Die Zahl der Apotheken in Deutschland hat 2024 einen neuen Tiefstand erreicht und ist auf 17.041 gesunken. Laut der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) könnte die tatsächliche Zahl mittlerweile sogar unter 17.000 liegen.
Rückgang der Apothekenzahlen
Thomas Preis, Präsident der Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), äußerte sich gegenüber den Zeitungen der Funke-Mediengruppe besorgt über den Rückgang. „Wir gehen stark davon aus, dass die Apothekenzahl inzwischen deutlich unter 17.000 liegt“, sagte Preis. Im Jahr 2024 hätten lediglich 48 neue Apotheken eröffnet. „In den vergangenen zehn Jahren haben wir rund 20 Prozent der Apotheken verloren“, fügte er hinzu.
Versorgungslage in Deutschland
Zur gegenwärtigen Versorgungslage erklärte Thomas Preis: „Noch können wir die Versorgung in allen Regionen aufrechterhalten.“ Er betonte jedoch die Dringlichkeit politischer Maßnahmen, damit die Menschen weiterhin auf eine nahegelegene Apotheke vertrauen können. Ein Vergleich zeigt, dass beispielsweise in Berlin die Apothekendichte nur noch bei etwa 18 Apotheken pro 100.000 Einwohner liegt, während der EU-Durchschnitt bei etwa 32 Apotheken pro 100.000 Menschen liegt.
Ursachen für das Apothekensterben
Thomas Preis führt den Rückgang der Apothekenzahlen auf den Fachkräftemangel und die „chronische Unterfinanzierung“ des Apothekensystems zurück. Er kritisierte, dass das Apothekenhonorar, festgelegt von der Politik, zuletzt Anfang 2013 erhöht wurde. „Das Apothekenhonorar, das die Apotheken für die Abgabe und Beratung rezeptpflichtiger Arzneimittel erhalten, wird von der Politik festgelegt“, so Preis.
Seit der letzten Anpassung des Honorars seien die Kosten der Apotheken um 60 Prozent gestiegen, die Inflation habe knapp 30 Prozent und die Lohnkosten sogar 80 Prozent zugenommen, erklärte der ABDA-Präsident. Thomas Preis fordert deshalb eine regelmäßige Anpassung der Honorare an die wirtschaftliche Gesamtentwicklung: „Die Apotheken brauchen jetzt dringend eine wirtschaftliche Soforthilfe.“
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