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Gute Nachricht des Tages: Osnabrücker Zootiere reisen per Internet zu Kindern in Argentinien

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Es passieren jeden Tag viele schlimme Dinge – aber auch viele gute. Leider schaffen es die schönen Nachrichten viel zu selten in die Presse. Das wird sich jetzt ändern, denn die HASEPOST berichtet nach Möglichkeit jeden Tag über mindestens eine „Gute Nachricht“ aus der Region und aller Welt.

Unter dem Titel „Natur verbindet, Natur hilft – Zoo Osnabrück unterstützt Kinder in Argentinien“ verbirgt sich ein besonderes Projekt: Per Live-Videokonferenz lernen argentinische Heimkinder die Osnabrücker Zootiere kennen und lieben. So möchten die Verantwortlichen den Kindern in der schweren Zeit helfen und gleichzeitig Spenden für das Kinderheim und den zurzeit geschlossenen Zoo sammeln.

Die Kinder im argentinischen Maria Luisen Heim haben Schlimmes erlebt. Sie wurden in der Einrichtung untergebracht, da sie, meist innerhalb ihrer eigenen Familien, Opfer von Gewalt wurden. Viele sind in schlechter körperlicher Verfassung, haben schwere Traumata erlitten und nie eine Schule besucht. Um wieder Freude in das Leben der Sechs- bis Zwölfjährigen zu bringen, hat sich der Zoo Osnabrück eine besondere Aktion einfallen lassen: Die Tierpfleger zeigen den Kindern über das Internet diverse Zoobewohner und erklären das Leben und Verhalten der Vierbeiner. Zusätzlich sammelt der Zoo Spenden für das Heim. Argentinien wurde schwer von der Corona-Krise getroffen, die Kinder können das Geld gut gebrauchen.

Tiere heilen Kinderseelen

Dem bekannten Spendenläufer John McGurk, der beim Zoo für Charityprojekte zuständig ist, liegt die Aktion besonders am Herzen: „Ich habe als Kind selbst Gewalt erlebt und zeitweise in einem Heim gelebt. Mir hat damals der Kontakt zu einem Pferd und einem Schäferhund sehr geholfen, bei ihnen war ich ruhig und zufrieden. Wir wissen von Experten, dass Tiere sehr heilsam für Kinder sein können.“ Damit die Kleinen nicht nur virtuellen Kontakt zu Tieren haben, soll das Spendengeld auch einen Ausflug in den Biopark Temaiken finanzieren. Der Biopark ist eine Art Zoo, in dem die Kinder typische südamerikanische Tierarten wie Tapire, Mähnenwölfe, Capybaras und Flamingos besuchen können. Ein Erlebnis, das ihnen bei der Verarbeitung von traumatischen Erfahrungen helfen soll.

Kinder lernen Tapire kennen

Am 12. September hatten die Kinder zum zweiten Mal virtuellen Kontakt zu den Osnabrücker Zootieren. John McGurk kletterte gemeinsam mit Tierpflegerin Sabine Springmeier in das Gehege der Tapire. Sie fütterten und spielten mit den Rüsseltieren und die Kinder, die das Geschehen über einen Laptop verfolgten, stellten ihre Fragen. Sie wollten unter anderem wissen, warum die Tiere so komische Nasen haben, was sie fressen und wie viel sie wiegen. Einige Tage zuvor durften die Kinder schon die Osnabrücker Capybaras kennenlernen. Das Treffen scheint sie nachhaltig beeindruckt zu haben, immerhin haben sie ein Bild der Nagetiere gemalt und es stolz den Mitarbeitern des Zoos gezeigt. In Zukunft sollen die Kleinen noch Nasenbären, Faultiere, Totenkopfäffchen und vielleicht auch einige deutsche Tiere erleben.

Spenden für Zoo und Kinderheim

Der Zoo Osnabrück macht gerade selbst eine schwere Zeit durch. Wegen des zweiten Lockdowns dürfen keine Kunden mehr auf das Gelände und es fehlen die Einnahmen durch Ticketverkäufe. Gleichzeitig sind die Ausgaben kaum gesunken, da die Tiere weiter versorgt werden müssen. Spenden sollen daher auch an den Zoo gehen. „Wer spendet, tut doppelt Gutes: Die eine Hälfte fließt in das Kinderheim, die andere Hälfte geht an den Zoo Osnabrück. Dieser muss zurzeit wegen Corona geschlossen bleiben, sodass ihm die Eintrittsgelder zur Versorgung der Tiere fehlen. Allein diese kostet in den Wintermonaten rund 400.000 Euro“, erklärt John McGurk. „Das Kinderheim möchte mit den Spenden seine Ausstattung für die Kinder verbessern und ein besonderes Herzensprojekt realisieren: Einen Ausflug in den Biopark Temaiken. Wir hoffen, dass gerade zur Weihnachts- und Coronazeit viele Menschen für diese besondere Aktion spenden, um den Kindern in Argentinien Freude zu schenken.“

Glückwünsche von der deutschen Botschaft in Argentinien

Das besondere Projekt erhält viel Anerkennung, unter anderem von der deutschen Botschaft in Argentinien: „Die Corona Pandemie verlangt uns allen viel ab: weltweit, in Deutschland, in Argentinien und natürlich auch dem Maria Luisen Kinderheim. Gerade in diesem Kontext freuen wir uns, dass sich für dieses Projekt zwei Partner gefunden haben, die gemeinsam kreative Brücken zwischen Deutschland und Argentinien bauen. In Zeiten, in denen Nationalismus und Protektionismus wachsen und erstarken, sind solche auf Solidarität gefußten Projekte wichtiger denn je und tragen dazu bei Brücken zu bauen. Wir wünschen der Initiative von ganzem Herzen viel Erfolg“, so die Botschaft in einem offiziellen Statement. Den Kontakt zwischen Zoo und Kinderheim hergestellt hatte Nancy Plaßmann, Beiratsvorsitzende der Zoo Osnabrück gGmbH, die das Kinderheim bei einer Argentinienreise vor drei Jahren durch die Ausländische Handelskammer kennengelernt hatte.

Wer das Kinderheim und den Zoo unterstützen möchte, kann seine Spende über die Homepage des Zoos (https://www.zoo-osnabrueck.de/unterstuetzen/naturhilft ) oder per Überweisung an den Zoo Osnabrück tätigen. Dieser überweist den Anteil für das Kinderheim an den zuständigen Förderverein in Deutschland. Spendenquittungen sind möglich.

Spendenkonto Zoo Osnabrück

IBAN: DE67 2655 0105 0000 0600 95
BIC: NOLADE22XXX
Sparkasse Osnabrück

Verwendungszweck: Natur verbindet, Natur hilft

Lukas Brockfeld
Lukas Brockfeld ist seit dem Sommer 2019, erst als Praktikant und inzwischen als fester Mitarbeiter, für die Redaktion der HASEPOST unterwegs.

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