Eine Hochzeit fühlt sich oft an wie ein riesiges Puzzle: 100 Entscheidungen, 1.000 Details – und irgendwo dazwischen soll das Budget nicht explodieren. Genau hier passiert der Klassiker: Man plant voller Vorfreude das „große Ganze“, unterschätzt aber die vielen kleinen Posten, die am Ende zusammen richtig ins Geld gehen. Die gute Nachricht: Mit ein bisschen Struktur könnt ihr ziemlich gut einschätzen, was eine Hochzeit wirklich kostet – und welche typischen Budget-Fallen ihr besser umgeht.
Was kostet eine Hochzeit wirklich? Typische Fehler bei der Budgetplanung – und wie ihr sie vermeidet

Eine Hochzeit fühlt sich oft an wie ein riesiges Puzzle: 100 Entscheidungen, 1.000 Details – und irgendwo dazwischen soll das Budget nicht explodieren. Genau hier passiert der Klassiker: Man plant voller Vorfreude das „große Ganze“, unterschätzt aber die vielen kleinen Posten, die am Ende zusammen richtig ins Geld gehen. Die gute Nachricht: Mit ein bisschen Struktur könnt ihr ziemlich gut einschätzen, was eine Hochzeit wirklich kostet – und welche typischen Budget-Fallen ihr besser umgeht.
1) Realistischer Kostenrahmen: Warum „Pi mal Daumen“ selten funktioniert
Das Entscheidende ist nicht, ob ihr „teuer“ oder „günstig“ feiert, sondern ob ihr ehrlich plant:
- Wie viele Gäste sind wirklich fix?
- Wollt ihr ein Dinner mit Service am Tisch oder eher ein entspanntes Buffet?
- Ist euch die Location wichtiger – oder sind es Fotos, Musik oder eine Reise?
Sobald diese Prioritäten klar sind, wird Budgetplanung von einem Stressfaktor zu einem Werkzeug, das euch Freiheit gibt.

2) Die größten Budget-Treiber: Wo das Geld tatsächlich hingeht
Die Kosten werden häufig von wenigen großen Blöcken dominiert – und die sind ziemlich konstant: Essen/Trinken, Location, Outfit, Foto/Video, Musik/Unterhaltung.
Als grobe Orientierung zeigt die Kosten-Checkliste der Sparkasse typische Richtwerte: Für Essen samt Getränken werden dort rund 55 Euro pro Gast genannt; für Musik (DJ/Band) liegen oft mehrere Hundert bis etwa 1.000 Euro an, und bei Fotograf*innen können die Spannen je nach Umfang deutlich nach oben gehen.
Was viele unterschätzen: Diese „Hauptposten“ sind nicht nur teuer – sie ziehen oft Folgeausgaben nach sich. Beispiel: Eine besondere Location klingt toll, braucht aber eventuell Shuttle, zusätzliche Deko, längere Technik-Miete oder mehr Personal.
3) Typische Fehler bei der Budgetplanung (und warum sie so häufig passieren)
Hier sind die Budget-Fallen, die ich bei Hochzeiten immer wieder sehe – oft sogar bei sehr organisierten Paaren:
Fehler 1: Kein echtes Gesamtbudget – nur einzelne Angebote
Man holt Angebote ein und entscheidet „nach Gefühl“. Das Problem: Ohne Deckel oben drüber wirkt jeder Posten „noch okay“. Erst am Ende merkt man, dass sich zehn „noch okay“-Entscheidungen addiert haben.
Fehler 2: Keine Pufferzone einplanen
Wenn euer Budget auf den Cent ausgereizt ist, reicht ein spontanes Upgrade (bessere Blumen, längere Fotobegleitung, zusätzliche Getränkestunde) – und ihr seid drüber. Ein realistischer Puffer (z. B. 10–15 %) ist nicht Luxus, sondern Sicherheitsgurt.

Fehler 3: Die „Kleinigkeiten“ werden vergessen
Papeterie, Porto, Trinkgelder, Gebühren, Deko-Zubehör, Sitzplan-Accessoires, kurzfristige Besorgungen – alles einzeln klein, zusammen oft überraschend groß. Eine gute Regel: Wenn ihr denkt „Das kostet doch fast nichts“, schreibt es trotzdem auf.
Fehler 4: Gästeliste zu spät fixieren
Jede zusätzliche Person ist nicht nur ein Teller mehr – sie bedeutet häufig auch mehr Platz, mehr Deko, mehr Torte, mehr Getränke, manchmal sogar ein größeres Paket beim DJ oder Caterer. Die Gästeliste ist einer der stärksten Budget-Hebel.
4) Versteckte Kosten: Verträge, Anzahlungen und Stornobedingungen
Ein besonders fieser Kostenpunkt sind Storno- und Ausfallgebühren. Das klingt unromantisch – kann aber euer Budget retten, wenn ihr es früh im Blick habt. Die Verbraucherzentrale Niedersachsen erklärt zu No-Show- und Stornogebühren, dass solche Gebühren grundsätzlich zulässig sein können und oft in AGB geregelt sind – entscheidend ist unter anderem, ob ihr vorab klar darauf hingewiesen wurdet und wie die Bedingungen konkret aussehen.
Für eure Hochzeit heißt das ganz praktisch:
- Stornobedingungen vor der Unterschrift lesen (auch wenn’s nervt).
- Anzahlungen, Raten und Fälligkeiten in eure Budget-Tabelle aufnehmen.
- „Was passiert, wenn…?“ einmal durchdenken (Krankheit, Terminverschiebung, weniger Gäste).
5) So bleibt ihr entspannt im Budget: Prioritäten statt Perfektion

Wenn ihr nur einen Tipp mitnehmt, dann diesen: Budget folgt Prioritäten, nicht Pinterest. Legt drei bis vier Dinge fest, die euch wirklich wichtig sind (z. B. gutes Essen, tolle Fotos, Party-Stimmung). Alles andere bekommt „solide, aber nicht übertrieben“.
Und plant bewusst die Unterhaltung – denn sie macht aus einer schönen Feier oft erst einen unvergesslichen Abend. Neben DJ oder Band gehören je nach Stil auch Moderation und Programmpunkte dazu. Manche Paare kalkulieren hier z. B. die Kosten für einen Tamada ein, weil eine gute zweisprachige Moderation nicht nur Stimmung bringt, sondern auch Abläufe rettet, wenn Familie, Spiele und Reden sonst chaotisch werden.
Zum Schluss: Haltet eure Zahlen „lebendig“. Ein Budget ist kein Dokument, das man einmal erstellt und dann vergisst – es ist eher wie ein Navi. Wenn ihr es regelmäßig aktualisiert, bleibt ihr handlungsfähig, statt am Ende überrascht zu werden.
Eine Hochzeit kostet, was ihr daraus macht – aber sie muss euch nicht finanziell überrollen
Eine Hochzeit kann 6.000 Euro kosten oder 26.000 – beides kann wunderschön sein. Der Unterschied ist selten „Geschmack“, sondern fast immer Planung: klare Prioritäten, realistische Spannen, ein Puffer und der Mut, nicht jeden Trend mitzunehmen. Wenn ihr das beherzigt, habt ihr am Ende nicht nur ein tolles Fest – sondern auch das gute Gefühl, dass ihr euch dafür nicht verbiegen (oder verschulden) musstet.