Schon Ende des Monats verlässt Ulrich Wölfer die Firma Unibail-Rodamco, mit ihm verlieren die Spitzen von Stadtverwaltung und Politik ihren direkten Ansprechpartner im Management des französischen Shoppingcenter-Investors.

Wie die Immobilien-Zeitung schreibt, wird nach dem Weggang von Ulrich Wölfer (55) nur noch ein ehemaliger Mitarbeiter der alten mfi-Führungsmannschaft im Unibail-Management verbleiben. Auf „Arbeitsebene“ ist Björn Reineking weiterhin für Osnabrück tätig und fungiert als Geschäftsführer der Neumarkt 14 GmbH, in der die Immobilien gebündelt sind, die potentiell für das Einkaufszentrum weichen könnten.

Neuer Unibail-Entwicklungschef ist keine „mfi-Altlast“

Als Nachfolger von Ulrich Wölfer wurde Michael Hartung bestimmt. Der neue „Chief Development Officer“ war zuvor im METRO-Konzern tätig und hat keine Verbindungen zur ehemaligen mfi-Truppe, die ursprünglich mit der Idee für ein Shoppingcenter in Osnabrück hausieren gingen, es nach dem Verkauf der mfi aber an Taten in der Hasestadt mangeln liessen.
Die Verzögerungen am Standort Osnabrück wurden zuletzt auch damit begründet, dass Unibail-Rodamco andere Standards bei der Gestaltung seiner Shoppingcenter vorgeben würde und deshalb die Kreativen in der Pariser Unibail-Zentrale nochmals alles für das zwischenzeitlich „OSKAR“ genannte Projekt umplanen müssten.

"Kachelhaus" am Neumarkt
Leerstand und Verfall seit Jahren: Das „Kachelhaus“ am Neumarkt.

Wölfer versprach in Osnabrück viel und hielt wenig

In Osnabrück war Wölfer ein regelmäßiger Gast, wenn es darum ging Politik und Verwaltung bei erneut geplatzten Terminversprechen für das Shoppingcenter die Sorgen zu nehmen und neue Termine in Aussicht zu stellen.
Im Jahr der Kommunalwahl war Ulrich Wölfer bei einer öffentlichen Veranstaltung der CDU-Ratsfraktion zu Gast, bei einer Veranstaltung der SPD-Ratsfraktion liess er sich im vergangenen Jahr kurzfristig vertreten.
Gegenüber Oberbürgermeister Wolfgang Griesert versprach Wölfer im Dezember 2015, dass spätestens im Frühjahr 2016(!) mit den Abbrucharbeiten begonnen werde. Damals ging der Oberbürgermeister noch von einer Eröffnung des Einkaufscenters im Jahr 2018 aus.
In Osnabrück erschien Wölfer letztmalig öffentlich in Erscheinung, als er nach einem Gespräch mit dem Oberbürgermeister gegenüber der NOZ (Abruf ggf. kostenpflichtig) die „Realisierungswahrscheinlichkeit“ des Shoppingscenters auf 90% „taxierte“. Griesert selbst hatte kurz zuvor seinen Glauben an das Shoppingcenter nur noch mit „mehr als 50%“ beziffert. Die Zukunftswahrscheinlichkeit Wölfers bei Unibail-Rodamco hingegen liegt inzwischen bei 0%.

Archiv-Foto Wölfer/Griesert: Dr. Sven Jürgensen

30 KOMMENTARE

  1. Das erinnert mich an die Folge der Simpsons wo der Stadt Springfield eine Einschienenbahn angedreht wurde – Nur wurde die wenigstens noch gebaut 😀 Osnabrück ist echt ne riesen Lachnummer.

  2. Warum wird nicht endlich mal Klartext geredet? Entweder das Shoppingcenter kommt oder es kommt halt nicht, dieses ganze hin und her und dieses Rumgedrukse ist doch nichts halbes und nichts ganzes.

  3. Wird Zeit, das unselige Center endlich zu begraben. Zeit für neue Konzepte, eine offenere Bebauung, weniger Kommerz (Konsum-Tempel). Dazu dann ein geöffneter Neumarkt für ALLE Verkehrsteilnehmer.

  4. Es ist einfach nur noch peinlich…….fremdschämen inklusive…diese peinliche „Neumarkt-Posse“…
    Osnabrück macht bald der Hamburger Elbphilarmonie oder dem Berliner Flughafen Konkurrenz!!!

  5. Das sich unsere Stadtväter derart vorführen lassen ist echt eine Farce. Unfassbar das es nirgends Konsequenzen gibt und niemand beweglich genug zu sein scheint sich vielleicht mit Alternativen zu beschäftigen!?

    • Du kannst ja selber Stadtvater werden. Das sind alles freiwillige Bürger die Ehrenamtliche Arbeit machen. Und wenn die Mehrheit dumm sein sollte, dann ist das nur deshalb so weil auch diese Leute nur einen Querschnitt in der Gesellschaft darstellen. Und das diese Verblödet ist ja kein Geheimnis mehr. Und selbst wenn es fähige Leute geben sollte stellen die dann die Minderheit und verlieren bei Abstimmungen.

    • Markus Oliver Braun Wer hat etwas von verblödet gesagt? Und ja: ich überlege, mich politisch einzubringen!
      Das Ziel, das Center zu wollen, kann ich ja auf eine Art verstehen. Sich aber über Jahre so von einem Investor abhängig zu machen bei derartigem Verhalten. Da hört mein Verständnis eben auf. Und da sprechen wir auch nicht mehr von den ehrenamtlichen!

  6. Das ist wirklich nur peinlich. U.a, mir gefällt die Jahrmarkt in der Innenstadt Idee. Und da der Neumarkt/ Ledenhof für Weihnachtsmarkt Geschehen genutzt wird, warum nicht auch für eine Kirmis.

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