Nach 18 Jahren kann sich der Zoo Osnabrück freuen: Es gibt wieder Beuteltiere zu bestaunen. Zwei kleine Langschnauzen-Kaninchenkängurus sind am vergangenen Donnerstag (27. Februar) aus Tschechien eingetroffen. Osnabrück ist einer von drei Zoos, welche die seltene Tierart beherbergen.

Kleines Tier mit großer Bedeutung für den Zoo
Zufriedene Gesichter im Zoo Osnabrück: Billy und Willa sind da. Die beiden Kaninchenkängurus, eine seltene Känguruart, wurden am Dienstag (4. März) in ihrem neuen Gehege vorgestellt. Für den Zoo am Schölerberg bietet die Ankunft dieser Tiere die Gelegenheit, seinen Gästen nach 18 Jahren wieder Beuteltiere zeigen zu können. Wie viele andere Tierarten im Zoo gelten Langschnauzen-Kaninchenkängurus als potenziel gefährdet.
„Menschen und invasive Arten wie Füchse oder Katzen“ bedrohen die Kaninchenkängurus, sagt die zuständige Revierleiterin Kirsten Bischoff. Hinzu kommt, dass die verheerenden Waldbrände in ihrer Heimat Australien im Jahr 2020 viel Lebensraum – und damit auch einen Teil des Bestands – zerstört haben. Deshalb gelten die kleinen Kängurus als potenziell gefährdet, mit sinkender Tendenz. Mit Billy und Willa will der Zoo Osnabrück seinen Teil zur Erhaltung dieser Art beitragen.

Pflanzen aus trockenen Tropenwäldern für Billy und Willa
Die Tiere sind nun seit wenigen Tagen in ihrem neuen Zuhause, das allerdings noch nicht fertig ist. „Ein bisschen mehr Grün kommt noch“, erklärt Artenschutz-Kuratorin Katja Lammers. Damit ihr Auslauf eine möglichst natürliche Umgebung bietet, werden demnächst noch Rindenmulch, Sand und Eukalyptuspflanzen in das Gehege integriert. So soll es nicht an Naturelementen tropischer Trockenwälder mangeln, denn diese mögen die beiden Kaninchenkängurus besonders gern. Auch Rückzugsorte fehlen noch in der Voliere. Was Billy und Willa persönlich mögen, wird sich erst mit der Zeit zeigen, erklärt Lammers: man werde „gucken, was bevorzugen sie?“, betont die Kuratorin.

Das macht Langschnauzen-Kaninchenkängurus so eigenartig
Die neue Tierart im Osnabrücker Zoo stammt – wie viele der größeren Känguruarten – ursprünglich aus Australien. Mit Schwanz erreichen sie eine Länge von ungefähr einem halben Meter und wiegen bis zu 2000 Gramm. Die auch als Rattenkängurus bekannten Tiere sind Einzelgänger und in freier Wildbahn eher nachtaktiv. Für das Ökosystem sind sie sehr wertvoll: Beim Suchen von Pilzen wirbeln sie Erde vom Boden auf und halten ihn somit feucht. Katja Lammers vom Zoo Osnabrück verleiht ihnen deshalb auch den Spitznamen „tierische Feuerwehr“.
Auffällig und Lustig wirkt ihre Gangart. Die kleinen Flitzer (Maximalgeschwindigkeit: 25 km/h!) können sowohl auf vier als auch auf zwei Hinterbeinen hüpfen. Deshalb ist ihre Fortbewegung eine seltene Mischung aus einem Hüpfen und Laufen. Die Hauptbedrohungen für diese Art sind heute Rotfüchse, Hauskatzen und verwilderte Hunde – ihr Bestand ist rückläufig.
