis in der Federal Reserve
In der US-Zentralbank Federal Reserve wächst der Widerstand gegen weitere Leitzinssenkungen. Das geht aus dem Minutenprotokoll der letzten Zinssitzung der Fed hervor. Dort waren die meisten Teilnehmer der Ansicht, dass weitere Abwärtskorrekturen des Zielkorridors für den Leitzins wahrscheinlich angemessen wären, wenn die Inflation wie erwartet im Laufe der Zeit zurückgehen würde. Jedoch schlugen einige Teilnehmer vor, dass „es angesichts ihrer Konjunkturprognosen wahrscheinlich angemessen wäre, den Zielkorridor nach einer Senkung in dieser Sitzung für einige Zeit unverändert zu lassen“ (Quelle: Minutenprotokoll der letzten Zinssitzung der Fed).
Von hohen Zinsen erwarten sich die Notenbanker typischerweise eine Senkung der allgemeinen Teuerung. Hohe Zinsen gelten zugleich als schlecht für die Aktienmärkte und für wirtschaftliche Investitionen.
Währungs-, Gold- und Ölmarkt in Bewegung
Die europäische Gemeinschaftswährung war am Dienstagabend etwas schwächer: Ein Euro kostete 1,1747 US-Dollar, ein Dollar war dementsprechend für 0,8513 Euro zu haben.
Der Goldpreis konnte profitieren, am Abend wurden für eine Feinunze 4.348 US-Dollar gezahlt (+0,4 Prozent). Das entspricht einem Preis von 119,01 Euro pro Gramm.
Der Ölpreis sank unterdessen: Ein Fass der Nordsee-Sorte Brent kostete am Dienstagabend gegen 22 Uhr deutscher Zeit 61,31 US-Dollar, das waren 18 Cent oder 0,3 Prozent weniger als am Schluss des vorherigen Handelstags.
Der völlig ausgebrannte Mazda auf der A30 / Foto: Heiko Westermann
Schreckmoment am Dienstagabend auf der Autobahn A30: Zwischen Melle und Bissendorf gerät ein Pkw während der Fahrt in Brand. Der Fahrer und seine Beifahrerin konnten das Fahrzeug rechtzeitig verlassen und blieben unverletzt.
Für die Löscharbeiten musste die Autobahn in Richtung Osnabrück zeitweise voll gesperrt werden.
Metallisches Knallgeräusch – dann Warnlampen und Rauch
Wie die Polizei mitteilt, wurden die Einsatzkräfte um 17.17 Uhr alarmiert. Der Vorfall ereignete sich auf der A30 in Fahrtrichtung Osnabrück, zwischen dem Rastplatz Rottkamp und der Anschlussstelle Bissendorf.
Der Fahrer hörte zunächst ein metallisches Knallgeräusch aus dem Fahrzeug, nahezu zeitgleich leuchteten mehrere Warnlampen auf. Andere Verkehrsteilnehmer machten ihn anschließend auf eine Rauchentwicklung aufmerksam. Der Mann reagierte sofort, steuerte den Wagen auf den Standstreifen und hielt an.
Insassen retten sich rechtzeitig aus brennendem Mazda
Der Fahrer und seine Beifahrerin konnten den Mazda unverletzt verlassen und setzten umgehend einen Notruf ab. Kurz darauf wurden auch Flammen sichtbar. Bis zum Eintreffen der Feuerwehr stand das Fahrzeug bereits in Vollbrand.
Autobahn A30 zeitweise voll gesperrt in Richtung Osnabrück
Für die Löscharbeiten wurde die A30 in Fahrtrichtung Osnabrück zunächst komplett gesperrt. Während der anschließenden Bergung des ausgebrannten Wracks konnte der Verkehr dann einspurig an der Einsatzstelle vorbeigeführt werden.
Gegen 18.50 Uhr floss der Verkehr nach Polizeiangaben wieder ungehindert.
Renaldo Schwarzenberger (Archiv) / via dts Nachrichtenagentur
Die im Nationalsozialismus verfolgte Gruppe der Jenischen dringt mit neuen Gutachten auf ihre Anerkennung als fünfte nationale Minderheit in Deutschland. Während die Bundesregierung bisher davon ausgeht, dass die Voraussetzungen dafür nicht erfüllt sind, widersprechen die Gutachten dieser Einschätzung. Eine abschließende Bewertung durch die zuständigen Stellen steht noch aus.
Jenische legen Gutachten zur Anerkennung vor
Die Jenischen haben dem Bundesinnenministerium mehrere Gutachten vorgelegt, mit denen sie ihren Anspruch unterstreichen, als fünfte nationale Minderheit anerkannt zu werden. Das berichtet der „Spiegel“ (Mittwochausgabe). Die im Nationalsozialismus verfolgte Gruppe will damit belegen, dass sie die Kriterien erfüllt, die für eine Anerkennung als nationale Minderheit in Deutschland gelten.
Bislang geht die Bundesregierung davon aus, dass sich die Jenischen nicht durch eine eigene Sprache, Kultur und Geschichte vom Mehrheitsvolk unterscheiden und somit nicht alle Kriterien zur Anerkennung erfüllen. Dem wird in den Gutachten widersprochen.
Bundesregierung hält an bisheriger Linie fest
Bernd Fabritius (CSU), Beauftragter der Bundesregierung für nationale Minderheiten, erklärte, eine Auswertung der Materialien stehe noch aus. „Bis auf Weiteres gilt die bisherige Position der Bundesregierung“, so Fabritius. Konkrete Schlussfolgerungen aus den vorgelegten Gutachten liegen demnach noch nicht vor.
Die Wurzeln der Jenischen, die als „Landfahrer“ diskriminiert wurden, gehen mutmaßlich bis ins Mittelalter zurück. Schätzungsweise 200.000 Jenische sollen in Deutschland leben. In der Bundesrepublik gelten offiziell bislang Dänen, Friesen, Sorben sowie Sinti und Roma als nationale Minderheiten.
Kritik vom Zentralrat der Jenischen
Renaldo Schwarzenberger, Vorsitzender des Zentralrats der Jenischen Deutschlands, warf der Bundesregierung vor, sich mit ihrer Haltung auf den Treffen europäischer Minderheiten „zu isolieren“. In der Schweiz werden die Jenischen seit Längerem als Minderheit anerkannt.
Karl-Rudolf Korte (Archiv) / via dts Nachrichtenagentur
Der Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte hat CDU und Bundeskanzler Friedrich Merz dazu aufgerufen, den Unvereinbarkeitsbeschluss der Partei zur Linkspartei vor den Landtagswahlen 2026 zu überarbeiten. Die bisherige Linie der CDU sei in der politischen Praxis bereits aufgeweicht, zugleich müsse die Brandmauer zur AfD klar bestehen bleiben, betonte Korte im Gespräch mit dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Mittwochausgaben).
Forderung nach neuer Formulierung zur Linkspartei
Der Politikwissenschaftler Karl-Rudolf Korte kritisierte den bestehenden Unvereinbarkeitsbeschluss der CDU zur Linkspartei. „Der Beschluss wirkt wie aus der Zeit gefallen“, sagte Korte dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“ (Mittwochausgaben). „Die Unvereinbarkeitserklärung zur Linkspartei ist in der parlamentarischen Praxis im Bund und in den Ländern markant aufgeweicht“, erklärte er.
„Es wäre eine strategische Vorbereitung für das anstehende Wahljahr, wenn der CDU-Bundesparteitag im Februar den Wortlaut der Unvereinbarkeitserklärung neu fasst und eine klügere und angemessenere Formulierung findet“, sagte Korte laut „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. Die „konstruktive Linke“ habe nach seinen Worten bewiesen, dass sie staatstragend agieren könne.
Klare Abgrenzung zur AfD gefordert
Gleichzeitig unterstrich Korte die Notwendigkeit einer eindeutigen Distanz zur AfD. Die Brandmauer zur AfD müsse stehen, „wenn es um den Schutz und die Wehrhaftigkeit der freiheitlich demokratischen Grundordnung geht“, sagte er dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.
AfD-Erfolge nicht „herbeifürchten“
Mit Blick auf die hohen AfD-Umfragewerte in Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vorpommern erwartet Korte nach eigenen Worten dennoch keine Regierungsübernahme durch die Partei. Die Umfragen ließen noch viel Platz für eine Mobilisierung der Mitte, um das zu verhindern. „Man sollte die AfD nicht herbeifürchten“, mahnte er gegenüber dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.
„Die politische Mitte hat jetzt die Wahl: Tut sie nichts, ebnet sie der AfD den Weg an die Regierung. Besinnt sie sich auf die Stärken der europäischen Errungenschaften und freiheitliche Werte, kann sie in die Offensive kommen. Die demokratischen Parteien müssen im übertragenen Sinne die bessere Party anbieten. Die, auf die alle wollen“, sagte Korte dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“.
Bei der Dienstags-Ausspielung des Eurojackpots sind am Abend die aktuellen Gewinnzahlen ermittelt worden. Neben den fünf Hauptzahlen wurden auch die beiden Eurozahlen bekannt gegeben, mit denen sich der Hauptgewinn sichern lässt.
In der Dienstags-Ausspielung des Eurojackpots wurden am Abend die Gewinnzahlen gezogen. Sie lauten 15, 21, 26, 29, 42, die beiden „Eurozahlen“ sind die 4 und die 12. Diese Angaben sind ohne Gewähr.
Geringe Gewinnchancen in der höchsten Klasse
Die Gewinnwahrscheinlichkeit in der Gewinnklasse 1, also beim eigentlichen „Eurojackpot“, liegt bei 1:140 Millionen. Glücksspiel kann süchtig machen.
Steuerliche Behandlung von Lottogewinnen
Da ein Lottogewinn in Deutschland keiner der sieben Einkommensarten, die einer Einkommenssteuer unterliegen, zugeordnet werden kann, ist ein Gewinn allgemein steuerfrei.
Ex-Vizekanzler Sigmar Gabriel (SPD) hat eine Rückkehr zur Wehrpflicht als deutliches Signal an Russland gefordert. Deutschland müsse in der Sicherheits- und Verteidigungspolitik nach seiner Auffassung vor allem „Mut“ und „Haltung“ zeigen. Der frühere SPD-Chef sieht darin ein sichtbares Zeichen dafür, die eigene Lebensweise entschlossen zu verteidigen.
„Mut“ und „Haltung“ gegenüber Russland
Sigmar Gabriel</em) forderte in der „Bild“ (Mittwochausgabe) eine klare Reaktion Deutschlands in Richtung Russland. Deutschland müsse „Mut“ und „Haltung“ zeigen, sagte Gabriel der „Bild“ (Mittwochausgabe). „Putin hat nicht Angst vor der Anzahl unserer Panzer. Wenn er Respekt hat, dann vor dem Mut, die Art, wie wir leben, zu verteidigen. Unsere Haltung ist entscheidend“, erklärte Gabriel, der Teil des Aufsichtsrats von Rheinmetall ist.
Wehrpflicht als sichtbares Beispiel
An die Wehrpflicht knüpft Gabriel die Erwartung, dass sie diese Haltung nach außen sichtbar mache. „Wir wollen so leben, wie wir das wollen und nicht so, wie uns das andere befehlen. Das finde ich ist eine Haltung, die wir ausstrahlen müssen. Dafür ist die Wehrpflicht ein sichtbares Beispiel“, so Gabriel in der „Bild“ (Mittwochausgabe).
Debatte über die Wehrpflicht
Nach Auffassung Gabriels wäre bereits eine öffentliche Auseinandersetzung über das Thema bedeutsam gewesen. Seiner Ansicht nach „hätte uns Deutschen allein die Debatte darum gut getan“, sagte der Ex-SPD-Chef der „Bild“ (Mittwochausgabe). „Weil dann in der Gesellschaft mal klar geworden wäre, in wie unfriedlichen Zeiten wir heute schon leben.“
Der Mittelstandsverband BVMW warnt vor zusätzlicher Bürokratie durch die Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie, während Gewerkschaften in dem Vorhaben einen wichtigen Schritt für mehr Lohngerechtigkeit sehen. Wirtschaftsverbände kritisieren vor allem neue Dokumentations- und Berichtspflichten, Gewerkschaften halten die bestehenden gesetzlichen Regelungen für wirkungslos und dringen auf schärfere Vorgaben.
Streit um Bürokratiebelastung durch EU-Richtlinie
Der Bundesgeschäftsführer des Mittelstands-Verbands BVMW, Christoph Ahlhaus, hat vor zusätzlichem Bürokratieballast durch die Umsetzung der EU-Entgelttransparenzrichtlinie gewarnt. Er begrüße zwar den Willen von Bildungsministerin Karin Prien (CDU), für mehr Gerechtigkeit bei der Bezahlung zu sorgen, sagte Ahlhaus dem „Spiegel“. Doch dabei komme es darauf an, nicht denselben Fehler wie beim Lieferketten-Sorgfaltspflichten-Gesetz zu machen.
„Sich in guten Absichten sonnen und das bürokratische Klein-Klein den Unternehmen rüberzuflanken, ist das genaue Gegenteil von dem, was versprochen war: Bürokratieabbau, statt immer neuer Doku- und Berichtspflichten“, mahnte er. „Für ein Gender Pay-Gap, das nicht bei 16, sondern bereinigt nur bei sechs Prozent liegt, sind die Bürokratieböller, die hier abgefeuert werden könnten, eindeutig zu groß“, so der Mittelstandsvertreter.
Das Ziel der Europäischen Richtlinie 2023/970 ist, dass Männer und Frauen für gleiche Arbeit den gleichen Lohn bekommen. Dazu sieht die Richtlinie eine größere Transparenz über gezahlte Gehälter vor. Deutschland ist verpflichtet, sie bis Juni 2026 in nationales Recht umzusetzen.
Arbeitgeberverbände versus Gewerkschaften
Der Hauptgeschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Steffen Kampeter, hatte die Richtlinie zuletzt gegenüber der „Bild“ als „Angriff auf die Tarifverträge“ in Deutschland bezeichnet. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) weist diesen Vorwurf nun zurück. „Die BDA versucht von Beginn an mit fadenscheinigen Argumenten, die Richtlinie zu torpedieren und aufzuweichen“, sagte die stellvertretende DGB-Vorsitzende Elke Hannack dem „Spiegel“.
Einen Angriff auf die Tarifpartnerschaft sehe sie nicht. „Das Gegenteil ist der Fall: Mit dieser Richtlinie sollen auch Tarifpartnerschaft und Tarifbindung gestärkt werden – denn damit wird zugleich die Entgeltdiskriminierung bekämpft“, so Hannack.
Forderung nach wirksamen Regeln
„Unser aktuelles nationales Entgelttransparenzgesetz ist leider weitgehend wirkungslos geblieben – auch in dem damaligen Gesetzgebungsprozess hatte sich die BDA für wachsweiche Regelungen eingesetzt“, kritisierte Hannack. „Wir leben im 21. Jahrhundert – und weil die gleiche Bezahlung von Frauen und Männern offensichtlich immer noch nicht selbstverständlich ist, brauchen wir wirksame Regeln“, fügte sie hinzu.
Christian Wulff (Archiv) / via dts Nachrichtenagentur
Alt-Bundespräsident Christian Wulff hat die Bundesregierung von Kanzler Friedrich Merz (CDU) scharf kritisiert und einen grundlegenden Kurswechsel gefordert. Regierung und Kanzler müssten die aktuelle Krise aktiv annehmen und mit klaren Entscheidungen, besserer Kommunikation und sichtbaren Signalen des Verzichts reagieren. Zugleich warb Wulff für einen anderen Blick auf Zuwanderung und sprach über persönliche Lehren aus seiner eigenen politischen Krise.
„Es kann keinesfalls weitergehen“
Der frühere Bundespräsident Christian Wulff forderte von der Bundesregierung einen Neuanfang. „Der Jahreswechsel muss von der Regierung wirklich als Anlass zur Erleuchtung genutzt werden“, sagte Wulff der „Süddeutschen Zeitung“ (Mittwochausgabe). „Denn so, wie es bisher gelaufen ist, kann es keinesfalls weitergehen. Da braucht es einen echten Neustart.“
In einer Krise müsse man aktiv handeln, betonte Wulff. „Es nutzt also nichts, immer zu klagen, man sei von den Umständen geschlagen, vom Ukraine-Krieg, von der Zollpolitik der Amerikaner oder sonst irgendwelchen widrigen Umständen. Die entscheidende Frage ist: Wie reagieren wir darauf?“ In Richtung von Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) sagte er: „Ich kann nicht immer nur die Probleme beschreiben, wenn ich im Driver Seat sitze. Wenn ich im Driver Seat sitze, muss ich fahren.“
Forderung nach ambitionierterer Politik und besserer Kommunikation
Von der Bundesregierung erwartet Wulff mehr Entschlossenheit. „Die Bundesregierung müsse ambitionierter werden. „Diese kleine große Koalition muss sich schnell auf viel mehr einigen und dies konsequent umsetzen.“ Auch die Art der Darstellung politischer Entscheidungen spiele dabei nach seiner Ansicht eine wichtige Rolle. „Auch die Kommunikation müsse besser werden. „Da kann man auch mal ein Zeichen setzen und sagen: Wir selbst kommen mit weniger Ministerien, mit weniger Mitteln aus“, so der Alt-Bundespräsident. „Denn das ist entscheidend: Die Menschen brauchen eine Verheißung. Dann sind sie auch bereit, Opfer zu bringen.“
Debatte über Migration und persönliche Krisenerfahrung
Wulff kritisierte zudem die Migrationsdebatte in Deutschland. Viele Menschen wollten nicht sehen, „welche Chancen in Zuwanderung und in einer vielfältigen Gesellschaft liegen, auch wirtschaftlich“, sagte er der „Süddeutschen Zeitung“. „Bei uns leben viele kluge Syrer. Wenn wir die pendeln lassen, können sie ihr Heimatland wieder aufbauen, zum Vorteil der deutschen Wirtschaft. Ähnlich ist es in Gaza oder der Ukraine: Der Wiederaufbau, der nötig sein wird, bietet enorme Chancen für die deutsche Wirtschaft.“
Im Gespräch mit der „Süddeutschen Zeitung“ sprach Wulff auch über seinen Rücktritt als Bundespräsident im Februar 2012. „Diese Wochen rund um meinen Rücktritt aus dem Amt des Bundespräsidenten waren ein nicht zu beschreibender Albtraum. Aber heute bin ich dankbar für diese und für alle anderen Krisen in meinem Leben.“ Große Krisen seien immer auch eine Chance, so Wulff. „Weil es Ihnen völlig neue Ebenen der Erkenntnis ermöglicht. Sie wissen zum Beispiel, wer Ihre Freunde sind. Und Sie verstehen, wie viel besser es ist, fünf echte, richtige Freunde zu haben, als 50 falsche, die nur so tun, als wären sie in schlechten Zeiten für Sie da.“