Es war ein Tag, den viele Osnabrückerinnen und Osnabrücker so schnell nicht vergessen werden: Nach dem Fund einer 500 Kilogramm schweren amerikanischen Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg mussten am Dienstag (1. Juli) rund 20.000 Menschen ihre Wohnungen und Häuser verlassen – so viele wie wohl nie zuvor. Und das bei rekordverdächtigen Temperaturen, die den Einsatzkräften und Anwohnern alles abverlangten.

Entschärfung verlief reibungslos
Die Bombe war am Montagnachmittag (30. Juni) bei baubegleitenden Sondierungen im Lokviertel entdeckt worden. Die sofort eingeleiteten Maßnahmen mündeten in eine der größten Evakuierungen der Stadtgeschichte – wenn nicht sogar die größte. Bis 15:00 Uhr am Dienstag musste das betroffene Gebiet geräumt sein, damit der Kampfmittelbeseitigungsdienst (KBD) seine Arbeit aufnehmen konnte.
Die Entschärfung verlief reibungslos: Um 20:15 Uhr konnte der erste Zünder erfolgreich entfernt werden, um 21:00 Uhr folgte der zweite. Danach gab es grünes Licht – die Menschen durften in ihre Häuser zurückkehren.

Große Disziplin der Bevölkerung
Trotz der kurzen Vorlaufzeit und der großen Hitze zeigten sich die Menschen diszipliniert und kooperativ. Im Vergleich zu früheren Evakuierungen hat es laut Stadt kaum Zwischenfälle gegeben.
„Die besondere Herausforderung war die Hitze. Und die Bombe stand senkrecht. Die mussten wir also erst mal in eine Lage bringen, um sie bearbeiten zu können“, erklärte Henrik Brandt, Munitionsfacharbeiter beim KBD. Auch die Stadt zeigte sich zufrieden: „Die Bombenräumung lief dieses Mal wirklich top und nahezu ohne Störungen“, betonte Heike Pape aus dem Vorstand der Stadt Osnabrück.
