Am Freitagvormittag (14. Februar) wurde im Osnabrücker Lokviertel eine Weltkriegsbombe gefunden. Die Stadt ordnete daraufhin die sofortige Evakuierung von Gebieten in den Stadtteilen Innenstadt, Fledder und Schinkel an. Betroffen ist auch der Hauptbahnhof, weshalb es zu massiven Einschränkungen im Nah- und Fernverkehr kommt.
Von Dominik Lapp (Text) und Hannah Meiners (Reporterin vor Ort)
Aufgrund der Bombenentschärfung im Lokviertel musste nicht nur der Hauptbahnhof selbst, sondern auch der gesamte Bereich rund um den Bahnhof bis 14:00 Uhr evakuiert werden. Auf der Anzeigetafel in der Bahnhofshalle wurde schon ab etwa 12:00 Uhr auf Zugausfälle hingewiesen. Erste Ausfälle betrafen unter anderem die Linie RB 61 nach Bielefeld und einen ICE nach München.

Unruhe und Unsicherheit unter Reisenden
Die Stimmung am Bahnhof war angespannt: Zahlreiche Reisende telefonierten hektisch, suchten nach Alternativen oder versuchten, sich an der Information über das weitere Vorgehen zu erkundigen. Doch das Bahnpersonal konnte kaum weiterhelfen. Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen wurde angefragt, erste Züge bereits umgeleitet, so dass sie den Hauptbahnhof Osnabrück gar nicht mehr anfuhren.

Letzte Fahrten und Geschäftsschließungen
Während der Zeitungsladen bereits frühzeitig geschlossen hatte, blieben die Bäckereien zunächst noch offen und schlossen etwas später. Im Minutentakt informierten Lautsprecherdurchsagen über die bevorstehende Schließung des Bahnhofs.
Bis 13:45 Uhr war der Bahnhof noch gut gefüllt, doch mit der Abfahrt des letzten Zuges, der Linie RE 2 nach Düsseldorf, leerte sich der Bereich zunehmend. Erste Schienenersatzverkehre, zum Beispiel in Richtung Bohmte, nahmen den Betrieb auf.
Widerstand gegen Evakuierung
Nicht alle Reisenden fügten sich der Anweisung, den Bahnhof zu verlassen: Einige Personen weigerten sich und blieben zunächst sitzen, zeigten sich nach Gesprächen mit dem Bahnpersonal jedoch einsichtig und gingen.