HASEPOST
 
HASEPOST

Strompreis-Prognose 2026: Terminmarktpreise vs. Entwicklung der günstigsten Stromverträge

Die Preise für Stromverträge mit Preisgarantie sind in Deutschland seit September 2025 bis aktuell um bis zu rund 2 ct/kWh gefallen – das zeigt der Strompreisvergleich von Einfachvergleichen.de. Gleichzeitig spricht vieles dafür, dass das Preisniveau für Stromverträge mit Festpreis im Jahr 2026 insgesamt ähnlich bleibt, weil der Terminmarkt Strom (Strom Futures) das Jahr 2026 seit Monaten auf einem vergleichbaren Niveau einpreist.

Strompreisentwicklung Anfang 2026: Rückgang seit September 2025

Im Datensatz von Einfachvergleichen.de ist der Durchschnittspreis der günstigsten Stromanbieter (12 Monate Preisgarantie) von 31,9 ct/kWh im August 2025 auf 30,4 ct/kWh im September und 30,1 ct/kWh im Oktober 2025 gefallen (jeweils inkl. 19 % MwSt.). Das entspricht einem Rückgang von rund 1,8 ct/kWh innerhalb von etwa zwei Monaten. Seitdem ist das Strompreisniveau weitgehend stabil geblieben und liegt aktuell im Januar 2026 bei rund 30,3 ct/kWh.

Die Preisentwicklung basiert auf den 100 größten Städten Deutschlands, nach Bevölkerung gewichtet, und nutzt die jeweils günstigsten verfügbaren Tarife aus 15 verschiedenen Stromvergleichsseiten.

Zeitlich passt dieser Rückgang zur politischen und regulatorischen Diskussion rund um eine Entlastung bei den Netzentgelten für 2026. Die vier deutschen Übertragungsnetzbetreiber veröffentlichten am 1. Oktober 2025 vorläufige Übertragungsnetzentgelte für 2026 und verwiesen dabei auf den geplanten Bundeszuschuss von 6,5 Mrd. Euro. Daraus ergab sich rechnerisch eine Senkung der durchschnittlichen Übertragungsnetzentgelte von 6,65 ct/kWh auf 2,86 ct/kWh – also um 3,79 ct/kWh.

Für Verbraucherinnen und Verbraucher wirken allerdings nicht nur Übertragungsnetzentgelte, sondern auch Verteilnetzentgelte und weitere Bestandteile. Eine Stichprobe (u. a. zitiert von Welt unter Verweis auf die Bundesnetzagentur) deutet auf eine durchschnittliche Entlastung eher im Bereich von ~2 ct/kWh hin – also in etwa in dem Korridor, den Einfachvergleichen.de auch bei den günstigsten Vertragspreisen beobachtet.

Terminmarkt Strom und weitere Kostenkomponenten: Signale für ein ähnliches Kostenniveau Ende 2025 und 2026

Einfachvergleichen.de erstellt eine Strompreisprognose für Stromverträge mit Preisgarantie auf Basis der Preisentwicklung am Terminmarkt Strom (deutsche EEX Strom Futures).

Ergebnis: Stand 7. Januar 2026 sollte ein 12-Monats-Stromvertrag (inkl. 19 % MwSt.) etwa kosten:

  • 30,3 ct/kWh bei Vertragsstart Februar 2026
  • 30,4 ct/kWh bei Vertragsstart Juli 2026
  • 30,3 ct/kWh bei Vertragsstart Januar 2027

Diese „fast flache Linie“ ist wichtig: Sie zeigt, dass der Terminmarkt derzeit keine starke Preisbeschleunigung bei neuen Haushaltsstromverträgen für 2026 einpreist.

Um das besser einzuordnen, hilft der Blick auf die Preistreiber im Arbeitspreis (ct/kWh) eines Stromvertrags. Laut der Analyse machen die Terminmarktpreise (EEX Futures) bei einem Stromvertrag mit Preisgarantie grob ~40 % der Gesamtkosten aus (jeweils inkl. 19 % MwSt.). Daneben stehen zwei weitere große Blöcke, die zusammen den Endpreis prägen:

  • Nationale Abgaben & Umlagen & Stromsteuer (bundesweit weitgehend einheitlich geregelt)
  • Regionale Netzentgelte & Konzessionsabgabe (abhängig vom lokalen Netzbetreiber und je nach Region teils deutlich unterschiedlich)

Für 2026 zeigen die regulierten Bestandteile nur kleine Nettoveränderungen gegenüber 2025: Die §19 StromNEV-Umlage bleibt nahezu unverändert (1,558 → 1,559 ct/kWh), während die Offshore-Netzumlage steigt (0,82 → 0,94 ct/kWh) und die KWKG-Umlage ebenfalls anzieht (0,28 → 0,45 ct/kWh). Die Stromsteuer bleibt bei 2,05 ct/kWh, also auf dem Niveau von 2025.

Unterm Strich ist die Botschaft für 2026 damit recht klar: Die Absicherungskosten über den Terminmarkt wirken stabil, und auch die bundesweiten Abgaben und Umlagen verändern sich nur moderat. Das spricht dafür, dass neue 12-Monats-Preisgarantieverträge im Jahr 2026 insgesamt auf einem ähnlichen Preisniveau bleiben – mit spürbaren Unterschieden vor allem dort, wo regionale Netzentgelte und Konzessionsabgaben den Ausschlag geben.

Die Margen-Story: warum dynamische Stromtarife 2026 attraktiver wirken können

Ein weiterer wichtiger Punkt ist, dass selbst der günstigste Stromvertrag mit Preisgarantie oft noch eine merkliche Anbietermarge enthält. Einfachvergleichen.de schätzt im Durchschnitt eine Marge von rund 4 ct/kWh (13 %) für Stromverträge mit Preisgarantie für 12 Monate.

Diese Marge wird berechnet, indem ein modellierter „All-in-Kostenblock“ (Terminmarkt Strom + nationale Abgaben/Umlagen/Stromsteuer + regionale Netzentgelte & Konzessionsabgabe) vom beobachteten günstigsten Vertragsniveau abgezogen wird – basierend auf einem Städtesample mit Dortmund (Dortmunder Netz), Köln (RheinNetz), Hamburg (Hamburger Energienetze), München (Stadtwerke München) und Berlin (Stromnetz Berlin).

Zusätzlich weist die Seite darauf hin, dass am Terminmarkt für Strom typischerweise eine positive Risikoprämie auftreten kann: Strom Futures liegen langfristig im Schnitt oft einige Prozent über den später realisierten Spotpreisen. Vereinfacht gesagt kann „Preis fixieren“ damit systematisch teurer sein als der reine Spot-Einkauf – noch bevor Margen im Endkundentarif eine Rolle spielen.

Zusätzlich zur Stromanbieter Marge (z. B. 13 %) und einer möglichen Risikoprämie am Terminmarkt Strom (z. B. bis zu 10 %) gibt es einen dritten Vorteil dynamischer Stromtarife: den Einfluss des Verbrauchszeitpunkts auf die Stromrechnung. Spotpreise sind häufig nachts am niedrigsten und morgens sowie am frühen Abend am höchsten – Haushalte, die ihren Verbrauch verschieben können (z. B. E-Auto laden, Wärmepumpe, elektrische Heizung, Haushaltsgeräte später laufen lassen), haben daher mehr Möglichkeiten, von typischen Spotpreismustern zu profitieren. Dynamische Stromtarife sind damit nicht unbedingt deshalb attraktiv, weil sie zu jeder Stunde günstiger sind, sondern weil flexible Haushalte ihren durchschnittlichen Arbeitspreis von Strom durch gutes Timing senken können – und zugleich weniger für die „Versicherung“ zahlen, die in Stromverträgen mit Festpreis häufig steckt.


 
Redaktion Hasepost
Redaktion Hasepost
Dieser Artikel entstand innerhalb der Redaktion und ist deshalb keinem Redakteur direkt zuzuordnen. Sofern externes Material genutzt wurde (bspw. aus Pressemeldungen oder von Dritten), finden Sie eine Quellenangabe unterhalb des Artikels.
Hallo Welt
Html code here! Replace this with any non empty raw html code and that's it.

  

   

 

Html code here! Replace this with any non empty raw html code and that's it.

Diese Artikel gefallen Ihnen sicher auch ...Lesenswert!
Empfohlen von der Redaktion