Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) stellt sich auf längere Verzögerungen bei der Generalsanierung des deutschen Bahnnetzes ein. Im Gespräch mit den Zeitungen der Funke-Mediengruppe erklärte er, dass der ursprünglich geplante Abschluss der Arbeiten bis 2031 möglicherweise nicht zu halten sei und die Sanierung unter Umständen noch über 2035 hinaus dauern könnte. Schnieder betonte jedoch, dass dies „kein Beinbruch“ wäre und sprach sich für einen Branchendialog zur weiteren Planung aus.
Sanierungsdauer weiter unklar
Verkehrsminister Patrick Schnieder (CDU) äußerte sich gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe zu den aktuellen Planungen der Generalsanierung des Bahnnetzes. Auf die Frage, ob die Modernisierung von 40 wichtigen Strecken länger als bis 2035 dauern könne, antwortete Schnieder: „Wann die Generalsanierung abgeschlossen ist, steht im Moment noch gar nicht fest. Ursprünglich sind wir von einem Ende 2031 ausgegangen. Es kann schon sein, dass die Sanierung länger dauert. Aber das wäre kein Beinbruch.“ Bereits zuvor hatte die Bahn bei einer Branchen-Infoveranstaltung den Vorschlag eingebracht, die sogenannte Korridorsanierung bis 2035 zu strecken.
Branchendialog zur Planung
Im Zuge der Diskussionen über den zeitlichen Ablauf der Generalsanierung betonte Schnieder die Notwendigkeit eines Austauschs mit der Bauindustrie. Er sagte laut Funke-Mediengruppe: „Ich habe die Bahn gebeten, einen Branchendialog mit der Bauindustrie zu führen. Wir wollen herausfinden, ob wir bei der ursprünglichen Planung bleiben und neun Sanierungen an Hochleistungskorridoren gleichzeitig vornehmen können – oder ob es ratsam ist, die Maßnahmen zeitlich zu strecken und einen Teil der Sanierungen nach hinten zu verschieben.“
Pünktlichkeit bleibt Problem
Die Auswirkungen der Sanierungsmaßnahmen zeigen sich bereits in der Pünktlichkeitsstatistik: Im ersten Halbjahr 2025 erreichten laut Funke-Mediengruppe nur 64 Prozent der Fernzüge ihr Ziel pünktlich. Schnieder erwartet hier keine schnelle Besserung und erläuterte: „Das wird nicht dazu führen, dass die Züge kurzfristig pünktlicher werden. Aber mit jeder Investition wird das Netz besser und zuverlässiger.“ Auf die Nachfrage, ob in fünf Jahren 80 Prozent der Züge pünktlich seien, entgegnete er: „So schnell geht es nicht. Es wäre unseriös, hier eine Zahl zu nennen. Ich kann nur sagen, dass es vollkommen unbefriedigend ist, was wir heute erleben. Wir wollen und werden die Situation massiv verbessern.“
Kritik übte Schnieder zudem an Bahnchef Richard Lutz hinsichtlich dessen Einschätzung zur Akzeptanz der Unpünktlichkeit bei den Kunden. „Ich glaube, das trifft nicht ganz die Wirklichkeit“, sagte Schnieder laut Funke-Mediengruppe. „Unser Anspruch muss sein, dass die Bahn pünktlicher wird – und dass Verspätungen frühzeitig und transparent kommuniziert werden. Dann wächst auch das Verständnis der Kunden.“
Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .