Man könnte meinen, dass im Osnabrücker Lok Viertel inzwischen so etwas wie Routine eingekehrt ist – vor allem die Erkenntnis, dass eine Evakuierungsmaßnahme nur dann zügig beendet werden kann, wenn alle Anwohner mitziehen.
Doch nach einem vielversprechenden Start, bei dem sich frühzeitig herausstellte, dass ein vermeintlicher Blindgänger lediglich aus ein paar achtzig Jahre alten Bombensplittern bestand, verlief die weitere Evakuierung am 6. April gewohnt schwierig. Kein Vergleich zum geordneten und zügigen Ablauf der letzten Räumung, die vor allem die Stadtteile Voxtrup und Lüstringen betraf.
Was stimmt nicht mit den Menschen, die dort wohnen?
Um es einmal deutlich zu sagen: „Was stimmt nicht mit den Menschen, die rund um das Lokviertel wohnen?“ Während der Sprengmeister nur wenige Hundert Meter entfernt mit mehreren hundert Kilo schweren Sprengkörpern hantierte, musste die Polizei am Sonntagnachmittag mehrfach einzelne Störer aus dem Evakuierungsgebiet „entfernen“.
Frau meldet sich nach 15 Stunden per Notruf aus der Evakuierungszone
Am Abend sorgte dann ein „Notruf“ für Aufsehen: Rund 15 Stunden nach Beginn der Evakuierung meldete sich eine Frau aus der Sperrzone und wollte abgeholt werden – zusammen mit ihrem Nachbarn, der bis dahin wohl ebenfalls keine Lust gehabt hatte, sich an die Regeln zu halten. Kurz darauf drangen bereits wieder neue Personen in die Evakuierungszone ein.
Gemeinsam mit den mehr als 15.000 betroffenen Anwohnern, die sich an die Vorgaben hielten, harrten wir aus, bis auch die letzte Bombe mithilfe eines Wasserstrahlschneidgeräts entschärft ist.