In Teilen der Osnabrücker Innenstadt und der Stadtteile Schinkel, Fledder und Wüste läuft seit dem Nachmittag eine groß angelegte Evakuierungsaktion. Grund dafür ist ein Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg, der im Lokviertel entdeckt wurde und noch am Abend entschärft werden soll.
Größte Evakuierung der letzten Jahrzehnte in Osnabrück
Wie die Stadt Osnabrück mitteilt, handelt es sich um die bislang größte Evakuierung der letzten Jahrzehnte: Betroffen sind rund 20.000 Menschen aus 13.000 Haushalten, die seit 15:00 Uhr das Sperrgebiet verlassen haben müssen. Die Feuerwehr hat allerdings bereits in der Vergangenheit darauf hingewiesen, dass nicht alle Krankentransporte bis 15:00 Uhr abgeschlossen sein können, weil man nicht über ausreichend Transportfahrzeuge verfüge. Es werde deshalb beim Transport – auch beim Rücktransport – immer priorisiert.
Massiver Stau auf der Iburger Straße
Wer aus dem Südkreis mit dem Auto nach Osnabrück fahren möchte, sollte unbedingt die Iburger Straße meiden. Wegen der gesperrten umliegenden Straßen ist der Verkehr dort praktisch zum Erliegen gekommen. Gleiches gilt für die Magdalenenstraße zwischen Iburger und Sutthauser Straße.

Sicherheitsmaßnahmen im Überblick
- Unverzügliche Evakuierung: Alle betroffenen Personen müssen das Gefahrengebiet seit 15:00 Uhr verlassen haben. Anschließend beginnt die Überprüfung, ob das Gebiet vollständig geräumt ist. Das geschieht zunächst durch Fußtrupps und im Anschluss aus der Luft. Erst wenn „Sicherheit“ gilt, können die Sprengmeister mit ihrer Arbeit beginnen. Das wird nicht vor dem Abend sein, weshalb Züge beispielsweise zwar seit 15:00 Uhr nicht mehr am Hauptbahnhof Osnabrück halten, ihn aber zumindest noch bis 17:00 Uhr passieren dürfen. Erst ab 17:00 Uhr ist dann auch die Durchfahrt nicht mehr möglich. Die Züge werden umgeleitet, die Bahn informiert dazu auf ihrer Website. Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen startet an der Halle Gartlage. Auch der Linienbusverkehr ist massiv beeinträchtigt.
- Betretungsverbot: Das Evakuierungsgebiet darf bis zur offiziellen Freigabe nicht betreten werden.
- Anweisungen befolgen: Die Bevölkerung wird eindringlich gebeten, den Anweisungen von Polizei und Einsatzkräften Folge zu leisten.
- Evakuierungszentrum: Als zentrale Anlaufstelle wurde das Gymnasium „In der Wüste“ (Kromschröderstraße 33, 49080 Osnabrück) eingerichtet.