Der Entwurf für den 5. Nahverkehrsplan (NVP) von Stadt und Landkreis Osnabrück stößt bei mehreren Verkehrs- und Umweltgruppen der Region auf deutliche Kritik. Zwar werden einzelne Fortschritte anerkannt, insgesamt sehen die Initiativen jedoch erheblichen Verbesserungsbedarf.
Positive Ansätze, aber auch Warnungen
Gelobt wird unter anderem die geplante bessere Datenerhebung sowie die Weiterentwicklung erfolgreicher Projekte wie MOIN+. Auch die Osnabrücker Bahn komme langsam voran. Gleichzeitig warnen die Gruppen vor einer „digitalen Ausgrenzung“, wenn Fahrgastinformationen nur über moderne Smartphones zugänglich sind.
Kritik an fehlender Zukunftsorientierung
Deutlich kritischer fällt die Bewertung beim Blick auf die Zukunft aus. Die engen Verknüpfungen von Bus-, Rad- und Fußverkehr würden kaum berücksichtigt, konkrete Planungen für Busspuren fehlten. Auch eine Betrachtung von Alternativen wie der Stadtbahn sei nicht enthalten. Zudem blende der Entwurf „kontraproduktive Bus-Planungen der Stadt Osnabrück“ aus, heißt es in einer Stellungnahme.
Appell an die Politik
Die Initiativen fordern von den politischen Gremien, den Entwurf deutlich nachzubessern. „Insgesamt bleibt der NVP hinter grundlegenden rechtlichen und planerischen Qualitätsansprüchen zurück, wie sie unter anderem in Paragraf 6 Niedersächsisches Nahverkehrsgesetz formuliert sind. Für die weitere Beratung des 5. Nahverkehrsplans appellieren wir an die politischen Gremien, Nachbesserungen der unbefriedigenden Planungsqualität des NVP zu verlangen“, heißt es in der gemeinsamen Erklärung.
Ein Nahverkehrsverbund als Ziel
Als überfällig betrachten die Unterzeichnenden zudem die Einführung eines integrierten Nahverkehrsverbundes mit einheitlichem Tarifsystem für Stadt und Landkreis Osnabrück. Nur so könne der öffentliche Verkehr zu einer überzeugenden Alternative zum Auto werden.