Künstliche Intelligenz (KI) ist für Tech-Start-ups in Deutschland zur zentralen Technologie geworden. Laut einer am Montag veröffentlichten Erhebung des IT-Branchenverbandes Bitkom setzen inzwischen 82 Prozent der Start-ups KI ein, ein deutlicher Anstieg gegenüber den Vorjahren. Die hohe Relevanz von KI spiegelt sich auch in der Einschätzung wider, dass Unternehmen ohne KI-Einsatz kaum Zukunftschancen haben. Zudem sehen zahlreiche Start-ups regulatorische Herausforderungen auf sich zukommen.
Starke Verbreitung und Bedeutung von Künstlicher Intelligenz
Die Nutzung von Künstlicher Intelligenz hat bei deutschen Tech-Start-ups in den vergangenen Jahren spürbar zugenommen. Nach Angaben des IT-Branchenverbandes Bitkom nutzen aktuell 82 Prozent der Start-ups KI – ein Anstieg gegenüber 76 Prozent im Vorjahr und 49 Prozent im Jahr 2023. Weitere 16 Prozent planen oder diskutieren laut Bitkom derzeit den Einsatz von KI. 89 Prozent der befragten Start-ups schätzen KI als wichtigste Zukunftstechnologie ein, während es laut Bitkom im Jahr 2024 noch 80 Prozent waren.
Einen klaren Wandel gibt es auch bei der Einschätzung zur Notwendigkeit von KI: 55 Prozent der Start-ups sind überzeugt, dass Unternehmen ohne KI-Einsatz keine Zukunft hätten. Im Vorjahr teilten diese Meinung erst 39 Prozent. 43 Prozent der Befragten gaben an, dass sie ihre Produkte und Dienstleistungen ohne KI nur noch eingeschränkt oder gar nicht mehr anbieten könnten.
Generative KI auf dem Vormarsch
Der Einsatz von KI erfolgt laut Bitkom gleichermaßen zur Unterstützung des Geschäftsbetriebs (63 Prozent) sowie zur Verbesserung von Produkten oder Dienstleistungen (62 Prozent). Innerhalb der KI nutzenden Start-ups verwenden 87 Prozent auch generative KI. Diese kommt bei 71 Prozent zur Unterstützung des Geschäftsbetriebs und bei 54 Prozent als Teil des Produktangebots zum Einsatz. Ein möglicher Grund für die breite Nutzung: Fast drei Viertel (74 Prozent) der Start-ups haben laut Bitkom festgestellt, dass Unternehmen mit KI-Integration in ihren Produkten leichter Finanzierungen erhalten. Rund ein Drittel (35 Prozent) räumt jedoch ein, dass KI die großen Erwartungen bislang nicht erfüllt hat.
Kritik an europäischer Regulierung
Die europäische KI-Regulierung durch den AI Act wird von vielen Start-ups kritisch bewertet. 63 Prozent der Befragten warnen laut Bitkom, dass eine übertriebene Regulierung dazu führen könnte, dass besonders leistungsfähige KI-Lösungen kaum in der EU entwickelt werden. 45 Prozent sind sicher, dass der AI Act ihr Start-up in der Nutzung oder Entwicklung von KI einschränken wird. Zudem beklagen 43 Prozent, dass ihr Unternehmen durch den AI Act einen Wettbewerbsnachteil gegenüber Firmen aus anderen Ländern wie den USA oder China habe. Gleichzeitig teilen 71 Prozent die Hoffnung, dass Europa im globalen Wettbewerb um KI dennoch eine Spitzenposition erreichen kann.
Studienhintergrund
Für die Erhebung befragte Bitkom Research online 152 Tech-Start-ups aus Deutschland. Die Befragung fand im Zeitraum von der 12. bis zur 21. Kalenderwoche 2025 statt.
✨ durch KI bearbeitet, .
