Osnabrück hat in einem aktuellen ADAC-Vergleichstest der nächtlichen ÖPNV-Angebote in 20 deutschen Städten schlecht abgeschnitten. Besonders junge Menschen und Fahrgäste aus dem Umland kommen spätabends nicht zuverlässig nach Hause.
Nächtlicher ÖPNV in die Umlandgemeinden ausbaufähig
Laut ADAC wurde Osnabrück zu den Städten gezählt, die eine eingeschränkte Anbindung in den Nachtstunden bieten. Das heißt konkret: Einige Umlandgemeinden sind nachts nur schwer oder gar nicht mehr erreichbar.
Für Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren untersuchte der ADAC das Zeitfenster 23:30 bis 0:30 Uhr – denn nach 24:00 Uhr dürfen sie Gaststätten ohne Begleitung nicht mehr betreten. In Osnabrück konnten in diesem frühen Nachtzeitraum nicht alle definierten Zielorte im Umland angefahren werden, wie in anderen Städten. Getestet wurde mit der Start-Haltestellte Neumarkt und Zielen in Belm, Bad Iburg, Georgsmarienhütte, Lengerich sowie Wallenhorst.

Probleme mit elektronischer Fahrplanauskunft
Ein weiterer Kritikpunkt: Die elektronische Fahrplanauskunft funktioniert nicht immer verlässlich. Verbindungen nach Mitternacht oder Zusatzinformationen – zum Beispiel über Fußwege, alternative Angebote oder notwendige Umstiege – waren in Osnabrück nicht durchgängig korrekt oder vollständig in den digitalen Tools sichtbar.
Was das für Osnabrücker bedeutet
Wer am Wochenende spät unterwegs ist – etwa nach Kino, Konzert oder Club – hat nachts oft schlechte Karten, wenn der Heimweg ins Umland ansteht. Wer nicht Auto fährt oder keine Mitfahrgelegenheit hat, ist auf öffentliche Verkehrsmittel angewiesen. Doch gerade dann zeigen sich die Lücken. Jugendliche haben zusätzlich die Einschränkung, dass nach Mitternacht bestimmte Treffpunkte nicht mehr erlaubt sind. Daher wird besonders dieses Zeitfenster kritisch bewertet.
ADAC fordert Verbesserungen, VCD warnt vor Streichungen
Der ADAC empfiehlt unter anderem den Ausbau der Nachtverbindungen. Doch in Osnabrück sollen die Nachtbus-Linien möglicherweise gestrichen werden, wovor der Kreisverband Osnabrück des ökologisch ausgerichteten Verkehrsclubs Deutschland (VCD) bereits im Juli gewarnt hat.
Der ADAC fordert zudem bessere und zuverlässigere elektronische Auskünfte, damit Fahrgäste sehen, welche Verbindungen wirklich fahren. Auch die Integration flexibler Angebote wie Rufbusse oder Sammeltaxis, die nachts genutzt werden können, und dass sie direkt über die Apps oder Fahrplanauskunft angezeigt werden, ist laut des Verkehrsclubs wünschenswert.