„Niemand hat die Absicht, eine Mauer zu errichten“, diese in die Geschichte eingegangene Unwahrheit drängt sich auf, wenn man derzeit durch die Dielingerstraße fährt und eine grob aus teils farbverschmierten Europaletten aufgerichtete Absperrung betrachtet. Doch anders als im Juni 1961 in Berlin steht diese Mauer bereits- und sie ist nicht sonderlich schön anzusehen.

Mehrere Parkplätze wurden durch die aufgestellten Paletten nicht zweck-entfremdet, denn ein Zweck ist nicht erkennbar, sondern lediglich un-benutzbar gemacht. Oder gilt bereits die Behinderung von Kunden des Einzelhandels, Besuchern der anliegenden Arztpraxen und  der innerstädtischen Gastronomie schon als Zweck? Parkraum blockieren als Selbstzweck?

Holzpaletten in der Dielingerstraße
Eine Mauer aus Holzpaletten in der Dielingerstraße (Foto: B. Specker)

Parkplätze seit Aktionstag blockiert

Erst am vergangenen Freitag war auch auf diesem Straßenabschnitt der „no parking day“ zelebriert worden. Mitglieder der Grünen Ratsfraktion erfreuten sich hier daran den Parksuchverkehr zu erschweren und wollten so für eine Verkehrswende werben. Anders als an anderen an diesem Aktionstag blockierten Parkflächen, blieben diese Parkplätze in der Altstadt weiter blockiert.
Zukünftig soll hier vor dem Fahrradgeschäft eine dauerhafte Aufenthaltszone entstehen, für die sich im Frühjahr eine Mehrheit im Stadtrat im Rahmen des Projekts „Mobile>E Zukunft“ ausgesprochen hatte.

Keine Außenfläche für den Weinhändler

Der ursprünglich vorgesehen Standort, ein wenig weiter in Richtung Innenstadt, vor dem Geschäft des Weinhändlers Peral, wurde inzwischen von der Verwaltung aufgegeben. Grund für die Verlegung sollen öffentliche Mutmaßungen gewesen sein, dass hier ein einzelner Gastronom kostenfrei eine für die Außenbewirtschaftung geeignete Fläche zur Verfügung gestellt bekommen hätte.
Die Änderung der ursprünglichen Pläne und Verlegung der zur Entwidmung vorgesehenen Flächen in Richtung Fahrradhändler bestätigte auf Nachfrage auch Katja Diehl, die von Seiten der Stadtwerke Osnabrück die Öffentlichkeitsarbeit für das Projekt Mobile>Zukunft betreut.


„Eigentlich“ sollte hier nur ein Schild stehen

Man warte noch auf eine „Mittelfreigabe“ durch den Stadtrat, um den Umbau zu einer Aufenthaltsfläche zu finanzieren, so die Pressesprecherin gegenüber unserer Redaktion. Eigentlich sollte bis dahin lediglich  ein Schild aufgestellt werden, das auf den baldigen Umbau hinweist.
Erst durch Hinweis unserer Redaktion wurde die Öffentlichkeitsarbeiterin auf die Paletten-Mauer aufmerksam und wollte sich über die Hintergründe informieren. Bis Dienstagabend erhielten wird jedoch keine Rückmeldung, sind aber gespannt ob diese Mauer für längere Zeit die Dielingerstraße zieren wird.

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