Am Donnerstag (21. August) um 17:00 Uhr soll es vor dem Theater Osnabrück eine Demonstration mit Podiumsgespräch geben. Anlass ist die Absetzung des Stücks „Ödipus Exzellenz“, das ursprünglich die neue Spielzeit eröffnen sollte. An der Diskussion nehmen Vertreter der künstlerischen Leitung sowie Kristina Pfaff (Grüne) und ein noch nicht benannter Bistumsmitarbeiter (angefragt wurde der Bischof) teil. Die Moderation übernimmt Angela Marquardt.
Kritik an Eingriff in die Kunstfreiheit
Die Inszenierung wollte das Thema „Sexualisierte Gewalt in der katholischen Kirche“ aufgreifen. Doch nach dem Eingriff von Intendant Ulrich Mokrusch und der Entlassung des künstlerischen Teams wurde die Produktion gestoppt. Begründet wurde dies mit dem Schutz religiöser Gefühle gläubiger Christen. Über den Fall berichteten auch überregionale Medien wie DIE ZEIT und der NDR.

Aktionen für Aufarbeitung
Organisiert wird der Protest von Regisseur Lorenz Nolting, Dramaturgin Sofie Boiten und Karl Haucke, der selbst Betroffener sexualisierter Gewalt ist. Unterstützt werden sie von der Aktionsgruppe „11. Gebot“ der Giordano-Bruno-Stiftung.
Aktionskünstler David Farago vom „11. Gebot“ fragt: „Müssen die Menschen in Osnabrück wirklich in vorauseilendem Gehorsam vor gesellschaftlich relevanten Themen geschützt werden? Durch die Vorgänge am Theater Osnabrück wird deutlich, wie sehr die Aufarbeitung sexualisierter Gewalt in der katholischen Kirche notwendig ist und bleibt.“
Künstlerische Leitung nimmt Stellung
Auch die künstlerische Leitung des abgesetzten Stücks nimmt Stellung: „Aufarbeitung darf nicht bei oberflächlicher ‚Anerkennung des Leids‘ stehen bleiben. Es braucht eine gesamtgesellschaftliche Auseinandersetzung mit sexualisierter Gewalt in allen Institutionen und in den Familien. Der Staat muss endlich Verantwortung übernehmen, indem er Strukturen schafft, welche Aufarbeitung nicht mehr der Willkür des Täterraumes überlässt. Die Aktion ‚Kunstfreiheit statt Kirchenlobbyismus!‘ am 21. August soll dazu ein Auftakt sein.“