EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) erwartet erhebliche Vorteile für Deutschland aus dem geplanten Mercosur-Abkommen mit Südamerika. Exportstarke Länder in Europa sollen nach ihrer Einschätzung besonders profitieren, wenn die Ausfuhren in die Mercosur-Region deutlich steigen. Von der Leyen rechnet zudem mit positiven Effekten auf Arbeitsplätze und sieht Chancen für mehrere kriselnde Industriezweige.
Von der Leyen erwartet Vorteile für Deutschland
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen (CDU) geht davon aus, dass insbesondere Deutschland vom Freihandelsabkommen mit den Mercosur-Staaten profitieren wird. „Exportstarke Nationen wie Deutschland werden besonders profitieren, wenn Europas Ausfuhren in die Mercosur-Region bis 2040 um geschätzte 50 Milliarden Euro ansteigen“, sagte von der Leyen der „Bild“ (Samstagausgabe).
Nach ihren Worten soll die größte Freihandelszone der Welt mit mehr als 700 Millionen Konsumenten „noch vor dem Herbst“ Realität werden. Das bedeute „kräftigen Rückenwind für Europas Wirtschaft“, so von der Leyen gegenüber der „Bild“. Das Abkommen nannte sie in dem Interview „historisch“.
Chancen für Maschinenbau, Autoindustrie und Chemiesektor
Besondere Chancen sieht von der Leyen aktuell für besonders belastete Branchen. „Für Branchen, die in den vergangenen Jahren besonders zu kämpfen hatten, wie der Maschinenbau, die Autoindustrie oder unseren Chemiesektor öffnet sich kurzfristig das Tor zu einem riesigen neuen Absatzmarkt“, sagte die EU-Kommissionspräsidentin der „Bild“. „Sie werden die ersten sein, die von der Offenheit unserer südamerikanischen Partner profitieren.“
Nach ihrer Einschätzung werde sich das Abkommen auch positiv auf den Arbeitsmarkt auswirken. „Zehntausende kleine und mittlere Unternehmen in Europa können bald schlanke Exportverfahren nutzen und sofort 4 Milliarden Euro Einfuhrzölle sparen. Das ist ein handfester Vorteil gegenüber der globalen Konkurrenz und sichert gute Arbeitsplätze auf unserem Kontinent“, sagte von der Leyen der „Bild“.
Freihandel auch mit Indien und Australien im Blick
Von der Leyen sprach sich zugleich dafür aus, den Freihandel über Südamerika hinaus weiter auszubauen. „Die Kommission wird in den kommenden Wochen alles daran setzen, auch die laufenden Verhandlungen mit Indien und Australien über die Ziellinie zu bringen. Jedes europäische Handelsabkommen sichert unseren Unternehmen zusätzliche Absatzchancen und Zugang zu wichtigen Rohstoffen“, sagte sie der „Bild“. „Jeder Abschluss macht Europa auch politisch ein Stück stärker und unabhängiger.“
Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .