Mit einer öffentlichen Stellungnahme meldet sich die Fanabteilung des VfL Osnabrück von 1899 e.V. zu den in der vergangenen Woche bekannt gewordenen Details über Gewaltattacken gegen Fans des Halleschen FC, die von „Ordnern“ des VfL Osnabrück ausging. Auch die „Violet Crew“ und die „Fangruppierung NfdV“ haben eigene Stellungnahmen veröffentlicht.

Ausgerechnet von den Ordnern des VfL wurden Gästefans aus Halle im November 2015 teils schwer verletzt.
Aktuelle Recherchen des NDR hatten ergeben, dass die Staatsanwaltschaft zwischenzeitlich in Erwägung gezogen hatte sogar Anklage wegen versuchten Mordes zu erheben.

VfL-Fans beschämt über Gewalt und Unprofessionalität

„Wir sind schockiert über dieses Ausmaß an Gewalt und die Unprofessionalität unseres Vereins und der Ordner, die in seinem Namen handelten“, so die Fanabteilung des VfL, und weiter: „Hierfür schämen wir uns; mehr als für jedes rote Feuerzeug dieser Welt.

Der Vorfall mit dem Feuerzeug-Wurf, der im vergangenen August erst zu einem Spielabbruch im DfB-Pokal, dann zu einem Ausschluss des VfL vom DfB-Pokal, und schliesslich zu einem hohen Ermittlungsdruck gegen den Feuerzeugwerfer führte, wird auch von der Violet Crew thematisiert. Immerhin hatte der VfL-Präsident damals von der „schwärzesten Stunde seiner Amtszeit“ gesprochen. Nun aber, so die Violet Crew, „geht das gesamte Präsidium auf Tauchstation“. Dieses Vorgehen sei eine Messen mit Zweierlei Maß.

Fans erwarten Entschuldigung des Präsidiums

Jetzt geht es darum sich bei den in Osnabrück verletzten Gästen zu entschuldigen, erwartet die Fangruppierung NfdV“ (NfdV = Nur für diesen Verein), das Präsidium schweigt, „wo es doch eigentlich darum ginge, den verletzten Hallensern das Mitgefühl auszusprechen, eine schnelle Gesundung zu wünschen und sich für das Versagen des VfL Osnabrück zu entschuldigen“.
Stellvertretend – und ebenfalls nicht an Kritik sparend – übernimmt das die Fanabteilung im VfL: „Wir entschuldigen uns in aller Form bei den Fans des Halleschen FC, die an jenem Tage durch Osnabrücker Ordner derart malträtiert worden sind und hoffen sehr, dass alle Verletzten mittlerweile eine vollständige Genesung erfahren haben. Die Fanabteilung wird ihren Teil dazu beitragen, dass eine Aufarbeitung der Geschehnisse erfolgt und die verantwortlichen Personen zur Rechenschaft gezogen werden.“

Der „Vorfall“ ist nicht nur „bedauerlich“

Was die Äußerungen von VfL-Geschäftsführer Jürgen Wehlend angeht, der sich ein halbes Jahr nach den Vorkommnissen mit Recherchen des NDR konfrontiert sah, die überhaupt erst ans Licht brachten was im November 2015 an der Bremer Brücke passierte (der TV-Beitrag ist hier noch abrufbar), wird die Fanabteilung konkret:
„Und um es klar zu sagen: dieser Vorfall ist mitnichten lediglich „bedauerlich“, wie es der Geschäftsführer der VfL Osnabrück GmbH & Co. KGaA gegenüber „Hallo Niedersachsen“ äußerte. Bedauerlich ist lediglich diese verharmlosende Form der Einordnung derartiger Geschehnisse“.

Ordner bestimmen das Bild der Gästefans über den VfL

Die Fanabteilung weiter: „Dieser Vorfall ist in höchstem Maße verstörend, traurig, beschämend und fügt dem Verein VfL Osnabrück größten Schaden zu.
Die Ordner im Bereich des Gästeblocks sind häufig die einzigen im Namen des VfL Osnabrück auftretenden und handelnden Personen, denen Gästefans begegnen. Wie diese Ordner auftreten, bestimmt wesentlich die Wahrnehmung der Gästefans aus ganz Deutschland vom Verein VfL Osnabrück.

Die Fanabteilung erwartet, dass auch der VfL Osnabrück selbst einen konsequenten Beitrag zur Aufarbeitung dieser Vorfälle leistet und die Konsequenzen hieraus zieht.

„Wer immer dies legitimiert hat, wer immer hier einer im Sinne des VfL Osnabrück selbstverständlichen Sorgfaltspflicht nicht nachgekommen ist, wer immer hierfür verantwortlich zeichnet – kann und darf nicht Teil unseres Vereins sein“,  schliesst die Stellungnahme der Fanabteilung des VfL.

 

Screenshot: VfL-Geschäftsführer Jürgen Wehlend, NDR.de „Hallo Niedersachsen“, Medienplayer