Der frühere Chef der Internationalen Atomenergie-Behörde, Mohamed el-Baradei, hat die deutsche Politik gegenüber Israel angesichts der hohen zivilen Opferzahlen im Gazastreifen scharf kritisiert. Im Interview mit dem „Stern“ warf el-Baradei Deutschland vor, aus seiner Geschichte nicht die Konsequenzen zu ziehen, um neue Gräueltaten zu verhindern. Besonders kritisierte er die Haltung der ehemaligen Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne).
Kritik an deutscher Israel-Politik
Mohamed el-Baradei, ehemaliger Generaldirektor der Internationalen Atomenergie-Behörde in Wien und Friedensnobelpreisträger, äußerte sich angesichts von über 50.000 überwiegend zivilen Todesopfern israelischer Militäroperationen im Gazastreifen deutlich kritisch zur deutschen Politik. Im Gespräch mit dem „Stern“ sagte er: „Wenn Menschen wie die Fliegen getötet werden, und das geht immer und immer weiter und allen ist klar: Es ist Vergeltung. Dann kann man nicht so tun, als sei es Selbstverteidigung.“ El-Baradei betonte weiter: „Das hat Deutschlands Ansehen schweren Schaden zugefügt.“
Mahnung zur historischen Verantwortung
Der promovierte Völkerrechtler und langjährige Professor für Internationales Recht an der New York University sagte laut „Stern“ weiter: „Ich habe erwartet, dass Deutschland aus seiner Geschichte die Verpflichtung ableiten würde, sich dafür einzusetzen, einen neuen Genozid zu verhindern.“ El-Baradei ergänzte: „Verteidigen Sie Israel – aber entmenschlichen Sie dabei nicht die Palästinenser.“ Besonders kritisch sieht er in diesem Zusammenhang die Äußerungen der früheren deutschen Außenministerin Annalena Baerbock (Grüne).
Bewertung der Atomverhandlungen mit Iran
Zu den aktuellen Gesprächen zwischen den Regierungen der USA und des Iran über Teherans Atomprogramm äußerte sich el-Baradei zuversichtlich. Beide Seiten hätten ein Interesse an einer Einigung: „Der Iran aus wirtschaftlichen Gründen. Donald Trump hingegen geht es nach Ansicht el-Baradeis vor allem um persönlichen Ruhm: „Er möchte ja den Friedensnobelpreis bekommen“, sagte el-Baradei dem „Stern“.
Gefragt, ob er in diesem Fall seinen eigenen Friedensnobelpreis, den er 2005 gemeinsam mit der Internationalen Atomenergie-Behörde für Verdienste um die internationale Abrüstung erhalten hatte, abgeben würde, antwortete el-Baradei ausdrücklich: „Ganz bestimmt.“
Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .