Mit Angebot und Nachfrage argumentieren die Osnabrücker in einem vorab bekannt gewordenen (im Ratsinformationssystem zum Redaktionsschluss noch nicht veröffentlichten) Antrag zur Ratssitzung in der kommenden Woche.

Da es „verkehrspolitisch unumstritten“ sei, dass die Zahl der Parkplätze in den Städten maßgeblich die Zahl der Autofahrten in die Innenstadt erhöht, soll zukünftig die Anzahl der öffentlichen Parkplätze im Innenstadtgebiet „maximal auf die gegenwärtige Anzahl“ begrenzt werden.

Zur Herleitung dieses Antrags wird der Klimaschutz bemüht und die überraschende These behauptet, ein „Zuwachs von Parkplätzen würde die Erreichbarkeit der Innenstadt verschlechtern“, da durch die Parkplatzsuche der so angelockten Autofahrer noch mehr Stau entstehen würde.
Immerhin, so die nicht näher belegte weitere Begründung, hätte auch die Zahl der zugelassenen PKW „dramatisch“ zugenommen, deren Fahrer (so die implizite Logik) alle in die Innenstadt drängen, sobald zusätzliche Parkplätze locken.

Wo sind die Autofahrer, wenn die Passantenfrequenzen einbrechen?

[Kommentar des Redakteurs] Nicht berücksichtigt wird in dem Antrag, dass die Passantenfrequenzen der Innenstadt in den vergangenen 12 Monaten massiv eingebrochen sind, so dass die angeblich dramatisch in die Innenstadt strömenden PKW vermutlich von ihren Insassen nicht verlassen werden, da nachweislich immer weniger Passanten in der Fußgängerzone auftauchen.
Vielleicht wurden die von den Grünen festgestellten neu zugelassenen Autos auch nur deshalb angeschafft, um stressfrei außerhalb einkaufen zu können, eine externe Arbeitsstelle zu erreichen oder mit dem Fahrrad auf dem Dachgepäckträger in den Urlaub zu fahren?
Sollten sich Osnabrücker Lokalpolitiker nicht freuen wenn Osnabrücks Innenstadt gegen den (eCommerce-Trend) für den auswärtigen Besucher erreichbar bleibt, wozu auch ausreichend Parkplätze gehören? Vom Immobilienbesitzer über den Einzelhändler bis zum angestellten Verkäufer werden hier die  Steuergelder erwirtschaftet, die von den Lokalpolitikern ausgegeben werden können – aber bitte nicht um die Säge zu bezahlen, die den Ast absägt auf dem wir alle sitzen!