Die Unionsfraktion zeigt sich in ihrer Reaktion auf den US-Angriff auf Venezuela uneins. Während Unionsaußenpolitiker Jürgen Hardt (CDU) dem Ende der Herrschaft von Nicolás Maduro positive Seiten abgewinnen kann, warnt Parteikollege Roderich Kiesewetter vor einer Abkehr der USA von der regelbasierten Ordnung seit 1945. Beide fordern jedoch eine eigenständige europäische Linie im Umgang mit der Krise.
Unterschiedliche Akzente in der Bewertung der US-Aktion
Etwas Positives der Situation abgewinnen kann Jürgen Hardt (CDU), außenpolitischer Sprecher der Unionsfraktion. „Maduro hat seit vielen Jahren die Zivilgesellschaft in Venezuela unterdrückt und Terror und Drogen in der Region verbreitet“, sagte er am Samstag dem „Redaktionsnetzwerk Deutschland“. „Das Ende seiner Herrschaft wäre ein Signal der Hoffnung für Venezuela, dessen Bevölkerung zu großen Teilen vor Maduros Regime ins Ausland floh.“
Da Europa von der Situation in Venezuela weniger unmittelbar betroffen sei als von der Lage in anderen Weltregionen, rief Hardt die hiesige Außenpolitik zur Zurückhaltung auf. „Deutschland und die EU werden die Lage weiter ruhig analysieren und den Kontakt mit den USA, Anrainerstaaten Venezuelas und Ansprechpartnern in Venezuela suchen“, sagte er dem RND.
Kritik an den USA und Sorge um die Weltordnung
Kritisch äußerte sich der CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter: „Die USA verlassen mit Präsident Trump endgültig die regelbasierte Ordnung, die uns seit 1945 geprägt hat. Venezuela ist zwar ein Unrechtsstaat, aber kein Iran, der Nachbarländer wie Israel in der Existenz bedroht“, sagte Kiesewetter der „Bild“. „Mit dem Putsch in Venezuela kehrt die alte US-Doktrin von vor 1940 zurück. Ein Denken in Einflusszonen in denen das Recht des Stärkeren gilt und nicht internationales Völkerrecht.“
Forderung nach stärkerer europäischer Eigenständigkeit
Kiesewetter forderte zugleich ein eigenständigeres Europa: „Wir Europäer müssen uns von den USA weitgehend emanzipieren und durch Stärke in unserem Verantwortungsbereich Recht einhalten und durchsetzen. Wir müssen Partner wie Kanada und Dänemark, das wegen Grönland von USA unter Druck gesetzt wird, selbstbewusst unterstützen. Trump zerstört das letzte Vertrauen in die USA.“
Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .