Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main und das Bundeskriminalamt (BKA) sind am Dienstag mit Durchsuchungen in vier Bundesländern gegen eine mutmaßliche Tätergruppe vorgegangen, die für zahlreiche Bombendrohungen verantwortlich sein soll. Vier Beschuldigte aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen sowie ein Zeuge in Sachsen-Anhalt gerieten ins Visier der Ermittler.
Durchsuchungen in vier Bundesländern
Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main und des Bundeskriminalamts wurden im Zusammenhang mit mehreren Bombendrohungen Durchsuchungsbeschlüsse in vier Bundesländern vollstreckt. Betroffen seien vier Beschuldigte in Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und Hessen sowie ein Zeuge in Sachsen-Anhalt, teilten die Behörden mit. Im Zuge der Razzia wurden zahlreiche elektronische Geräte und Speichermedien sichergestellt.
Den Beschuldigten wird die Mitgliedschaft in einer kriminellen Vereinigung vorgeworfen, die für zahlreiche Drohmails mit vorgetäuschten Bombendrohungen verantwortlich sein soll. Diese Drohungen führten den Angaben zufolge bundesweit zu Polizeieinsätzen und erheblichen Sachschäden.
Virtuelle Gruppierung „Schweinetreff“
Die Tätergruppierung soll sich virtuell in einer Messenger-Gruppe namens „Schweinetreff“ zusammengeschlossen haben. Ziel war es offenbar, den öffentlichen Frieden zu stören und größtmögliche Verunsicherung zu erzeugen. Die Drohmails wiesen häufig einen islamistischen Bezug auf, jedoch konnte eine religiös motivierte Tatmotivation nicht belegt werden. Neben Deutschland war auch Österreich von ähnlichen Drohungen betroffen.
Sven Kurenbach, BKA-Vizepräsident, sagte dazu laut BKA: „Das entschlossene Handeln der Strafverfolgungsbehörden zeigt, dass das Internet trotz vermeintlicher Anonymität keinen rechtsfreien Raum darstellt.“ Darüber hinaus könnten derartige Drohmails für den Absender zusätzlich sehr teuer werden, denn Großeinsätze der Polizei seien mit hohen Kosten verbunden.
Liste mutmaßlich betroffener Vorfälle
Das BKA veröffentlichte auch eine Liste mit Vorfällen, für welche die Gruppierung verantwortlich sein soll. Dazu zählen die Evakuierung des Einkaufszentrums am Limbecker Platz in Essen im Mai 2024, die Sperrung des Bahnhofs Neunkirchen und die Einstellung des Bahnverkehrs im September 2024, die Räumung des MDR-Funkhauses in Magdeburg und die weitreichende Sperrung der anliegenden Straßen im Oktober 2024, die Räumung eines großen Einkaufszentrums in Sachsen-Anhalt im Dezember 2024 sowie die Räumung und Schließung einer Schule in Bad Hersfeld im Dezember 2024.
Quelle: Mit Material der dts Nachrichtenagentur. ✨ durch KI bearbeitet, .