Assistenzhunde sind jetzt in städtischen Einrichtungen von Osnabrück offiziell willkommen

Eigentlich müssen Hunde im Stadthaus draußen bleiben – aber es gibt immer eine Ausnahme von der Regel: Osnabrück heißt Assistenzhunde offiziell in allen städtischen Einrichtungen willkommen. Zu erkennen ist das am „Assistenzhund willkommen”-Türaufkleber. Der erste wurde jetzt von Oberbürgermeisterin Katharin Pötter und Sozialvorstand Heike Pape am Eingang des Stadthauses 1 angebracht, gemeinsam mit den Pfotenpiloten-Botschafterinnen Hannah Reuter und Manja Maserati.

Assistenzhunde sind medizinische Hilfsmittel, die bei einer Vielzahl von Behinderungen und chronischen Beeinträchtigungen wichtige, oft lebensrettende Aufgaben für ihre Menschen übernehmen. Sie sind Schlüssel zu mehr Lebensqualität und Unabhängigkeit im Alltag.

Es gibt nicht nur Blindführhunde

Doch während der Blindenführhund den meisten Menschen ein Begriff ist, sind andere Assistenzhund-Arten kaum geläufig. Das sorgt vielfach für Konflikte im Alltag, denn wenn nicht bekannt ist, dass es zum Beispiel medizinische Warnhunde gibt oder solche, die Menschen mit Hörbehinderung assistieren, droht bei generellem Hundeverbot in öffentlichen Einrichtungen, Arztpraxen oder Geschäften schnell ein Rauswurf.

Erschwerend kommt hinzu, dass die Beeinträchtigung des Menschen unsichtbar sein mag. Der Mensch, der auf seinen Assistenzhund angewiesen ist, wird unter Umständen ungerecht behandelt. Oberbürgermeisterin Katharina Pötter: „Ein Assistenzhund erleichtert vielen Menschen das Leben sehr. Wir wollen es nicht wieder erschweren, indem wir den Zutritt zu unseren städtischen Gebäuden verbieten. Ich hoffe, dass sich viele weitere Einrichtungen und Geschäfte anschließen.“

Assistenzhundefreundliche Kommune
Termin am Stadthaus 1 (von links): Manja Maserati (Pfotenpiloten), Steven Brentrop (Fachstelle Inklusion), Osnabrücks Oberbürgermeisterin Katharina Pötter, Dr. Hannah Reuter (Pfotenpiloten), Heribert Balks (Blinden- und Sehbehindertenverband Niedersachsen e.V.), Sozialvorständin Heike Pape, Lea Behrendt (Verein Humani); vorne: Alica Marie Eckhardt und Petra Mathiske (Fachstelle Inklusion) / Foto: Janin Arntzen

Unterstützung von den “Pfotenpiloten”

Unterstützt von der gemeinnützigen Organisation „Pfotenpiloten“ hat die Stadt Osnabrück einige Vorbereitungen getroffen. Dazu gehörte zum Beispiel die Mitarbeitenden über Assistenzhunde und ihre Zutrittsrechte aufzuklären und die Hausordnungen zu ändern. Schließlich weist der Aufkleber „Assistenzhund willkommen” auf die neue Regelung hin. „Nach Vorbereitung durch unserer Fachstelle Inklusion haben wir gerne die Hilfe der `Pfotenpiloten‘ angenommen, die über viel Erfahrung verfügen“, berichtet Sozialvorständin Heike Pape.

Dieser Türaufkleber ist sind über www.pfotenpiloten.org erhältlich, wo es auch weitere Informationen gibt für Einrichtungen oder Geschäfte, die ebenfalls assistenzhundfreundlich werden wollen.

Hintergrund

Die Aktion „Assistenzhundfreundliche Kommune“ wurde von Pfotenpiloten e.V. ins Leben gerufen, um über Assistenzhunde und ihre Zutrittsrechte aufzuklären. Sie ist Teil einer vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) und der Aktion Mensch geförderten Zutrittskampagne „Assistenzhund Willkommen“.

Pfotenpiloten ist eine unabhängige, gemeinnützige Organisation mit Sitz in Frankfurt, die nachhaltige Fundamente im jungen Assistenzhundsektor etabliert, damit Menschen mit Behinderung in Zukunft leichter mit einem gut ausgebildeten Assistenzhund neu durchstarten können.


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