Am Nachmittag des 21. Juni versammelten sich etwa 50 Bewohner des Flüchtlingshauses an der Sedanstraße (ehemaliges Bundeswehrkrankenhaus) und Unterstützer aus dem linken politischen Spektrum, der Flüchtlingshilfe zu einem Demonstrationszug, der gegen 18 Uhr mit einer Kundgebung vor dem Rathaus enden soll.

Bereits in der Nacht auf den 18. Juni versammelten sich Gegner der aktuellen Abschiebepraxis vor der Landesaufnahmestelle um zusammen mit Bewohner auf Missstände aufmerksam zu machen.
Die Nacht und die frühen Morgenstunden wurden gewählt, da auch die Abschiebungen in der Regel zu dieser Zeit durchgeführt werden und von der Öffentlichkeit meist unbemerkt stattfinden.

Forderungskatalog der LAB-Bewohner

Von Seiten der Flüchtlinge wurde ein Forderungskatalog aufgestellt, der auch Beschwerden an die Stadtverwaltung enthält. Wir haben dieses Schreiben, das bei einer Zwischenkundgebung vor dem Stadthaus und einer Abschlussveranstaltung vor dem Rathaus auch Vertretern der Stadtverwaltung übergeben werden soll, hier ungekürzt zum Download (PDF).

Demonstration von Flüchtlingen in Osnabrück
Etwa 60 LAB-Bewohner und ihre Unterstützer versammelten sich zur Demonstration

„Schlafenlassen“, besseres Essen und vergünstigter Nahverkehr

Zu den Forderungen gehört u.a. auch ein Recht auf „Schlafenlassen“, das respektiert werden soll. Auch soll Sozialarbeitern der Zutritt zu den Räumen der Bewohner nur auf Einladung erlaubt sein. Ferner soll nach Ansicht der LAB-Bewohner die Rechtsberatung und die Gesundheitsfürsorge verbessert werden. Die Ernährung sei nicht gut, die Kantine zu früh geschlossen und die Entfernung von der Sedanstraße in die Innenstadt sei zu weit, weshalb die Busfahrpreise für die Bewohner der LAB gesenkt werden sollen. Grundsätzlich, so der Forderungskatalog, fordern die nur auf Zeit, im Rahmen der Erstaufnahme im Flüchtlingshaus am Natruper Holz untergebrachten Menschen eine volle „Bewegungsfreiheit in Niedersachsen“.