Bolton: Trump plant Nato-Austritt bei Wiederwahl

John Bolton, ehemaliger Nationaler Sicherheitsberater von Donald Trump, warnt in einem Interview vor einem möglichen Rückzug der USA aus der NATO bei Trumps Wiederwahl. Bolton behauptet, dass Trump das Konzept einer kollektiven Verteidigungsorganisation nicht versteht und es für falsch hält, die NATO und das Engagement für die Ukraine gegen eine mögliche neue Präsidentschaft Trumps abzusichern.

Warnung vor den Konsequenzen einer Wiederwahl Trumps

John Bolton, der ehemalige Nationale Sicherheitsberater von Donald Trump, äußerte in einem Interview mit dem TV-Sender “Welt” seine Befürchtungen vor einem möglichen Rückzug der USA aus der NATO im Falle einer erneuten Trump-Präsidentschaft. Bolton geht davon aus, dass Trump “leider den Rückzug der Vereinigten Staaten anstreben wird.” Er fügte hinzu: “Er versteht nicht, dass ein gut funktionierendes Bündnis wie die NATO die Sicherheit aller Bündnismitglieder erhöht.”

Trump und die NATO

Bolton behauptet, der Ex-Präsident habe in seiner ersten Amtszeit bereits einen solchen Rückzug in Erwägung gezogen und werde es nach einer Wiederwahl erneut versuchen. “Er hat eine sehr einfältige Vorstellung davon, was das bedeutet. Er glaubt, dass die Vereinigten Staaten Europa verteidigen und Europa nicht dafür bezahlt”, so Bolton.

Trump als Politiker und Geschäftsmann

Der Ex-Diplomat beschreibt Trumps Politikstil als sprunghaft und ohne klare Philosophie. “Er hat keine Philosophie. Er macht keine Politik, wie wir sie üblicherweise verstehen”, so Bolton. “Er sieht alles als ein Geschäft an.”

Die Auswirkungen auf NATO und Ukraine

Bolton kritisiert auch den Versuch, die NATO und das Engagement für die Ukraine gegen eine mögliche neue Präsidentschaft Trumps abzusichern. “Ich denke, dass die Bemühungen, die NATO Trump-sicher zu machen, wovon einige europäische Regierungen sprechen, ein großer Fehler sind. Das wird Trump nicht freundlicher stimmen gegenüber der NATO”, sagte Bolton.

Trump und die Verteidigungspflichten der NATO

Scharf kritisierte der ehemalige Nationale Sicherheitsberater die Vorstellung von Trump, dass europäische NATO-Staaten, die ihre Beitragspflichten nicht erfüllen, von den USA nicht verteidigt werden würden. “Das Bündnis würde zusammenbrechen, wenn man diesen Ansatz versuchen würde”, warnte Bolton. Dies zeige die “mangelnde Ernsthaftigkeit” von Trump gegenüber der NATO.

Ratschläge für den Umgang mit Trump

Bolton gab der Bundesregierung den Rat, sich am Beispiel des ehemaligen japanischen Ministerpräsidenten Shinzo Abe zu orientieren, der seiner Meinung nach in Trumps erster Amtszeit am effektivsten mit ihm umgegangen sei. “Er war sehr hartnäckig und hat jede Gelegenheit genutzt, um mit Donald Trump zu sprechen, persönlich oder per Telefon.” Abe habe immer wieder die japanische Position wiederholt und damit beträchtlichen Erfolg gehabt. Bolton empfiehlt Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) sogar, Golf zu spielen: “Das wäre ein Plus. Shinzo Abe hat das die ganze Zeit gemacht.”


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mit Material von dts Nachrichtenagentur
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Dieser Artikel wurde mit Material der Nachrichtenagentur dts erstellt, kann jedoch durch unsere Redaktion ergänzt oder aktualisiert worden sein.

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