Bundestagsvizepräsident Bodo Ramelow (69, Linke) hat eine Diskussion über die deutschen Nationalsymbole angestoßen. Der ehemalige Ministerpräsident Thüringens schlug in der „Rheinischen Post“ vor, sowohl die Flagge als auch die Nationalhymne zur Abstimmung zu stellen.
Fremdeln die Menschen mit Fahne und Hymne?
„Schwarz-Rot-Gold ist für mich ein klares Zeichen gegen totalitäre Strukturen“, betonte Ramelow. Dennoch wisse er, dass viele Menschen – insbesondere in Ostdeutschland – mit der Fahne und der Hymne fremdeln.
Was Ramelow als Alternative vorschlägt
Gerade beim gemeinsamen Singen gebe es Unterschiede, so der Linken-Politiker: „Ich kenne viele Ostdeutsche, die die Nationalhymne aus vielerlei Gründen nicht mitsingen.“ Als mögliche Alternative brachte Ramelow die Kinderhymne von Bertolt Brecht ins Gespräch. Diese habe einen „wunderbaren Text“, der Zugang zu einer gesamtdeutschen Identität schaffen könne.
Er selbst singe die aktuelle Hymne zwar „mit Begeisterung“, könne sie aber auch historisch einordnen. Mit der Kinderhymne hingegen, so Ramelow, könnte ein Symbol entstehen, das „von allen mit Freude gesungen werden“ könne.
