Mit einer symbolischen Signalumschaltung wurde am Montag das in der Region für die kommenden Jahre bedeutendste Bauprojekt der Bahn gestartet. Zwei Streckenabschnitte quer durch Osnabrück und Umgebung sollen in Zukunft digital aus einem Elektronischen Stellwerk (ESTW) gesteuert werden.

Auf dem 63 Kilometer langen Abschnitt Natrup-Hagen nach Lembruch, auf der Strecke von Münster nach Bremen, sowie auf dem 35 Kilometer langen Stück zwischen Wissingen und Velpe, in der Verbindung von Löhne nach Rheine, wird die kommenden Jahre gebaut.

2021 soll alles fertig sein



In sechs Bauabschnitten werden dort bis Sommer 2021 alte Stellwerke ersetzt und neue moderne Signalanlagen, Weichenantriebe und Sicherungsanlagen an den Bahnübergängen für die zentrale Steuerung aus Osnabrück gebaut. Der Neubau des ESTW wird die bisher 16 mechanischen und elektromechanischen Stellwerke entlang beider Strecken ersetzen und die Steuerung via Computer und Mausklick erlauben. Bisher war zum Teil eine Bedienung auf Sicht notwendig, in Zukunft wird auch der Signalstatus automatisch ins neue Stellwerk via Fernmeldetechnik übermittelt.

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Fröhliche Gesichter bei Verwaltung, Bahn und der lokalen Politprominenz.

Ausbau für zukünftig steigenden Verkehr auf der Schiene

„Die Maßnahmen sind keine Gleis- oder Streckenerweiterungen, sondern ein Bau im Bestandssystem, der uns in der Region ins moderne Zeitalter der Streckenführung schleudern wird“, erkläre der parlamentarische Staatsekretär Enak Ferlemann in seiner Eröffnungsrede. Damit wolle man bessere, effizientere und einfachere Betriebsabläufe umsetzen, um dem steigenden Verkehrsaufkommen auf der Schiene gerecht zu werden. Mitarbeiter der alten Stellwerke müssen sich seiner Aussage auch nicht um Jobverlust sorgen. Sie werden weiterqualifiziert und im neuen Stellwerk oder an anderen Stellen im Bahnbetrieb eingesetzt. Fachkräfte sind bei der Bahn knapp und somit sieht er im ESTW vielmehr eine Lösung, mit wenigen Mitarbeitern eine qualitative Verbesserung im Zugverkehr zu erreichen.
Außerdem stellte er hervor, was der Bund mit der Investition in die moderne Infrastruktur für das Land leiste und schickte diese Nachricht auch als Gruß an den Niedersächsischen Verkehrsminister.

Anwohner sollen möglichst wenig belastet werden

Verantwortlich für die Umsetzung des Bauvorhabens ist die DB Netz AG. Sie wird zusammen mit den Firmen Thales im Signalbau und Leondard Weiss im Kabeltiefbau die Modernisierung durchführen.
Dr. Roland Bosch, Vorstand Produktion der DB Netz AG, sprach über die Details des Bauvorhabens in sechs Phasen. Diese sollen die Belastung für Anwohner gering halten und das Projekt in übersichtliche Bauabschnitte unterteilen. Auch er versprach mit zukunftsfähiger Technik, den Betrieb zu verbessern.

280 Zugfahrten ab Osnabrück im Personenverkehr und 170 Querungen durch Güterzüge fahren täglich über die Gleise der Region. Das neue ESTW soll mit einfacher Streckenführung flexiblere Reaktion ermöglichen und die Pünktlichkeit verbessern.

 

 

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