Fünf Jahre nach dem ersten Corona-Lockdown in Deutschland verteidigt Schwedens ehemaliger Staatsepidemiologe den von ihm gewählten Umgang mit der Pandemie. Anders Tegnell unterstreicht die Bedeutung der langfristigen Auseinandersetzung mit COVID-19 und fordert eine umfassende Dokumentation der Erfahrungen.
Schwedens Ansatz zur Pandemie
Anders Tegnell erklärt gegenüber dem RND, dass Schweden sehr wohl die Pandemie ernst genommen habe, trotz eines liberalen Ansatzes ohne strikten Lockdown. „Wir waren uns sehr bewusst, dass wir in einer Pandemie steckten, und wir wussten, dass wir mit ihr sehr lange leben müssen“, so Tegnell. Er betont, es sei „befremdlich, dass einige Menschen meinten, Schweden nähme die Pandemie nicht ernst.“
Dokumentation und zukünftige Lehren
Der damalige Staatsepidemiologe der nationalen Gesundheitsbehörde Folkhälsomyndigheten fordert nun eine systematische Dokumentation der Erfahrungen. „Eine Pandemie kann man nicht aufhalten“, so Tegnell. Er sieht darin einen Vorteil für künftige Herausforderungen: „Wir haben alle eine Pandemie erlebt. Das ist ein Vorteil, den wir in den kommenden Jahren haben. Daher ist es wichtig, dass wir unsere Erfahrungen dokumentieren.“
Neue Krisen und die Lehren aus der Vergangenheit
Tegnell weist darauf hin, dass die Gesellschaft bisher nicht ausreichend Zeit hatte, um Lehren aus der Pandemie zu ziehen, da nach der Pandemie der Ukrainekrieg, die Energiekrise, die Inflation und andere Krisen folgten. „Direkt nach der Pandemie begann der Ukrainekrieg, dann kam die Energiekrise und die Inflation. Jetzt haben wir Trump. Es kommen immer neue Krisen. Wir konnten uns bisher nicht die nötige Zeit nehmen, alle Lehren aus der Pandemie zu ziehen.“
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