Der Energiekonzern RWE drängt auf eine schnelle Ausschreibung neuer Gas-Kraftwerke durch den Bund, um den geplanten Kohleausstieg bis 2030 zu schaffen. RWE-Chef Markus Krebber sieht dafür ein enges Zeitfenster und fordert klare Rahmenbedingungen für Investitionen und den möglichen Weiterbetrieb von Braunkohlekraftwerken in Reserve. Zudem stellt das Unternehmen Personalplanungen für unterschiedliche Szenarien beim Kohleausstieg an.
RWE drängt auf Ausschreibung neuer Gas-Kraftwerke
Markus Krebber</em), Vorstandschef von RWE, knüpft den geplanten Kohleausstieg des Unternehmens an den zügigen Start der Vergabeverfahren für neue Gaskraftwerke. "RWE will 2030 aus der Kohle raus. Wir wollen drei Gigawatt an neuen Gas-Kraftwerken bauen und haben die Planung trotz der politischen Unsicherheit vorangetrieben. Wir brauchen im ersten Quartal 2026 die Ausschreibung, dann können die ersten Gas-Blöcke bis Ende 2029 in Betrieb gehen", sagte Krebber der "Rheinischen Post". Im Bundeswirtschaftsministerium werde zwar mit Hochdruck gearbeitet, "nun muss Deutschland die Pläne noch bei der EU durchsetzen", so Krebber.
Bedingungen für Reservebetrieb von Braunkohlekraftwerken
NRW und RWE wollen bis 2030 aus der Kohle aussteigen. Zugleich zeigt sich RWE bereit, den Tagebau Garzweiler notfalls länger zu betreiben, stellt dafür aber Bedingungen. „2026 wird die Bundesregierung das Ausstiegsdatum überprüfen. Danach ist es eine Entscheidung der Politik, ob sie wünscht, dass unsere Braunkohle-Kraftwerke nach 2030 drei weitere Jahre in die Reserve gehen. Doch dann muss der Staat diese Reserve organisieren und auch die nötigen CO2-Zertifikate bezahlen. Wir halten die Anlagen dann nur noch gegen Kostenerstattung im Auftrag der Regierung bereit“, sagte Krebber weiter der „Rheinischen Post“.
Personalplanung und Forderungen an die EU-Regeln
Beim Personal plant RWE nach den Worten Krebbers auch für den Fall eines verlängerten Reservebetriebs vor: „Wir holen keinen aus der Rente zurück. Aber es würden weniger Mitarbeiter als geplant 2030 über den Bezug von Anpassungsgeld in den Ruhestand gehen. Derzeit haben wir rund 6.000 Mitarbeiter in der Braunkohle. Bis 2030 soll die Zahl auf rund 2.000 sinken“, erklärte Krebber der „Rheinischen Post“.
Für die Ausgestaltung der Ausschreibung der Gas-Kraftwerke formulierte der RWE-Chef konkrete Erwartungen: „Sie muss schlank sein, die EU sollte kein Jahr vorschreiben, in dem von Erdgas auf grünen Wasserstoff umgestellt werden muss – sondern dies dem Markt überlassen.“ Zugleich forderte Krebber mit Blick auf die Investitionsbedingungen: „Und wir brauchen Investitionssicherheit. Da die Blöcke nur einspringen, wenn die Erneuerbaren nicht liefern können, muss es eine Mindestvergütung geben. Dann wird sich in der Ausschreibung der günstigste Bieter durchsetzen.“
Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .